37| Verblasste Erinnerung

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(Hermine's Perspektive)

Ich wache auf und bemerke, dass ich gar nicht in meinem Zimmer liege. Langsam setze ich mich auf, denn mein Kopf schmerzt. Meine rechte Hand drücke ich leicht auf die schmerzende Stelle meines Hinterkopfes.

Ein flaches Atmen vernehme ich und lehne mich nach vorne und sehe einen schlafenden Severus. Ich schiebe die Decke nach vorne und bemerke dabei das mein Shirt zerrissen ist. Was war bloß geschehen letzte Nacht? Meine Erinnerungen weisen einige Lücken auf, sodass mein Kopf noch mehr schmerzt, bei der verzweifelten Versuchung mich zu erinnern.

Ich versuche aufzustehen und stolpere über meine eigenen Füße. Mit einem lauten knall komme ich unsanft auf dem Boden auf. Severus habe ich mit dieser Aktion geweckt, denn er schreckt auf und sieht, wie ich auf dem Boden liege. "Geht es dir gut?", fragt er mich noch etwas verschlafen und richtet sich auf.

"Ja, ich bin gestolpert", antworte ich etwas peinlich berührt und schaue zu Boden. Severus steht auf und kommt auf mich zu. Er packt mich an meinen Hüften, um mich dann auf das Bett zurückzusetzen. "Ich wollte dich nicht wecken, es tut mir leid", sage ich leise und werde leicht rot.

Er kniet vor mir und schaut sich meinen Knöchel an der etwas rot geworden ist durch meinen Sturz. "Kein Problem, ich wollte heute sowieso nicht so lange schlafen", antwortet er ganz konzentriert. "Nicht weiter schlimm, nur etwas kühlende Salbe und dann geht es wieder", sagt er etwas kühl und steht wieder auf.

"Hab ich was falsch gemacht?", frage ich schüchtern und schaue zu Severus, der gerade in einer seiner Taschen herumwühlt. "Ich mache mir nur Sorgen um dich", antwortet er besorgt und dreht sich mit einer Salbe in der Hand wieder zu mir um.

Er reicht sie mir und sagt mit ruhiger stimme, "Hier, ich suche dir noch einen Stärkungstrank und dann solltest du wieder fit sein." Ich trage die Salbe auf meinen Knöchel auf und merke schon, wie nach nur kurzer Zeit der Schmerz weniger wird. "Hier", sagt Severus und reicht mir dabei eine Phiole mit einem Stärkungstrank.

"Danke", sage ich leise und trinke ihn. Er läuft nach draußen auf den Flur und kommt nach ein paar Sekunden wieder. "Hier bitte", sagt er und reicht mir eines meiner T-Shirts. "Danke", sage ich etwas verblüfft und nehme es an mich. Er geht in sein Badezimmer und ich wechsel schnell mein Shirt.

Nach ein paar Sekunden kommt er wieder und läuft auf mich zu. Er setzt sich vorsichtig neben mir auf die Kante seines Bettes. Meine Augen fokussieren eine Weile die Tür vor mir und ich verstumme, sodass ich kein einziges Wort herausbekomme.

"Kannst du dich erinnern, was passiert ist?", fragt er mich leise und schaut ebenfalls nach vorne zur Tür. "Nein", wispere ich so leise, dass es kaum zu hören ist. Meine Augen beginnen Tränen zu bilden und ich fühle wie sie langsam meine Wangen hinunter Wandern.

Meine Hände liegen schon eine gefühlte Ewigkeit regungslos auf meinem Schoß und umklammern die Leere Phiole sowie das kaputte Shirt. Mein Sichtfeld wird immer verschwommener, denn meine Trauer und Verwirrung wird immer stärker. "Ich habe Angst", sage ich leise und schniefe dabei etwas.

Er legt einen Arm um mich und ich lasse mich an seine Schulter fallen. "Das wird schon wieder, du brauchst keine Angst haben", flüstert er und gibt mir einen Kuss auf meinen Kopf. "Was ist, wenn ich wieder angegriffen werde? Was ist, wenn ich meine Erinnerung nicht zurückbekomme?", frage ich leise mit Tränen in den Augen.

Er dreht mich etwas zu sich und fragt mich mit ruhiger stimme, "Möchtest du gerne wissen, wer dir das angetan hat?" Ich schaue ihn erwartungsvoll an und frage, "Wie?" Er schließt seine Augen und holt tief Luft. "Legilimentik.", antwortet er und schaut in meine Augen um eine Antwort in ihnen zu finden.

"Denkst du... das funktioniert?", frage ich ihn überrascht und setze mich geradewegs auf. "Einen Versuch wäre es doch wert", entgegnet er mir und zieht eine Augenbrauen dabei nach oben. "Du hast recht, lass es uns versuchen", sage ich und lächel dabei etwas.

"Wir sollten es am besten heute Abend versuchen und uns langsam fertig machen für den Wettbewerb oder was meinst du?", fragt er mich mit rauer Stimme.

Ich schaue ihn an und stehe langsam auf. "Ja das wird wohl besser sein", antworte ich und Severus steht ebenfalls auf. "Wir sehen uns in einer halben Stunde auf dem Flur", sagt er und schaut mich mit seinen tiefdunklen Augen an. Ich nicke und Severus gibt mir einen Kuss auf meine Stirn.

"Na komm geh und mach dich fertig", sagt er und grinst etwas verführerisch. Ich nicke erneut, greife mein altes Shirt und gehe zur Tür. Bevor ich hinaus auf den Flur gehe, drehe ich mich noch einmal um und schaue zu Severus. "Bis gleich", flüstere ich und lächel dabei.

Er sieht mich mit einem Blick an der in meinem Bauch Schmetterlinge hervorruft und mein Herz schneller schlagen lässt. "Bis gleich", sagt er und lächelt ebenfalls etwas. Nun schließe ich die Tür und gehe in mein Zimmer.

Nach ein paar Schritten stehe ich in meinem Zimmer und fühle mich etwas einsam. Ich schaue nach oben und sehe am Fenster eine Eule mit einem Brief im Schnabel. Ich öffne das Fenster und sie fliegt einmal durch das ganze Zimmer. Danach landet sie direkt auf meinem Kopfkissen.

Ich gehe zu ihr und setze mich daneben. Sie schaut mich mit großen Augen an und ich nehme den Brief aus ihrem Schnabel. Ich streichel ihr einmal über ihren Kopf und sie fliegt wieder nach draußen. Wer mir jetzt wohl schreiben sollte? Ich öffne den Brief und lese ihn.

Es ist ein Brief von Harry der mir berichtet das er und Ron auf der Suche nach weiteren Horkruxen sind. Sie haben schon einen gefunden und zerstört. Den nächsten werden Sie mit mir suchen gehen, wenn der Wettbewerb vorbei ist. Das sind doch mal gute Nachrichten, dennoch sollte ich mich fertig machen für den Wettbewerb also gehe ich in mein Badezimmer.

Nach 20 Minuten stehe ich fertig vor meinem Spiegel und frage mich, ob das rote Shirt doch besser als das grüne gewesen wäre. Ich schnappe mir meinen Zauberstab und gehe hinaus auf den Flur. Severus ist nirgendwo zu sehen und nach ein paar Minuten mache ich mir Sorgen, ob er mich nicht etwa vergessen haben könnte.

Gerade als ich mich entschlossen habe an seiner Tür zu klopfen, höre ich seine Stimme. Ich laufe zum Ende des Ganges und schaue langsam um die Ecke. Severus redet mit ernster und strenger Stimme mit einem Mann oder einem Schüler. Leider kann ich nicht genau sehen, wer es ist, da Severus die Sicht verdeckt.

"Haben sie mich verstanden? Sie halten sich von ihr fern", sagt Severus und geht ein kleines Stück zur Seite. "Ja, Professor Snape", Antwortet der Mann und ich kann erkennen, wer es ist...

𝐈𝐍 𝐌𝐘 𝐃𝐑𝐄𝐀𝐌𝐒Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt