Sicht Ken
Ich fragte mich, wen Hide wirklich besuchte. Eine einfache Freundin, war definitiv nur eine Ausrede. Mich störte es eher weniger, mit wem er sich trifft, aber mich verletzte es mehr, dass er mich an log. Obwohl... doch es interessierte mich schon, mit wem er sich traf. Aber ich redete mir ein, dass ich kein Recht dazu hätte, eifersüchtig zu sein. Ich war nicht mit ihn zusammen, also hätte ich auch keinen Grund gehabt, mich aufzuregen, wozu ich eh zu schüchtern gewesen wäre. Als Hide mich rettete, bat ich ihn darum mich umzubringen, was er jedoch verneinte und dies aus dem Grund, dass er mich liebe. Es gab aber zwei Sachen, die mich zweifeln ließen. Die erste war, dass ich mir unsicher war, ob ich das nicht nur träumte und die zweite war, dass ich nicht wusste wie er es meinte. Also ob er es einfach in einer Art von Brüderlichkeit meinte oder eben auf die andere Weise. Wir waren seit der Kindheit schon beste Freunde, natürlich wäre es auch verständlich gewesen, wenn er es nur brüderlich gemeint hätte. Aber zu dem Zeitpunkt, hieß es noch abwarten. Ich hätte ihn niemals gleich mit der Frage überrumpelt, sondern das irgendwie zwischendurch eingebaut. Als ob er dich lieben würde. Sagte die Stimme in meinen Kopf. Ich hörte leider zu oft auf diese Stimme. Es war wie zwei Seiten in sich zu haben. Als ob die eine Seite einfach böse wäre und meinen Körper kontrollieren wollte und mich aus dieser Welt verschwinden lassen wollte. Wie soll er dich denn bitte auch lieben? Du hast ihm bis jetzt nichts erklärt, was du eigentlich machen wolltest. Du wolltest ihm zum Beispiel erklären, warum deine Haare weiß sind. Hast du dies getan? Nein! Du bist auch viel zu feige ihm deine Gefühle zu gestehen, nicht nur das; du willst sie selber nicht wahrhaben, da du Angst hast, es könnte eure jahrelange Freundschaft ruinieren. Merkst du eigentlich, wie schwach du bist? Wie feige du eigentlich bist? Komm schon, gib einfach endlich auf und lass mich übernehmen.
Hörte ich sie wieder sprechen. Ich wollte einfach, dass es aufhört. Ich schüttelte den Kopf und versuchte diese Gedanken, diese Stimme zu verdrängen, doch sie drang immer wieder durch. Ken, ich habe darauf keine Lust mehr! Überlass mir endlich diesen Körper und verschwinde! Niemand würde dich vermissen. Niemand, hörst du? N-i-e-m-a-n-d.
Ich verzweifelte langsam, aber musste standhaft bleiben. Ich durfte nicht schwach werden, ich musste einfach stark bleiben. Mir blieb keine andere Wahl. Es musste doch einen Grund geben, warum ich immer wieder überlebte. Außerdem konnte ich Hide das nicht antun, ihn durch diese andere Seite auch noch in Gefahr bringen. Und da ging mir eine Sache durch den Kopf: Hide. Wenn ich nicht mehr existieren würde, würde Hide mich vermissen. Auch wenn er mich nur brüderlich liebt, er würde mich vermissen, dachte ich mir. Also sprach ich entschlossen aus »Doch, Hide würde mich vermissen.«
Diese Stimme gab ein unzufriedenes Schnauben von sich und verschwand. Hatte ich eine gespaltene Persönlichkeit? Gewundert hätte es mich nicht, nach alle dem, was geschah. Ich hörte, wie die Tür aufgeschlossen wurde. Ich schaute angestrengt auf den Wecker, der auf dem kleinen Nachttisch stand. Er zeigte die Uhrzeit elf Uhr an, also lag ich zwei Stunden lang nur da, aber fühlte mich trotzdem müde und kaputt. Der Kaffee müsste mittlerweile auch kalt sein und Hide hatte ihn um sonst gekocht. »Ken?« hörte ich Hide's Stimme aus dem Flur rufen. Mir fehlte allerdings die Kraft zum Antworten. Langsam öffnete sich die Tür und Hide sah vorsichtig in den Raum. Als er mich sah, riss er einen Augenblick lang leicht die Augen auf und ging auf mich zu. Ich fragte mich, was er denn hatte. »Ist alles in Ordnung? Deine Augen... sie sehen so leer aus...« erkundigte sich Hide doch ich sah ihn verwirrt an. Ich verstand nicht, was er mit “meine Augen sähen leer aus“ meinte. Irgendwie verschwamm meine Sicht immer mehr und ich hörte alles vernebelt. Ich hörte, wie Hide manchmal meinen Namen sagte und an mir rüttelte, doch ich konnte nichts machen. Ich hörte dann ein leises Piepen, was immer lauter wurde, bis mir letztendlich komplett schwarz vor Augen wurde. Ich war komplett weggetreten, aber fühlte eine Art Wärme. Ich fühlte mich, als ob ich irgendwo in einer angenehmen Atmosphäre schwebe. »S-seine Haut ist so kalt...« flüsterte eine Stimme zittrig. Diese Stimme kam mir so vertraut vor, aber ich konnte sie nicht genau zuordnen. »Hey, wach auf!« forderte die männliche Stimme wieder. Wieso aufwachen? Es war doch so warm und vertraut... Ich wollte nicht aufwachen, wobei ich das nicht mal verstand. »Wach auf!« drängelte der Junge wieder, was mich langsam nervte. Doch, irgendwas fühlte sich an diesem Ort auch nicht richtig an. Ich spürte, dass diese warme und einladende Atmosphäre etwas Kälte und Finsternis in sich trug, die sich ausbreitete. Nein, ich wollte da nicht mehr sein. Ich versuchte irgendein Ausweg hieraus zu fühlen. Etwas weiter entfernt, war etwas grelles, was auf mich zu kam. Dieses Licht wurde immer größer und dann...
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Was wenn es so wäre? (Hidekane FF)
FanfictionBoyxBoy don't like it, don't read it. +TRIGGERWARNING: Leute, die auf Suizid, Selbstverletzung oder Ähnlichem empfindlich reagieren sollten, diese Geschichte mit Vorsicht oder gar nicht lesen.+ Der Weißhaarige sackte zusammen und spürte nichts weite...
