Langsam schritt Draco die graue, leere Straße entlang. Unter dem Tarnumhang zu gehen war anstrengender als erwartet. Die ganze Zeit über musste der Slytherin sich geduckt halten, damit niemand seine Knöchel sehen konnte. Doch so unangenehm jene Position auch sein mochte, er war froh die frische Luft einatmen zu können und alleine zu sein. Die Stille hatte sich wie ein Schleier über die einst vor Menschen wimmelnde Winkelgasse gelegt und die geschlossenen Läden, bei denen die meisten Fenster mit Holzbrettern und Flugblättern verkleidet waren, trugen einmal mehr dazu bei, der Einkaufspassage einen trostlosen Anblick zu verleihen.
An einem besonders demoliert wirkenden Laden blieb der blonde stehen und blickte durch die verstaubten Schaufenster. Der Boden im inneren war übersäht mit Schachteln in verschiedenen Größen, rotem Samt und Gegenständen die wie kleine Stöcke aussahen. Erst bei genauerem hinsehen erkannte Draco, dass es sich um hunderte von Zauberstäben handelte. Viele von ihnen zerbrochen.
Vorsichtig trat er einen Schritt zurück und ließ seinen Blick das Schaufenster hinauf und zu einem abblätternden Schriftzug gleiten, welcher einmal den Laden von Ollivander geziert hatte. Bei dem Gedanken daran wie er selbst seinen Zauberstab schon in jungen Jahren bei Ollivander gekauft hatte, musste er schwer schlucken. Voldemort hatte alles zerstört. Er zerstörte nicht nur das Leben vieler Menschen, er riss Familien auseinander, Freunde, vernichtete schöne Erinnerungen und deren Glanz und hinterließ nichts als Verwüstung, Trauer und Schmerz. Wie es wohl gerade seinen Eltern erging?
Hatte Fenrir Greyback seine falsche Fährte für bahre Münze genommen oder wusste er von seiner Täuschung? Der dunkle Lord verzieh niemandem. Dass er nun offiziell in Todesserkreisen gesucht wurde, hatte nicht nur sein eigenes Todesurteil unterzeichnet. Wenn seine Eltern sich nicht gegen ihn stellen und ihn töten würden, dann würde Voldemort auch sie hinrichten. ,,Das darf nicht passieren.", murmelte er zu sich selbst, ehe er seinen Weg fortsetzte und wieder in die Richtung des Hauses ging, in welchem Anthea sich versteckt hielt. Gerade bog er um die letzte Ecke, welche ihn noch von ihrem Versteck trennte, als er einen ihm allzu bekannten Rotschopf eben jene Stufen zu dem Backsteingebäude erklimmen sah.
Rasch zog er seinen Zauberstab und folgte dem jungen Mann leise. Was wusste er? Würde er Anthea etwas antun wenn er in einem der Zimmer auf sie traf? Und wo waren seine beiden nervigen Freunde? Draco kniff nachdenklich die Augen zusammen. Allem Anschein nach, war er alleine unterwegs. Was wollte dieser Nichtsnutz hier? Und was zur Hölle ging in ihm vor, dass er sich schutzlos und ohne Tarnumhang in der Winkelgasse herumtrieb? Während seinem Spaziergang war der Slytherin keinem Greifer begegnet, jedoch hatte er ein ums andere Mal Rufe von mehreren Männern gehört, die offenbar eine Hexe oder einen Zauberer gefangen genommen und ausgefragt hatten. Geräuschlos glitt er die Stufen zu dem kleinen Haus hinauf, in welchem sein Vordermann gerade verschwunden war. Das innere wurde von der schwachen untergehenden Sonne in ein dämmriges Licht getaucht. Die Schritte des jungen Mannes hallten auf dem Dielenboden nieder und Draco war sich sicher, dass Anthea ihn bereits gehört haben musste. Hoffentlich war sie vorsichtig genug nicht direkt ihren Aufenthaltsort zu verraten. Mit noch immer gezücktem Zauberstab schlich er hinter dem Rotschopf her, welcher sich mit einer nicht nachvollziehbaren Gelassenheit und schon an Unverschämtheit grenzenden Lautstärke durch das Haus bewegte.
,,Spätestens jetzt sollte sie wissen dass nicht ich es bin", dachte der blonde und der Hauch eines hämischen Lächelns huschte ihm über sein Gesicht. Ein weiteres Mal trat der tölpelhafte Zauberer vor ihm auf eine lose Bodendiele, als dem Slytherin ein paar braune Haarsträhnen auffielen, die so gar nicht in das Bild der Standuhr am unteren Ende der breiten Holztreppe passten. Sie wusste es also bereits und hatte sich versteckt. Er schlich weiter in Richtung der Uhr, während der Zauberer sich aufmachte, die Treppe zu den oberen Zimmern zu erklimmen.
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The Slytherin Diaries
FanficDraco Malfoy verzweifelt. Um das Leben seiner Eltern zu retten, muss er das Verschwindekabinett aus dem Raum der Wünsche reparieren. Die Mission scheint jedoch zu scheitern ehe sie richtig begonnen hat. In seiner Verzweiflung weiht Draco seine beste...
