Sicht Ken
Ich konnte es kaum erwarten mit Hide zu sprechen, jedoch hatte ich Angst. Er meinte selbst, dass er nicht wüsste, ob es ihn glücklich machen würde. Vielleicht würde er auch in Tränen ausbrechen, vielleicht aggressiv werden, doch das war mir egal, ich wollte einfach eine Emotion in ihm sehen. Nicht diese sterbende Hülle, sondern Hide. In diesem Moment zweifelte ich an der Möglichkeit daran. Versuchend mich auf das Gespräch vorzubereiten, tippte ich ungeduldig mit meinen Zehenspitzen auf den Boden. Ich war mir im Unklaren darüber, was ich mit ihm besprechen sollte, was richtig sein würde, was ich lieber unausgesprochen lassen sollte. Da ich mich nicht entscheiden konnte, entschloss ich mich die Hide behandelnde Ärztin aufsuchen zu lassen. Nur wenige Minuten später erschien diese und fragte, was mein Anliegen wäre. Ich erklärte ihr es kurz, woraufhin sie mit nickenden Kopfbewegungen reagierte.
»Sie müssen auf jeden Fall ehrlich sein, da Herr Nagachika niemanden vertraut, außer vielleicht Ihnen, er wollte sich jedoch nicht dazu äußern. Ansonsten wäre es gut, wenn Sie ihn aufbauen würden, ich weiß ja nicht in welcher Beziehung miteinander stehen, vielleicht schaffen Sie es ja eine kleine Emotion bei ihm zum Vorschein zu bringen, selbst wenn es nur Verwirrung sein sollte, Hauptsache er fühlt etwas.«
»Denken Sie, dass er nur vortäuscht keine Gefühle zu haben?«, fragte ich naiv, da ich irgendwo noch Hoffnung hatte. Die Ärztin schaute mit ihren braunen Augen kurz an die Decke, schüttelte ihren Kopf und erklärte »Dafür haben wir zu viele Tests durchgeführt, aber vielleicht bewirkt auch schon Ihre bloße Anwesenheit etwas. Sie möchten bitte auch auf jede noch so kleine Reaktion achten. Ansonsten können Sie über alles mit ihn reden, auch über sensible Themen, aber Sie müssen uns danach davon erzählen, das können Sie ihm ruhig sagen.«
Ich nickte verstehend und versuchte ruhig zu bleiben, als wir bemerkten, dass die Zeit gekommen war. Sie führte mich die Gänge entlang, bis zu einer Tür, wo wir anhielten. Ich kaute nervös auf meiner Lippe herum und bereitete mich darauf vor, jedes kleine Detail zu beachten. Die einen aufgeregten Blick aufsetzende Krankenschwester drehte sich fragend zu mir um, auch wenn sie kein Wort sagte, wusste ich, was sie meinte und nickte. Ich konnte meinen Herzschlag hören, als sie klopfte und dann langsam die Tür öffnete. Sie kündigte Hide an, dass er Besuch von einer bekannten Person bekommen würde und winkte mich mit einer Handbewegung hinein. Ich stand wie angewurzelt vor dem Raum und starrte ihr in die Augen, dachte, dass mein Herz mir aus der Brust springen würde. Sie legte den Kopf schief, woraufhin ich meinen Kopf heftig schüttelte. Sie schaute mich zweifelnd an, weshalb ich dann doch beschloss in das Zimmer zu schleichen. Ich glaube, dass ich mich in Zeitlupe fortbewegte und den Atem anhielt.
Und da war er. Hide...
Unsere Blicke trafen intensiv aufeinander, jedoch war Hides Blick leer. Er starrte mir zwar in die Augen, jedoch ohne einen jeglichen Ausdruck an Empfindungen. Es schmerzte mehr, als alles andere, doch vor Schock konnte ich gar nicht weinen. Doch dann geschah eine Reaktion, auch wenn sie nur klein war, aber es war immerhin etwas. Hide ließ schnell seine Arme unter die Decke wandern, damit ich seine Schnitte nicht sah, schaute mich jedoch weiterhin an. Die Krankenpflegerin schaute zwischen uns beiden hin und her und verkündete, dass sie uns anschließend alleine lassen wollte. Ich schaute ihr nach, bis die Tür ins Schloss fiel, dann drehte ich mich zu Hide und schaute ihn wieder an. Sein Kopf sah so schrecklich aus, da er blass war und die tiefen Augenringe noch deutlicher in seiner Nähe zu sehen waren. Im Ganzen gesehen hatte er das Aussehen einer Leiche angenommen, selbst die Augen waren glanzlos.
»Hi...«, begrüßte ich ihn kaum hörbar und dachte direkt, dass ich alles zerstört hätte, noch mehr, als es eh schon war, wenn das überhaupt möglich war. Doch er erwiderte mit einem leisen »Hallo«, und ergänzte »Setz dich doch.«
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Was wenn es so wäre? (Hidekane FF)
FanfictionBoyxBoy don't like it, don't read it. +TRIGGERWARNING: Leute, die auf Suizid, Selbstverletzung oder Ähnlichem empfindlich reagieren sollten, diese Geschichte mit Vorsicht oder gar nicht lesen.+ Der Weißhaarige sackte zusammen und spürte nichts weite...
