Kapitel 10

11 3 0
                                        


Als Draco an diesem Morgen seine Augen aufschlug, fand er den Raum in ein merkwürdig grau – weißes Licht getaucht wieder. Argwöhnisch runzelte er die Stirn. Noch etwas war anders. Doch was war es? Er meinte in der Nacht ein paarmal ein leises Rascheln gehört zu haben, hatte es jedoch für Anthea gehalten die sich neben ihm im Bett herumwälzte. Langsam tastete er ihre Seite ab. Zu seinem Entsetzen war diese jedoch kalt. Moment! Kalt? Ruckartig riss er den Kopf herum. Tatsächlich. Ihre Betthälfte war leer. Wie so oft in letzter Zeit stieg Panik in ihm auf. Hatte er zu fest geschlafen, war ihr womöglich etwas passiert? Jetzt wurde ihm auch schlagartig klar was noch so anders war an diesem Morgen. Es war still. Totenstill. Nicht nur, dass er Anthea nicht ruhig und gleichmäßig atmend neben sich liegen hatte, nein. Auch war kein Vogelgezwitscher von draußen zu hören. Nichts. Als würde er sich in einer Blase befinden.

Hastig sprang er aus dem Bett auf und riss die Vorhänge zurück. Der Anblick welcher sich ihm bot, war sowohl atemberaubend schön als auch furchteinflößend. Zu seiner Beruhigung und zu dem schönen Anblick, trug Anthea einen erheblichen Teil bei, denn sie stand inmitten einer wahren Winterwunderlandschaft. Um sie herum war überall Schnee und Eis. Wie über Nacht so viel Schnee hatte fallen können war ihm ein Rätsel. Auch die gestrigen Temperaturen waren viel zu mild für eine weiße Weihnacht gewesen und die langen Eiszapfen die von dem Hoteldach herabhingen waren zu groß um sich innerhalb weniger Stunden gebildet zu haben. Auch der Brunnen vor dem er am Tage zuvor gestanden hatte, war zugefroren. Eine dicke Schneeschicht bedeckte die Statur des Reiters. Wie war das möglich? Er warf erneut einen Blick auf Anthea, die allem Anschein nach etwas sammelte.

Doch was es war konnte er nicht erkennen. Einzig und alleine einen zarten, grünen Schimmer konnte er von seiner Position ausmachen und etwas dass einer kleinen schwarzen Wolke glich. Verdutzt runzelte er die Stirn. Was tat sie da? Noch nie hatte er gesehen wie sie etwas aus dem nichts heraufbeschwor. Und dann auch noch ohne Zauberstab. Als er seinen Blick erneut über den Schnee wandern ließ, sah er zu seiner Verwunderung ein paar Meter weiter hopste einen kleinen Hauselfen der vergnügt durch den Schnee hopste und sich nicht daran zu stören schien dass ihn Muggel sehen konnten.. Außerdem sah es von hier oben aus als hätte der Elf etwas von den Ohren hängen. Draco glaubte eine Christbaumkugel von dem einen Ohr und eine Zuckerstange von dem anderen baumeln zu sehen. Welcher verrückte Elf würde sowas tun? Verwirrt schüttelte er den Kopf und ging in Richtung Bad. Auf halbem Wege blieb er jedoch wie angewurzelt stehen und marschierte schnurstracks zum Fenster zurück. War das etwa Dobby gewesen? Sein Herz begann vor Aufregung schnell zu pochen. Er hatte diesen durchgeknallten Kerl mit der ekelhaft hohen Stimme nie gemocht aber sollte er es wirklich sein, so konnte er ihm vielleicht sagen er solle ins Manor apparieren und seine Eltern befreien.

Zu seiner Enttäuschung musste er jedoch feststellen dass weder Anthea noch der Elf sich vor dem Hotel befanden. Missmutig machte er sich erneut auf den Weg ins Bad.

*

Gerade war er mit duschen fertig, als sich die Tür ihres Zimmers öffnete. ,,Draco?" Antheas Stimme zauberte ihm augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht. Er schlang sich das Handtuch um die Hüften und trat ins Schlafzimmer. Dort stand die Slytherin und streifte gerade ihren anthrazitfarbenen Mantel ab. Als sie ihn in seiner spärlichen Bekleidung sah, biss sich die junge Frau auf die Unterlippe und bei dem intensiven Blick den sie ihm zuwarf, hatte er mit einem Mal das Gefühl vor Hitze zu glühen und nur durch ihre Augen von seiner spärlichen Bekleidung befreit zu werden. ,,Heiß!", flüsterte sie als sie auf ihn zukam und ihre Arme um seinen Hals schlang. Seine fanden wie von alleine den Weg um ihre Hüften und er hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen. Vergessen war mit einem Mal was er eben gesehen hatte und in seinem Kopf hatte plötzlich nur noch ein Gedanke Platz. Sie.

The Slytherin DiariesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt