Wovor fliehe ich eigentlich?

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„Du Mäuschen. Ich müsste mit dir noch kurz was besprechen.", sagte Julia plötzlich.

Um ehrlich zu sein machte mir das ein wenig angst, da sie dabei auch echt ernst klang. „Worum geht es denn?", fragte ich sie etwas verunsichert. „Naja...Also...Du hast ja noch alle deine Sachen bei deinem Vater...und du...du brauchst ja wenigstens ein paar Klamotten.", sagte sie. „Was?! Nein! Ich geh da nicht nochmal hin. Das kannst du vergessen!", schrie ich. „Aber Lia. Du kannst doch nicht alle deine Sachen da lassen. Wir werden auch bei dir sein. Auf sich aufpassen, dass er dir nichts mehr antuen kann. Ich hatte es dir versprochen.", redete Julia auf mich ein. „Ich weiß nicht ob ich das schaffe.", flüsterte ich mir selber zu. Eigentlich sollte Julia das gar nicht hören, aber so wie es nunmal ist hört sie immer das was sie eben nicht hören sollte. „Natürlich schaffst du das. Du hast es die ganzen letzten Jahre geschafft. Du schaffst das jetzt auch nochmal. Ein letztes Mal.", meinte sie. Ich schaute sie nur an. „Ich verspreche dir, dass dir wirklich nichts passieren wird.", meinte Julia nochmal und schaute mir tief in die Augen. „Okay. Gut. Ich mach's.", meinte ich und Julia lächelte mich an. „Es wird auch nicht lange dauern und ich bleibe die ganze Zeit bei dir.", sagte sie jetzt und fuhr jetzt auch los. Als wir nach nur kurzer Fahrt vor dem Hauseingang standen, war vor uns ein weiteres Auto. „Wer ist das?", fragte ich Julia. „Franco. Er hatte angeboten auch ein bisschen zu helfen. Also wenn es für dich okay wäre würde er mit reinkommen.",antwortete sie mir und schaute mich gleichzeitig fragend an. Ich nickte nur und zuckte aber gleichzeitig mit den Schulter. „Gut. Bist du bereit?", fragte Julia nun und wieder nickte ich nur. Wir, und auch Franco, stiegen aus dem Auto aus, gingen langsam zur Haustür. Julia stand neben mir, und Franco stand neben Julia. Ich fing langsam an zu zittern, was auch Julia gleich merkte und meine Hand nahm. Sie strahle eine unglaubliche Ruhe aus und ich schaffte es allmählich tatsächlich das Zittern zu unterdrücken. Trotzdem hatte ich immer noch verdammte Panik. Franco klopfte zweimal laut an der Tür und von innen konnte man ein poltern hören. Dann öffnete sich die Tür und mein Vater stand schwankend im Türrahmen. „Wat willst du denn hier?", lallte er. „Ich...ich will meine Sachen holen.", flüsterte ich. „Vergiss es! Du kommst hier nicht mehr rein!", brüllte er nun und ich zuckte zusammen. „Sie lassen uns jetzt sofort durch, oder wir rufen die Polizei.", meinte Franco mit strenger Stimme und stellte sich vor uns. Irgendwie machte mir sein Tonfall gerade schon ziemlich angst. Es hat mich ein bisschen an meinen Vater erinnert, diese Strenge und Bestimmtheit. Aber es zeigte Wirkung. Mein Vater ging tatsächlich einen Schritt zur Seite und machte uns den Weg in die Wohnung frei. Franco ging als Erster rein und Julia schob mich vor sich her. Julia und ich gingen in mein Zimmer, und Franco blieb davor stehen und passte auf. Ich schnappte mir schnell einen großen Karton und einen Koffer und schmiss die wichtigsten Sachen rein. Hauptsächlich waren es aber ein paar Klamotten, da mein Vater mir ja alles andere weggenommen hatte. Ich schloss den Koffer, zog ihn hinter mir her, und Julia nahm die große Kiste mit. Wir waren schon wieder fast aus der Wohnung raus, als mein Vater plötzlich Julia ziemlich grob am Arm packte. „Das wirst du alles noch zurückbekommen.", drohte er ihr und packte dabei noch etwas fester zu. „Ey ey ey. Lassen Sie sie los!", sagte Franco etwas lauter und kam an mir vorbei und ging auf meinen Vater zu. „Was willst du denn jetzt von mir! Du hast damit doch überhaupt nichts zu tun.", lallte mein Vater zu Franco. „Ich will, dass du meine Freundin in Ruhe lässt.", sagte Franco und befreite Julia aus dem Griff meines Vaters. Sie ging gleich von meinem Vater weg und kam zu mir. „Fass eine von den beiden nochmal an und dann lernst du mich ganz anders kennen.", sagte Franco zu meinem Vater. Dieser schaute ihn erst eine Weile an und holte dann zu einem Schlag aus, welcher Franco direkt in den Bauch traf. Er ging zu Boden und mein Vater fing an auf ihn einzutreten. „Franco!", schrie Julia und wollte zu ihm rennen, doch ich hielt sie fest. „Julia nicht. Sonst passiert dir auch noch was.", sagte ich. „Aber was sollen wir denn machen?", fragte sie mich total verzweifelt. „Ich...ich weiß es nicht.", meinte ich nur. Sie dachte kurz nach und scheint als würde sie irgendwie irgendwie ihre Gedanken sammeln. „Ruf...ruf sofort einen RTW und die Polizei.", sagte sie und reichte mir ihr Handy. Ich ging vor die Tür und betätigte den Notruf. Die Frau von der Leitstelle sagte mir, dass RTW und ein Streifenwagen unterwegs wären und das Julia und ich nicht dazwischen gehen sollen. Ich legte auf und dachte kurz über die ganze Situation nach. Drinnen ist mein Vater, mit Julia und Franco und verprügelt Franco. Und das alles nur wegen mir, weil die beiden mir helfen wollten. Sie wollten mir helfen und einer von den beiden könnte jetzt wohlmöglich sterben. Wenn Franco stirbt, dann würde ich mir das nie verzeihen. Und Julia würde das auch nicht. Ich könnte ihr nicht mehr unter die Augen treten. Ich wurde von immer lauter werdenden Sirenen aus meinen Gedanken gerissen. Ich kann das nicht mehr. Ich kann das nicht mit ansehen. Das waren die letzten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen, als ich losrannte. Ich rannte schon wieder davon. Vor der Wahrheit, der Realität, vor meinem Leben.

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Frohe Ostern euch allen erstmal! 

Sorry das die letzten Tage nichts kam, aber ich hatte echt viel zu tun und bin einfach nicht zum schreiben gekommen. 

Was denkt ihr? Wo rennt Malia hin? Wird etwas passieren? Wie wird es weitergehen? Was passiert mit Franco?

Habt einen schönen Tag und verbringt den wenn möglich mit eurer Familie.

Ich muss leider nachher zur Spätschicht und kann meine Familie nicht sehen :(

Liebe Grüße <3 

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