Amandas Sicht
Es war schwarz. Alles um mich herum. Ich wusste nicht wo ich war. Ich wusste nicht ob Alexis bei mir war. Ich wusste gar nichts. Nachdem die Männer, meine Schwester niedergeschlagen hatten, taten sie das gleiche mit mir.
Meine Hände und meine Füße waren weiterhin gefesselt und eine Augenbinde bedeckte meine Augen. Ich versuchte das Seil an meinen Armen zu lösen. Doch dadurch scheuerte ich meine Haut leicht auf. Weswegen ich es dann auch ließ.
Irgendwann hörte ich Schritte die auf mich zukamen. Ich schluckte schwer und blieb still sitzen.
"Na Prinzessin, auch endlich wach." Lachte die Stimme vor mir und trat gegen meine Füße. Ich blieb stumm und bewegte mich nicht. Es war eine kurze Zeit still.
Dieser jemand vor mir seufzte und zog mich ruckartig und grob hoch. Mir wurde dabei schwindlig und mein Kopf fing an zu dröhnen. Er schmiss mich über seine Schulter und setzte sich dann in Bewegung. Wir schienen durch mehrere Räume zu laufen. Bis ich die frische und kühle Luft von draußen wahrnahm. Er öffnete eine Autotür und schmiss mich dann unsanft hinein. Der Untergrund unter mir war hart. Wahrscheinlich hat er mich in den Kofferraum gelegt.
Doch was ist mit meiner Schwester? Was haben sie mit ihr gemacht? Lebt sie noch? Diese Gedanken trieben mir Tränen in die Augen. Es war alles nur meine Schuld. Alexis wird für meine Vergesslichkeit bestraft.
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Der Kofferraum wurde geöffnet und ich wurde rausgenommen. Wieder befand ich mich auf der Schulter. Er begrüßte jemanden und dann lief er los. Es dauerte ein paar Minuten eh wir uns in einem Gebäude befanden. Der typische Krankenhausgeruch stieg in meine Nase. Ich wusste, dass es ab jetzt kein Zurück mehr gab. Ich versuchte mich zu winden, doch der Griff von ihm wurde nur noch fester.
"Hier sind sie." Sprach jemand.
"Bringt sie bitte in Zimmer 202. Und befreit sie von diesen Fesseln und Augenbinden." Erzählte ein anderer. Seine Stimme machte mir leicht Angst. Warum? Weil ich durch sie eine angenehme Gänsehaut bekam.
Wieder lief der jemand mit mir los. Wahrscheinlich um mich in das besagte Zimmer 202 zu bringen. Er legte mich auf einem Bett ab, zumindest vermutete ich es. Meine Fesseln an meinen Füßen und an meinen Händen wurden entfernt und zum Schluss kam auch die Augenbinde ab. Das grelle Licht blendete mich. Ich kniff meine Augen dadurch leicht zu. Nach mehrmaligem Blinzeln gewöhnten sich meine Augen an das Licht.
Ich setzte mich auf und sah mich im Zimmer um. Es sah aus wie ein normales Krankenhauszimmer. Es standen zwei Betten im Zimmer. Jedoch war von Alexis noch keine Spur zu sehen. Ich sah zur Tür als diese geöffnet wurde. Ein unbekannter Mann kam in den Raum und schmiss Alexis unsanft auf das Bett, welches sich neben meinem befand. Während er damit beschäftigt war, auch Alexis ihre Fesseln zu lösen, rannte ich aus dem Zimmer und wollte versuchen Hilfe zu finden. Doch schon als ich um die erste Ecke lief, knallte ich an eine harte Brust.
"Na wo wollen wir denn so schnell hin, Zwilling?" Lachte die Person abwertend.
Ich sah langsam zu ihm hoch und sah in seine strahlend grünen Augen. Er hatte einen drei Tage Bart und seine braunen Haare waren leicht hoch gestylt.
Ich versuchte schnell an ihm vorbei zu kommen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne ihn gemacht. Als ich halb an ihm vorbei war, griff er nach meinem Handgelenk und hielt mich somit fest. Ich zischte leicht auf, denn meine Haut war durch die Fesseln entzündet. Dazu kam, dass sie an manchen Stellen auch leicht offen war.
Der Arzt sah mich nur belustigt an.
"Mark, es reicht." Sprach eine strenge Stimme hinter mir.
"Sie ist ein Zwilling, Derek." Lachte anscheinend Mark.
"Und trotzdem ein Mensch." Sagte wieder die andere Stimme. Welche dann wahrscheinlich zu diesem Derek gehört.
Dieser Mark lockerte seinen Griff etwas, hielt mich aber weiter fest. Er setzte sich in Bewegung und brachte mich zurück in das Zimmer. Mein Blick glitt sofort zu Alexis. Sie lag im Bett, ihre Augen waren geschlossen und sie bewegte sich nicht. Sie hatte eine Platzwunde an ihrer Schläfe.
"Alexis?" Fragte ich panisch. Sofort lief ich zu ihr und rüttelte sie leicht. Normalerweise wurde sie dadurch immer wach, doch dieses Mal nicht.
"Derek, die eine scheint schon schlapp zu machen. Du bist der Experte bei Kopfverletzungen, komm mal." Rief der braunhaarige diesem Derek zu.
Ich wurde behutsam von meiner Schwester weggezogen.
"Bitte hilf ihr." Sagte ich verzweifelt und Tränen sammelten sich in meinen Augen.
"Ich gebe mein bestes." Sagte dieser Derek und ging zu meiner Schwester. Er fing an, Alexis zu untersuchen. Dabei beobachtete ich jede seiner Bewegungen.
Ich sah ihn mir genauer an. Er hat anscheinend grün- graue Augen, seine schwarzen Haare hat er genau wie Mark leicht hoch gestylt. Jedoch trägt er keinen Bart.
"Sie hat ganz schön was abbekommen. Wir machen ein CT und nähen die Platzwunde." Erzählte er und sah dabei zu mir.
"Übertreib mal nicht. Sie sind nur Zwillinge." Seufzte Mark.
"Ich bin übrigens Doktor Shepherd. Und der da ist Doktor Sloan." Lächelte er und ich nickte leicht.
"Ich nehme deine Schwester jetzt erstmal mit. Eine Krankenschwester wird deine Wunden nachher versorgen."
Und mit diesen Worten verschwanden die zwei Ärzte mit meiner Schwester aus dem Raum. Die Tür wurde von Doktor Sloan abgeschlossen. Ich war wieder alleine in dem Zimmer. Ich ging zum Fenster und sah raus. So wie es aussah waren wir im 5. oder 6. Stock. Also ist eine Flucht aus dem Fenster hier nicht möglich. Ich sah weiter aus dem Fenster. Bis die Tür wieder aufgeschlossen wurde und zwei Krankenschwestern reinkamen. Ich drehte mich zu ihnen. Beide lächelten mich leicht an. Ich setzte mich wieder auf das Bett.
"Wir wollen ihre Wunden versorgen." Erzählte die blonde Frau. Ich nickte und zeigte ihr meine Handgelenke. Sie nahm einen Tupfer und machte auf diesen ein Desinfektionsmittel. Vorsichtig tupfte sie über meine Haut. Wobei ich scharf die Luft einsog und meine Augen leicht zusammenkniff.
Nachdem sie damit fertig war, trug sie eine Salbe auf und wickelte einen Verband um meine Handgelenke.
Sie verließen das Zimmer als sie fertig waren. Ich legte mich hin und starrte an die weiße Decke. Nur ein Gedanke schwirrte in meinem Kopf rum.
Was ist mit meiner Schwester?
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The Twins
AbenteuerWie weit muss man gehen, um endlich frei sein zu können? Wie weit muss man gehen, um endlich ein normales Leben zu führen? Wie weit muss man gehen, um endlich lieben zu können?
