Alex Martin griff sich stöhnend an den Kopf, diese Kopfschmerzen waren nicht zum aushalten. Der Nekromant griff trotz seiner großen Unlust und Müdigkeit nach seinen Schlüsseln, steckte sie in seine große Manteltasche und verließ seine kleine, aber geräumige Wohnung. Die schwarze Kapuze hatte er sich wie üblich so weit über das Gesicht gezogen, dass man ihn kaum erkennen konnte. Mit großen Schritten eilte er über die Straße, vorbei an einigen Menschen und einer Gruppe von Vampiren, die man schon von Weitem an ihrer Kleidung erkennen konnte, denn trotz der winterlichen Temperaturen trugen sie lediglich T-Shirts. Alex störte die Kälte nicht, zwar war er in der Lage zu frieren, doch tat er dies selten. Vielleicht hing es mit der Tatsache zusammen, dass er ein Nekromant war, denn obwohl er nur wenige Male kurz die Totenwelt passiert hatte, erinnerte er sich lebhaft an die schneidende Kälte, die dort stehts auf ihn wartete. Andererseits waren seine Eltern beide Spanier gewesen, daher sollte er genetisch gesehen wohl eigentlich besser mit Hitze auskommen.
Alex ging in eine kleine Seitengasse, die sich dunkel und verlassen vor ihm erstreckte. Gähnend blieb er stehen und lehnte sich an eine der Hauswände. Er verfluchte sich dafür, nicht einfach zu Hause geblieben zu sein, wo er jetzt entspannt auf seinem Sessel am Kamin mit einem von seinen geliebten Büchern hätte sitzen können.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als die gedrungene Gestalt seines Kunden neben ihm auftauchte. Ein Mensch, der offenbar ziemlich naiv war. Alex hatte nichts gegen Menschen, doch ihm war es schleierhaft, wie man sich so hinters Licht führen lassen konnte. Winston war nie so gewesen, schoss es ihm durch den Kopf. Allein für diesen Gedanken hätte er sich ohrfeigen können, als ob sein Tag nicht auch so schon schlimm genug war, jetzt musste er auch noch mit Winston anfangen. Alex riss sich mühsam zusammen, setzte ein, wie er hoffte, verständnisvolles Lächeln auf und sagte: "Schön, dass Sie gekommen sind! Wo sollen wir hingehen?"
"Folgen Sie mir, ich dachte, es wäre für Mary bestimmt am Schönsten, wenn wir bei uns zu Hause sind, während wir reden", sagte der Mann, seine Stimme brach beinahe.
Alex nickte nur verkrampft lächelnd, es war nicht so, dass der Mann ihm nicht leid tat, aber er war einer von vielen, die er jeden Tag den Tränen nahe sah. Eigentlich machte es Alex sogar wütend, jeder verabscheute die Nekromanten, aber wenn man durch sie mit einer verstorbenen Person reden wollte, dann waren sie plötzlich doch zu was gut! Seinen Frust unterdrückend wandte er bei dem Mann die selbe Masche wie bei jedem seiner menschlichen Kunden an. Er log das Blaue vom Himmel und erzählte, wie gut es der Verstorbenen ging und dass sie ihn vermisste, aber wolle, dass er sein Leben fortführe.
Obwohl er mittlerweile eine Routine bei seinen angeblichen Geisterbeschwörungen entwickelt hatte, war er an diesen Tag ziemlich geschafft, als er mit der Tasche voller Geld die Wohnung seines Klienten verließ. Gut, dass er heute keinen übernatürlichen Kunden mehr betreuen musste, denn jedes magische Wesen, egal ob Magier, Fee, Werwolf oder Vampir hätte seinen Schwindel sofort bemerkt. Eine echte Verbindung ins Totenreich zu halten und die Seele des Verstorbenen und den hinterbliebenen Angehörigen in eine Zwischenwelt zwischen Leben und Tod zu holen, war ihm zwar möglich, aber selbst für einen so mächtigen Nekromanten wie ihn war es jedes Mal ein großer Kraftakt. Ironischer Weise war es weit weniger Arbeit verbunden, einen Toten wieder auferstehen zu lassen, aber auch mit den sogenannten Wiedergängern hatte Alex ausschließlich schlechte Erfahrungen gemacht, selbst wenn er es nur dreimal in seinem Leben getan hatte.
Alex war bereits fast wieder bei seiner Wohnung angekommen, er musste nur noch eine Straße überqueren. Erleichtert seufzte er auf und beschleunigte seine Schritte noch etwas. Er war an diesem Tag so in seinen Gedanken versunken, dass er sie zu spät wahrnahm. Seit Jahrzehnten war er immer auf der Hut gewesen, hatte nur einer Person auf diesem Planeten seinen echten Namen genannt. Aber er hatte seine Verfolger nicht bemerkt.
Alex spürte einen harten Schlag auf den Hinterkopf und Alles um ihn herum verschwamm...
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Das Flüstern des Todes
FantasyEs war ein ganz normaler Tag im Leben des Nekromanten Alex Martin, solange bis er einen Schlag auf den Hinterkopf bekam und von Vampiren entführt wurde. Sein Leben als Einzelkämpfer, wie er sich selbst gerne nannte, war vorbei und auf einmal musste...
