13 -Der Plan-

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Alex erwachte, es war mitten in der Nacht. Evan lag neben ihm, sein Atem war gleichmäßig und er wirkte unfassbar friedlich. Doch das nahm der Todesfürst nur am Rande wahr. Er hörte irgendwo in der Ferne eine Kirchturmglocke zwölf schlagen. Und genau beim zwölften Schlag passierte es, er spürte ein unglaubliches Gefühl von Macht durch seine Venen strömen.
Grelle grüne Flammen brannten in seinen Handinnenflächen. Sie leckten an seiner Haut, ohne ihn zu verletzen, breiteten sich aus, bedeckten bald seinen ganzen Körper.
Durch das Licht aus dem Schlaf gerissen, sah Evan mit angstgeweiteten Augen zu Alex. Der Mann stand in Flammen und trotzdem lag er einfach mit offenen Augen da und bewegte sich nicht.

„Happy Birthday, Alex“, flüsterte der Todesfürst wie in Trance. Dass der Vampir ihn ungläubig anstarrte, bemerkte er nicht einmal.

Langsam schrumpfte das Feuer, bis es schließlich ganz erlosch. Alex schloss seine Augen wieder und schlief vor den Augen des fassungslosen Evan ein.

Was war das bloß gewesen? Der Vampir fand in dieser Nacht keinen Schlaf mehr, zu sehr war er von dem Bild des Feuers und des Mannes neben ihm ergriffen. Wie würde Alex wohl reagieren, wenn er aufwachte? Würde er sich an die Szene in der Nacht noch erinnern? Und wie alt war er jetzt überhaupt geworden? Dunkel meinte Evan sich erinnern zu können, irgendwo einmal gelesen zu haben, dass die Farbe der Magie eines Nekromanten in seinen ersten Jahren so dunkelgrün war, dass es beinahe an schwarz erinnerte. Und je mehr Macht und Alter der Nekromant erhielt, desto heller und strahlender wurden auch seine Magiefäden. Doch von in flammenstehenden Körpern, da war Evan sich sicher, hatte er noch nie gehört.

Einige Stunden später sah der Brünette, wie der Todesfürst sich langsam regte. Er streckte sich kurz, dann öffnete er seine Augen und blickte Evan unverwandt an. Dieser sog scharf die Luft ein, in Alex Augen sah er statt der grauen Iris, eine giftgrüne Färbung.

„Alex?“, fragte er vorsichtig.

Der Angesprochene reagierte nicht. Mechanisch stand er auf und griff nach seinem Mantel, den Evan an einen Garderobenharken gehängt hatte. Er zog ihn über und griff in eine der unzähligen Taschen. Als er ein scharfes Jagdmesser zückte, geriet Evan etwas in Panik. So ein Messer konnte ihm nichts anhaben, doch er hatte Angst, dass der Nekromant sich selbst verletzen würde. Doch das geschah nicht, stattdessen ergriff Alex ein kleines Glasfläschchen mit einer blass blauen Flüssigkeit und etwas, das Evan als Wurzel irgendeiner Pflanze identifizierte. Mit Hilfe des Messers schnitt der Schwarzhaarige kleine Stücke der Wurzel ab, entkorkte das Fläschchen und vermischte die Flüssigkeit darin mit den Pflanzenteilen. Augenblicklich wurde das Blau intensiver. Er setzte das Gefäß an die Lippen und schluckte das Gebräu ohne das Gesicht zu verziehen.

Während Evan hilflos da stand und nicht wusste, was er machen sollte, verkniff Alex sich ein Würgen. Er hasste den Geschmack des Sylcratrankes, er nannte ihn vorzugsweise den ’Aufwach-Trank’, da er dafür da war, den Verstand wieder zu wecken. An seinen Geburtstagen trank er ihn immer, ohne dieses Gebräu hatte er an Tagen solcher Macht keine Kontrolle über sich, doch jetzt war er wieder völlig klar im Kopf.
Trotzdem drehte er sich ausdruckslos zu Evan und sagte mit emotionsloser Stimme: „Bist du glücklich hier?“

Evan durfte nicht wissen, dass er wieder normal war, das würde den Plan gefährden, den er bereits vor einer Woche zu Entwerfen begonnen hatte. Eigentlich gab es bereits gewaltige Planänderungen, dennoch wollte Alex seine Flucht nicht noch schwieriger gestalten. Bereits jetzt waren seine Ideen mehr als wahnwitzig, dem war er sich bewusst.

„Ähm… natürlich bin ich glücklich“, sagte der Vampir perplex, „Warum auch nicht? Alex, was ist hier los?“

„Behandelt dich dein Vater gut? Und liebst du ihn?“, der Nekromant ging nicht auf die Gegenfrage ein.

Evan wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Nein, Maverick behandelte ihn ganz gewiss nicht wie ein liebender Vater, aber dennoch war er nun mal sein Sohn. Aber ob er ihn noch immer wirklich liebte? Evan war sich auf einmal nicht mehr sicher darüber, wie er sich schluckend eingestehen musste.

„Dachte ich mir“, sagte Alex leise und für eine Sekunde fiel seine Maske, „Willst du weg von hier?“

„Ich… ich“, der Brünette war überfordert.

„Ja oder nein?“, Alex sah ihn eindringlich ein und Evan verstand nicht, ob der Nekromant nun er selbst war oder noch der gefühlskalte Mann, der er unmittelbar nach den Aufwachen gewesen war.

Der Vampir wusste nicht, was er sagen sollte, doch mit einem Mal hörte er seine eigene Stimme ohne bewusst gesprochen zu haben: „Ja.“

Alex nickte nur, dann richtete er sich auf, packte Evan am Kragen und brüllte so laut er konnte: „ICH, ALEX MARTIN, DER MÄCHTIGSTE TODESFÜRST VON GANZ OKLAHOMA, VERLANGE DAS CLANOBERHAUPT MAVERICK WILLIAMS ZU SPRECHEN!“

Hi:)
Tut mir leid, bin ein bisschen im Vorweihnachtsstress und hab nur ein kurzes Kapitel geschafft… :/
Mal schauen, vielleicht kommt zwischen den Feiertagen mal ein Zusatzteil oder so, ich kann noch nichts versprechen!;)
Jedenfalls hoffe ich, euch geht’s gut und euch hat das Kapitel gefallen… Schon jemand eine Vermutung, was Alex’ Plan ist?
Bis spätestens Freitag,
eure c_in_medias_res <3

Das Flüstern des TodesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt