Kapitel 15

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Sicht Hide

Ich verhielt mich zu auffällig. Es war nicht so, dass ich eifersüchtig auf Touka war, aber da ich sie damals an log, wäre es unpraktisch gewesen, wenn Ken gesagt hätte, dass er die ganze Zeit schon bei mir wäre. Außerdem sagte ich Ken, ich hätte Irimi getroffen. Ich hasste dieses Lügenspiel einfach so sehr. Eine Lüge führte zur Nächsten und ich wollte gar nicht daran denken, wie es weiterginge. Mir war klar, dass ich Ken nicht in der Wohnung gefangen halten konnte, aber Kimura hatte Persönlichkeitsstörungen und er hätte wieder versuchen können Ken zu foltern oder schlimmeres.
»Ist eigentlich alles in Ordnung bei dir?« holte mich Ken aus meinen Gedanken. Als ich daraufhin mein Kopf in seine Richtung streckte, hing er noch »Du bist den ganzen Tag so... anders.« dran.
»Was genau willst du damit sagen?« fragte ich ihn, obwohl ich natürlich wusste, was er meinte. Er begann »Nun ja, du wirkst sehr gestresst... Wenn es wegen meiner Anwesenheit ist, kann ich auch gehen und-«
»Nein!« schnitt ich ihm das Wort ab. »Als ob ich wollen würde, dass du gehst...«
Es tat weh zu hören, dass er mir so was zutraute. »So meinte ich das nicht! Bloß... Ich will dich einfach nicht unter Druck setzen.« meinte er und richtete seinen Blick auf den Boden. Ich trat näher legte meine warmen Hände an seine kalten Wangen und drücke seinen Kopf so nach oben, dass er mich anschaute. Das wirkte etwas komisch, da ich kleiner war als er. »Ich würde dich nie im Stich lassen. Die Sache mit Kimura war meine Schuld und ich könnte dich unmöglich weggehen lassen.« erklärte ich ihm, aber er schüttelte den Kopf drückte meine Arme nach und und drehte sich um. »Wie soll das bitte deine Schuld sein?« murmelte er und ich antwortete »Na ja, seine Schwester ist wegen mir gestorben und ich habe dich alleine rausgehen lassen und es nicht mal bemerkt...«
»Das konntest du doch nicht wissen.« argumentierte Ken. »Merkst du, dass wir gerade das selbe Gespräch, was wir schon mal führten, erneut bereden, bloß dass ich mir gerade die Schuld geben will, aber du das nicht einsieht?« schmunzelte ich und Ken nickte zögerlich. »Warum versuchen wir eigentlich jemanden die Schuld zuzuweisen?« fragte ich und Ken gab als Antwort nur ein Schulterzucken.
»Wenn ich darüber nachdenke, ist das schwachsinnig.« schlussfolgerte er, was ich nochmal bestätigte. Jedoch hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen, da der Schuldige noch lebte. Ich wagte mir nicht vorzustellen, was Ken's Reaktion darauf gewesen wäre, doch ich sollte es leider bald erfahren.

Plötzlich klingelte mein Handy und es war überraschender Weise mein Chef. Super Hide! Dachte ich mir. Ich schaffte es tatsächlich meine Teilzeitarbeit zu vergessen. Ich ging nach kurzem Überlegen ran und meldete mich »J-ja?«
»Nagachika? Wo bleibst du bitte? Wir brauchen dich hier zufällig oder bist du etwa krank?« sprach die rauchige Stimme meines Bosses. Da bekam ich schon mal einen besser neben Job als irgendetwas auszuliefern und vermasselte es. Aber es gab ja einen guten Grund, warum ich nicht kam. Ich antwortete teilweise wahrheitsgemäß »Nun ja, entschuldigen sie, Herr Yuko. Ein Freund ist krank und er hat keine Angehörigen, die sich um ihn kümmern würden. Tut mir leid, ich habe vergessen Bescheid zu geben.«
»In Ordnung, aber geben Sie mir beim nächsten mal bescheid! Wie lange denken Sie, kommen sie nicht zur Arbeit?« fragte er in einem strengen Ton. Ich überlegte kurz, aber als ich antworten wollte, tippte mich Ken an der Schulter an. Ich erklärte Herr Yuko, er solle bitte kurz warten worauf er genervt mit der Zunge schnalzte, jedoch einwilligte. »Du kannst ruhig arbeiten gehen. Ich schaffe das hier schon alleine.« lächelte er, doch ich schüttelte den Kopf und ging wieder ans Telefon. »Also ich würde-« begann ich doch er unterbrach »Komm einfach nächstes Jahr wieder.«
»N-nächstes Jahr?« sprach ich erstarrt nach und er lachte kurz auf und erklärte »In ein paar Tagen ist doch Neujahr. Na ja kümmern Sie sich gut um ihren Freund!«
»J-ja werde ich, danke. Ihnen auch ein frohes Neues Jahr! Tschüss?« verabschiedete ich mich, was er wiedergab. Ich legte mein Handy beiseite und seufze erleichtert. »Du musst wirklich nicht wegen mir zu Hause bleiben müssen...« meckerte er woraufhin ich ihn leicht in die Schulter boxte. »Hide, ich gehe zum Antik. Ich will Touka wirklich sehen.« quengelte er. Ich spürte ein Stechen im meiner Brust. Hör auf! Nicht eifersüchtig sein, Ken gehört dir nicht! Und wenn, freue dich doch für ihn, dass er so eine tolle Freundin wie Touka hat! Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich wollte einfach nicht einsehen, eifersüchtig zu sein. »O-okay, aber du gehst nicht alleine. Ich komme mit.« erklärte ich ihn und er nickte begeistert. Er sah so glücklich aus, bei dessen Anblick mir zwar warm ums Herz wurde, jedoch fühlte ich auch Schmerz und Angst. Angst ihn an Touka zu verlieren, wobei wir nicht mal zusammen waren. Ich sollte mich doch eigentlich für ihn freuen, aber warum tut es stattdessen so weh? Fragte ich mich, wobei mir seit langem Tränen in die Augen stiegen. Das kann nicht war sein! Jetzt weine nicht, weine nicht, das ist peinlich! Du hast doch schon so lange die Tränen unterdrückt, also tu dies auch weiter! Werde jetzt nicht schwach! Befahl ich mir in Gedanken, jedoch war ich immer mehr kurz davor zu weinen. Da ich Ken's besorgten Blick bemerkte erklärte ich weinerlich bevor er etwas sagen konnte »Alles gut, ich bin nur müde.«
Allerdings liefen mir keine zehn Sekunden später warme Tränen über mein Gesicht. Ken kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. »Was ist den los?« flüsterte er. »I-ch hab, ich hab-« ich machte eine kurze Pause atmete aus und sagte dann »Angst.«
»Angst? Wovor?« erkundigte er sich und ich antwortete vorerst nicht. Schließlich gab ich dann als Antwort »Will ich nicht sagen.«
»Ist es so schlimm?« fragte er besorgt.
»Ich weiß es eben nicht.« schluchzte ich. Ich fühlte mich einfach so schwach. Ich wollte Ken beschützen und dann weine ich aus Eifersucht. »Willst du jetzt sagen, was los ist?« erkundigte er sich.
»Ich kann es nicht.« antwortete ich, und er fragte mich, warum ich es nicht sagen könne. Ich begründete es mit »Weil du mich hassen würdest.«
Ich war mir aber dabei auch nicht sicher. Ob er mich wegen so was direkt hassen würde, wusste ich nicht. »Als ob ich dich hassen könnte...« murmelte er und drückte mich näher an sich. Er setzte seinen Satz fort »Egal was es wäre. Vielleicht wäre ich eine zeitlang sauer, aber hassen, nein das würde ich glaube nicht schaffen.«
Da ich nicht wusste, was ich dazu sagen sollte, hielt ich einfach meinen Mund.

Was wenn es so wäre? (Hidekane  FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt