dreißig.

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Dreißig.

Harry || Kopfschüttelnd versuche ich die ganzen Zeitschriften zu ignorieren, während ich meinen Einkaufswagen durch die Gänge schiebe. Liz und ich haben es wieder einmal auf das Titelblatt geschafft, das uns beiden während des Galeriebesuchs zeigt. Selbst zwei Tage später wird unsere angebliche Beziehung immer noch heiß diskutiert.

Die Bilder variieren etwas, zeigen uns einmal kurz vor unserem Kuss und während des Kusses. Aber alle sehen so täuschend echt aus, dass ich auch an die Beziehung zwischen Harry Styles und der Modest Angestellten glauben würde, wüsste ich es nicht besser.

Ich hoffe, dass Liz meinen Blick nicht zu deuten weiß, denn ich sehe sie auf jedem der Bilder an als wäre sie das Schönste, das mir je begegnet ist.

Seufzend lasse ich eine Schachtel Pilze in den Einkaufswagen fallen und wandere dann weiter durch die Gemüseabteilung, bis ich auch die Süßkartoffeln und den Sellerie gefunden habe.

Als ich meinen Klingelton höre, halte ich an und ziehe mein Handy aus meiner Jackentasche. Kurz schlägt mein Herz schneller, bis ich sehe, dass es gar nicht Liz ist, die mich anruft.

Seitdem ich vor zwei Tagen einfach so davon gestürmt bin, graut es mich geradezu vor ihrem Anruf, während ich es gleichzeitig kaum erwarten kann, endlich wieder ihre Stimme zu hören.

Doch unsere Konversation hat sich seitdem auf wenige Whatsapp Nachrichten beschränkt.

Mein Handy gibt erneut ein vorwurfsvolles Klingeln von sich und seufzend nehme ich den Anruf von Elizabeth Summers Vorgesetzten an.

„Mister Richards", begrüße ich ihn, während ich den Einkaufswagen mit einer Hand zu den Eiern herüberschiebe.

„Ich wollte mich nur kurz bei Ihnen melden, um Ihnen zu gratulieren. Sie und Miss Summers haben das letzte Date wirklich hervorragend über die Bühne gebracht. Der Kuss sieht täuschend echt aus, genauso haben wir uns das vorgestellt", erwidert er und klingt trotz seiner angeblichen Begeisterung vollkommen gelangweilt.

„Vielen Dank", erwidere ich höflich, obwohl mich seine Worte nicht im Mindesten interessieren. Mir ist es vollkommen egal, was Modest von unserer Performance hält, solange sie mich weitestgehend in Ruhe lassen.

„Vielleicht sollten Sie überlegen, ebenfalls eine Karriere als Schauspieler zu starten?", schlägt Mister Richards vor. „Ich könnte sie sicherlich weitervermitteln."

„Vielleicht wenn wir irgendwann einmal mit One Direction eine Pause einlegen sollten", entgegne ich und bleibe bewusst wage.

Ich habe selbst schon einmal über eine Schauspielkarriere nachgedacht, die Erfahrung reizt mich und ich würde gerne einmal ausprobieren, ob ich dafür genügend Talent hätte. Aber sollte es je soweit kommen, will ich auf keinen Fall, dass Modest die Finger im Spiel hat.

„Sollten Sie Interesse haben, sagen sie mir einfach Bescheid."

„Vielen Dank für das Angebot", meine ich.

„Kann ich Ihnen sonst irgendwie weiterhelfen?", frage ich dann. Das ist mein Code dafür, dass er mich jetzt bitte in Ruhe lassen sollte. Doch anscheinend hat Mister Richards meine Absicht nicht verstanden oder er übersieht sie gekonnt.

„Ihnen bleiben noch fünf Wochen, um eine geeignete Freundin zu finden und ich erwarte, dass Sie mit niemand anderen als mit Liz mehr abgelichtet werden", warnt er mich. „Sie driften ansonsten auf die Schiene des Womanizers und das wollen wir vermeiden."

„Vor ein paar Jahren hatte Modest noch nichts dagegen", entgegne ich patzig, obwohl ich weiß, dass dies nicht die beste Idee ist.

Einhändig schiebe ich meinen Einkaufswagen beinahe gegen einen Stapel Dosen und korrigiere hastig die Richtung.

Oblivion || h.s. ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt