Einbrechen um Rache zu nehmen?

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Der Unterricht war mittlerweile vorbei für mich, als ich aus der Dusche stieg.

Ich hatte zwei Stunden verpasst, aber das waren eh nur Extrakurse zu denen mich meine Eltern angemeldet hatten. Ehrlich gesagt war es auch nie mein Plan da hinzugehen.

Trotzdem müsste ich mir dafür eine Ausrede suchen, obwohl ich natürlich auch folgendes sagen könnte:

,,Herr Haber hatte wohl seine Tage und musste mich in den Schlamm schubsen. Ohne Grund versteht sich natürlich und wussten sie, in welche Ritzen dieser Schlamm überall gelangen kann? Mensch, klebt das unangenehm an solchen stellen."

Prinzipiell wäre das ja nicht gelogen, aber dafür würde ich wahrscheinlich den Kopf abgeschlagen bekommen. 

Nachdenklich begab ich mich zurück zu meinem Zimmer. Angekommen traf mich der Schlag.

Auf meinem Bett lagen die dreckigen Klamotten von Herrn Haber. Der Schlamm tropfte in unregelmäßigen Abständen auf den Boden und es sah schon fast so aus als hätte er die gesamte Pfütze in mein Bett gekippt.

Ich rümpfte die Nase, als ein fauliger Gestank in diese stieg. Schnell lief ich zum Fenster und riss dieses auf. 

Leise fluchte ich vor mich hin und machte mich daran den Schlamm aus meinem Bett zu entfernen. 

Diesen schaufelte ich in eine Tüte und legte seine Klamotten darauf. Dann verschloss ich diese und brachte sie zu seinem Zimmer. 

Ich wollte den Spieß umdrehen und Rache nehmen. 

Ich schlich mich über den Flur und klopfte dann ein paar mal an die Tür. Als niemand reagierte hockte ich mich vor das Schloss und ließ eine Kralle aus meinem Zeigefinger herausragen. 

Das war das praktische daran, ein halber Wolf zu sein. Wenn du deinen Körper unter Kontrolle hattest, konntest du ein einziges Körperteil ändern und alle Vorteile daraus ziehen.

Behutsam knackte ich das Schloss und öffnete die Tür ängstlich. 

Ich sah mich aufmerksam um und als ich dann niemanden sah, schloss ich die Tür leise hinter mir. 

Noch einmal sah ich mich behutsam um, doch es war nichts auffälliges zu sehen. Mein Herz pochte laut und ich schluckte meine Nervosität herunter.

Ich schlich mich zum Bett und kippte dort den gesamten Inhalt der Tüte aus, welcher sich auf dem dort verteilte und langsam auf den Boden tropfte.

Damit war meine Arbeit auch schon getan. Zufrieden klopfte ich die Hände an meiner Hose ab und warf einen neugierigen Blick auf Herrn Habers Schreibtisch.

Ein kleines Heftchen lag offen darauf. Daneben lag eine Feder, an der noch etwas vertrocknete Tinte klebte. Darüber stand ein sorglos verschraubtes Tintenfass. Alles wirkte, als wäre er in Eile aufgebrochen und hätte keine Zeit mehr gehabt alles ordentlich wegzuräumen.

Ich bewegte mich in kleinen Schritten in Richtung des Schreibtisches und warf einen Blick in das Heft.

Es war vollgeshrieben mit Notizen und wirkte schon fast wie ein Tagebuch. Ich nahm das Heft in die Hand, um mir die aufgeschlagene Seite durchzulesen, als ich plötzlich Geräusche an der Tür hörte.

Mein Herz setzte einen Sprung aus.

Ich begann schwer zu atmen und es fühlte sich an, als würde mein Herz sich gleich zwischen den Rippen durchpressen und aus meiner Brust springen.

Reflexartig steckte ich das Heftchen in meine Hosentasche und sah mich um.

Mir blieben zwei Optionen:

In den Schrank oder unter das Bett.

Ich hatte nicht lange Zeit zum überlegen und sprang somit schnell in den Schrank.

Als ich gerade die Schranktür geschlossen hatte,  öffnete sich die Zimmertür und schwere Schritte waren zu hören.

Plötzlich verstummten die Schritte und ich konnte Herr Habers aufgebrschte Stimme deutlich hören:,, Dieses vermaledeite Bauernmädchen! Ihre Wenigkeit wird dafür teuer zu zahlen bekommen! Wenn ich dieser Kröte begegne, werde ich ihr ein Schlammbad vorberiten und ihr in diesem ein Ende setzen! Ertränken werde ich sie! Wenn sie es auch nur waget-", plötzlich brach er ab und es herrschte für einen Moment absolute Stille.

Ich hielt die Luft an.

Nun war es vorbei.

Ein etwas anderes InternatGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt