Kapitel 27

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Das schlechte Gewissen ließ mich nicht einschlafen. Ich wollte, dass das neue Jahr besser begann, aber so war es nicht. Ich glaubte einfach nicht, dass zufällig, ausgerechnet bei uns eine Rakete in die Wohnung flog. Steckte da noch mehr dahinter oder war ich paranoid? Irgendwann fielen mir doch die Augen zu, jedoch war es sehr qualvoll, weil mein Körper zwar am Ende seiner Kräfte war, aber meine Gedanken immer noch munter waren. Bis etwas neben mir zusammenzuckte, schlief ich auch eine Weile. Irgendjemand krallte sich an mein Handgelenk, was etwas schmerzte.

»993, 986, 979, 972,...«

Ich wusste sofort was los war und war plötzlich hellwach. Ich weckte Ken, indem ich an seiner Schulter ruckelte und seinen Namen flüsterte. Als er aufschreckte, nahm er sofort Abstand und atmete heftig.

»Hey...« versuchte ich so ruhig wie möglich zu sagen und wollte ihn an seinen Arm streicheln, doch Ken schlug meine Hand weg und rückte weiter weg von mir. Da es nicht das erste mal war, dass das passierte, wusste ich, wie ich ihn zu beruhigen hatte. Ich erklärte ihm, dass es nur ein weiterer Alptraum war, er in Sicherheit war und fragte, ob er sich bewusst sei, wer ich bin, was ich nur mit einem Kopfnicken und der Aussprache meines Namens bestätigt bekam. Von alleine kroch Ken zurück zu mir und ließ sich in meine Arme fallen. Nach einer Weile wisperte er »Nein, wird er nicht.«

»Was wird wer nicht tun?« fragte ich verwirrt und drückte ihn ein Stückchen weg von mir um das Licht anzuschalten und ihn ansehen zu können. Ken wurde nervös und fasste sich mit der Hand ans Kinn, während er sagte »Ach, ist nicht der Rede wert.«

»Wenn du nicht darüber reden willst, ist es in Ordnung, aber bitte sei wenigstens ehrlich.« bat ich, wobei ich ein schlechtes Gewissen bekam, da ich ihn immer noch in gewisser Weise anlog. Es musste aufhören und ich wollte ihn eigentlich auch von Kimura erzählen, aber durch diesen Zwischenfall, änderte sich dies. Ken entschuldigte ich und erklärte »Diese ‚Stimme' wollte mir einreden, dass du mich wegwerfen wirst.«

»A-aber du weißt, dass ich das nicht machen würde oder?«

»Ja, natürlich weiß ich das. Ich weiß auch nicht, warum sie das immer sagt.« grübelte er, woraufhin ich sagte »Du musst einsehen, dass ‚sie' in deinem Kopf entstanden ist. Niemand hat dir diese ‚Stimme' ins Gehirn gepflanzt. Das bedeutet, dass du mir irgendwo misstraust und ein Teil von dir mich hast. «

»Nein, das ist gelogen! Ich bin nicht so ein Monster! Ich hasse dich auch nicht! Wie kommst du darauf, dass ich dieses schreckliche Wesen sein könnte?!« schrie er mich an, weshalb ich ihn die Hand vor den Mund hielt und flüsterte »Ken, denke an die anderen Menschen im Hotel.«

Er schlug meine Hand weg und schrie in der selben Lautstärke »Es ist immer noch Neujahr, da wird das keinen Menschen stören!«

Ich seufze, legte mich einfach wieder hin und drehte mich von ihn weg, woraufhin er sehr giftig reagierte »Und was soll das jetzt bitte werden?«

Als ich darauf nicht antwortete, fragte Ken sauer »Möchtest du mich provozieren?«

Aber ich gab erneut keine Reaktion von mir, was der Tropfen war, der das Fass zum überlaufen brachte. Ken zerrte die Bedecke weg, drehte mich auf den Rücken und setzte sich auf mich. Ken drückte mich an meinen Schultern tiefer in die Matratze und spottete »Bin ich es dir nicht wert genug oder warum antwortest du mir nicht? Mit so kleinen Dingen fängt es an und irgendwann, ja früher oder später, willst du mich loswerden, habe ich Recht?«

»Nein, Ken beruhige dich. Du weißt, dass das nicht wahr ist.« erklärte ich im normalen Ton und versuchte meinen Atem unter Kontrolle zu halten. Ich durfte keine Angst zeigen, musste stark sein, damit er seine ‚böse Seite' nicht die Beherrschung gewinnt. Doch dies machte Ken erneut aggressiv, weshalb er auch krächzte »Zeig Angst! Du unterdrückst mich die ganze Zeit, du willst die Macht über mich haben, meine Meinung ist dir doch völlig egal also tu nicht so, als ob es dich kümmern würde! «

Was wenn es so wäre? (Hidekane  FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt