28 -Frische Luft schnappen-

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Alex schlief nicht gut. Zwar war er vollkommen erschöpft, doch dennoch wollte der Schlaf einfach nicht über ihn kommen. Mitten in der Nacht wachte auch Evan auf, da der Todesfürst sich soviel hin und her rollte.

"Ich muss mal an die frische Luft...", murmelte der Schwarzhaarige.

Evan setzte sich auf und sah ihn besorgt an: "Soll ich mitkommen?"

"Nein, schlaf ruhig... Ich bin auch nicht lange weg", versprach Alex, gab seinem Freund einen kurzen Kuss auf dem Mund und kletterte aus dem Bett. 

Während Evan bereits Minuten später wieder tief und fest schlief, stand Alex vor der Villa und atmete die kühle Nachtluft ein. Es war leise, so leise, dass er meinte, seine Gedanken zu hören. Sein Atem klang übermäßig laut. Der Himmel war bewölkt, nicht einen einzigen Stern könnte Alex entdecken. Er war sich nicht sicher, was mit ihm los war, vielleicht ging ihm das Bild seiner Exfreund es einfach noch nicht so schnell auf dem Kopf. Aber er hatte ja Evan.
Evan, der immer für ihn da war, der ihn beschützte, der ihn liebte.

Trotz seiner Gedanken und des Schlafentzugs bemerkte Alex die dunklen Gestalten, die sich ihm näherten. Beinahe wie von selbst formten sich giftgrüne Flammen, die an seinen Fingern entlang züngelten, wuchsen und heller wurden. Bedächtig drehte der Todesfürst sich zu seinen Verfolgern um und schoss plötzlich blitzschnell Strahlen des Feuers aus seinen Händen. Ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben, fielen fünf der Gestalten auf den Boden, Alex hatte gut gezielt. Doch einer stand noch.
Es war unverkennbar ein Vampir. Weder groß, noch muskulös, doch flink wie ein Wiesel und lustig wie ein Fuchs war er. Mit geballter Kraft und Konzentration warf Alex weitere, größere Energiebälle in die Richtung des Vampirs, doch er war einfach zu schnell. Nach mehreren Minuten traf Alex ihn jedoch endlich. Der Schwarzhaarige war erschöpft, kraftlos ließ er sich auf den Boden sinken und versuchte zu Atem zu kommen, doch schon bekam er einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf und alles um ihn herum verschwamm. Den letzten Angreifer, der nur darauf gewartet hatte, bis Alex durch die anderen genug abgelenkt und geschwächt worden war, hatte er nicht bemerkt.

Gähnend streckte Evan sich und öffnete die Augen. Etwas besorgt nahm er zur Kenntnis, dass er alleine im Bett lag und Alex' Hälfte sich kühl anfühlte. Entweder war der Todesfürst einfach schon länger wach und beim Frühstück, oder aber er war gar nicht in das gemeinsame Schlafzimmer zurückgekehrt. Aber hatte der Schwarzhaarige nicht gesagt, er käme gleich zurück? 

Mit einem unguten Gefühl schwang Evan die Beine aus dem Bett und betete, Alex möge einfach mit den anderen im Salon sitzen und womöglich noch einen neckenden Spruch über die Tatsache, wie lange er geschlafen hatte, verlauten lassen. Doch seine innere Unruhe wuchs stetig, als er Dana und Raymond am Tisch sitzend vorfanden und der Magier ihn zwinkernd fragte, wo er denn seinen Freund gelassen habe. 

Innerhalb kürzester Zeit hatte Raymond einige Zauber vorbereitet, um zu erfahren, ob Alex sich wohl in der Nähe befinden konnte und auch, ob Eindringlinge sich Eintritt zu dem Anwesen verschafft haben konnten. Die grellen blauen Magiefunken, die er versprühte, waren sowohl faszinierend als auch wunderschön anzusehen, doch sie waren nichts im Vergleich zu den Grünen des Todesfürsten, wie Evan fand. 

"Ich... ich kann mir das nicht erklären! Dana, du hast doch nichts an den Schutzbannen verändert oder?", Raymond sah ratlos zu der Fee.

"Nein! Wieso hätte ich das tun sollen?!", verteidigte sich Dana.

"Warum ist das wichtig?", grätschte der Vampir panisch dazwischen. 

Seine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr, als der Magier fassungslos und aufgelöst flüsterte: "Es muss jemand hier gewesen sein... Jemand, der nicht hierher gehörte."

Alex fasste sich an den brummenden Schädel. Zwar lag er eindeutig nicht im gleichen Zimmer, wie das letzten Mal, als er verschleppt worden war, dennoch hatte er das Gefühl, ein Déjà-vu zu erleben. Ohne sich großartig darauf konzentrieren zu müssen, war ihm klar, dass Vampire um ihn herum sein mussten. Aber es waren nicht viele, vielleicht fünf und ein Magier, bestimmt dieser Jeffrey, den Evan so unbedingt hatte schützen wollen. 

Evan...

Wut kochte in Alex hoch. Niemand hatte das Recht, sie beide zu trennen, erst recht nicht Maverick! Wie lange er wohl bewusstlos gewesen war? Und ob Evan sein Verschwinden bereits bemerkt hatte? Weinte er womöglich gerade? Allein der Gedanke daran, dass der Vampir auch nur eine einzige Träne vergoss, schmerzte Alex mehr, als sein pochender Kopf es je können würde.

Doch er durfte jetzt nicht die Nerven verlieren, er musste erst einmal verstehen, was mit ihm passiert war und was noch passieren würde. Der Raum, in dem er sich befand, hatte Holzwände, von draußen konnte er Vogelgezwitscher hören. Vermutlich war er in einer Hütte im Wald. Er versuchte, seine Magie abzurufen, doch nichts geschah. Die grünen Flammen wollten einfach nicht erscheinen und sofort begriff er. Jemand musste in seinem Mantel die Alraunenwurzel mit seiner selbstverfassten Studie gefunden haben, in der er schlüssig darlegte, in welcher Dosis das Gewächs zu zeitweiligem Magieverlust führte. Er hatte seinem Feind nicht nur die Waffe in die Hand gelegt, nein, zu allem Übel hatte er auch noch eine genaue Gebrauchsanweisung gratis mitgeliefert. Noch nie in seinem langen Leben hatte er sich so sehr über sich selbst geärgert. 

Geräusche vor der Tür seines Gefängnisses ließen ihn sich gerade hinsetzen, um wenigstens einen Funken Würde auszustrahlen. Die Tür wurde aufgestoßen, Maverick betrat den Raum. Zu Alex' Verblüffung kam er allein.

"Alejandro Di Montero Martín... Es war gar nicht so leicht, das herauszufinden..."

"Maverick Williams... Ein wahres Kinderspiel, das herauszufinden!", provokant sah Alex seinem Entführer ins Gesicht und überspielte sein Unbehagen bezüglich der Erkenntnisse des Vampirs gekonnt.

"Das ich tatsächlich mal einen Todesfürsten treffe, der älter ist als ich... Wir zwei hätten die Welt regieren können! Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als du meinen Sohn gegen mich verwendet und ihn irgendeiner deiner kranken Kräuterkuren unterzogen hast."

Der Schwarzhaarige biss die Zähne zusammen: "Oh, da war keine Gehirnwäsche nötig... Er hat von ganz allein verstanden, dass sein Daddy vollkommen irre und ein Monster ist!"

Maverick lachte. Dieses Geräusch ließ Alex einen eiskalten Schauer über seinen Rücken laufen, denn es war getränkt von Genugtuung und Gleichgültigkeit.

"Glaub mir, schon bald wirst du keine so großen Töne mehr spucken..."   

Hi:)
Ich weiß wirklich nicht, wieso dieses Kapitel nicht hochgeladen wurde. Vorhin wollte ich gerade anfangen, das für heute zu schreiben, als ich feststellen musste, dass hier wohl irgendetwas schief gelaufen ist. Ich weiß nicht, ob es eventuell an einer zu schlechten WLAN-Verbindung lag oder ob ich warum auch immer vergessen habe, auf 'veröffentlichen' zu klicken. So oder so tut es mir total leid, dass das Kapitel erst jetzt kommt... :/
Bis nächsten Freitag,
eure c_in_medias_res <3

  

Das Flüstern des TodesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt