*nächster Tag*
Dereks Sicht
Wieder saß ich neben Alexis und kontrollierte ihren Herzschlag und ihren Atem. Zum Glück ist unser Plan aufgegangen. Die Polizisten und der Anwalt haben uns alles abgekauft. Es tat mir leid, dass sich die Mädchen so quälen mussten. Aber anders ging es nicht. Wir mussten es so aussehen lassen, wie bei den anderen Zwillingen auch. Alexis wird definitiv wütend auf mich sein. Aber das war es mir Wert. Immerhin leben beide noch und das ist das Wichtigste. Nachdem wir den Tod dann bestätigt hatten, brachten wir die Mädchen erst in einen anderen Raum. Nach unserer Schicht, nahmen wir sie mit zu mir nach Hause. Es hat uns keiner gesehen und keiner hat etwas gemerkt. Mark kam in das Zimmer und stellte sich vor das Bett.
"Alles ok bei ihr?" Fragte er und sah zu Alexis.
"Ja und wie sieht es bei Amanda aus?" Stellte ich eine Gegenfrage.
"Ihr Blutdruck war leicht abgesackt aber er hat sich relativ schnell wieder normalisiert." Erzählte er und ich nickte. Durch Bewegungen, die ich neben mir wahrnahm, drehte ich meinen Kopf sofort in die Richtung.
"Ich gehe dann mal." Mit diesen Worten verließ Mark das Zimmer wieder.
Alexis drehte ihren Kopf zur anderen Seite. Sie bekam wieder die Kontrolle über ihren Körper. Langsam öffnete sie ihre Augen. Ihre Augen musterten das Zimmer, dabei runzelte sie ihre Stirn. Alexis ihr Blick blieb bei mir hingen. Sofort veränderte sich dieser und sie sah mich wütend an.
"Bevor du dich jetzt aufregst, hör mir bitte zu. Die erste Spritze, war dafür, dass ihr euch nicht mehr bewegen könnt. Dadurch konnte später euer Tod festgestellt werden. Und die zweite Spritze hat dafür gesorgt, dass sich euer gesamter Kreislauf runterfährt. Man konnte euren Herzschlag nicht mehr hören, da er sehr schwach war. Genau wie euer Atem. Es denken alle, dass ihr nicht mehr lebt. Unser Plan hat funktioniert. Und es tut mir schrecklich leid, dass es so schmerzhaft für euch war." Erzählte ich. Alexis sah mich dabei die ganze Zeit an. Nachdem ich fertig war mit erzählen, setzte sie sich leicht auf.
"Danke." Flüsterte sie leise. Ich sah sie leicht überrascht an. Eigentlich dachte ich, dass sie mich anschreit oder wütend auf mich ist. Ich fing an mit lächeln und nickte. Sie rutschte vorsichtig zu mir und umarmte mich. Ich erwiderte die Umarmung und strich über ihren Rücken. Mein T-Shirt wurde langsam feucht. Verwundert sah ich zu Alexis.
"Alles ok?" Fragte ich vorsichtig und drückte sie sanft von mir weg.
"Ja. Ich bin nur froh das wir da endlich raus sind. Und dass ihr unser Vertrauen nicht missbraucht habt." Schluchzte Alexis und wischte über ihre Augen.
"Ich habe dir doch versprochen, dass wir euch daraus holen." Antwortete ich lächelnd.
"Danke, für alles." Flüsterte Alexis und fiel mir um den Hals. Ich legte meine Arme um sie und genoss ihre Nähe. Jedoch wurden wir durch Mark unterbrochen, welcher gerade in das Zimmer kam. Innerlich verdrehte ich meine Augen.
"Amanda ist auch wach." Sagte er lächelnd. Sofort sprang Alexis aus dem Bett und rannte an Mark vorbei. Wir beide folgten ihr. Im Flur blieb sie stehen und schaute in verschiedene Richtungen. Mark zeigte ihr schmunzelnd das Zimmer. Dann war sie auch schon verschwunden.
"Sie sind ja schon irgendwie süß." Sagte Mark lächelnd. Ich stimmte mit einem Kopfnicken zu.
Amandas Sicht
Alexis kam in den Raum gestürmt. Sie setzte sich neben mich hin und umarmte mich. Ich fing an mit lächeln und erwiderte ihre Umarmung.
"Wir haben es geschafft. Mark und Derek haben es geschafft. Wir leben." Murmelte sie in meine Haare.
"Ja. Zum Glück." Flüsterte ich lächelnd.
Die Schmerzen gestern waren wirklich unerträglich. Ich konnte sie irgendwann nicht mehr aushalten und bin ohnmächtig geworden. Wie wir hier her gekommen sind weiß ich auch nicht. Wenn Mark nicht neben mir gesessen hätte, wäre ich wahrscheinlich in Panik ausgebrochen. Er hatte mir gleich alles erzählt und hat sich auch mehrmals entschuldigt. Doch ich war froh, dass sie es geschafft hatten.
"Mädels? Möchtet ihr was essen?" Fragte Derek uns plötzlich. Wir sahen beide zu ihm und nickten gleichzeitig. Er fing an mit Lächeln und verschwand wieder aus dem Zimmer. Alexis stand lächelnd auf und hielt mir ihre Hand hin. Ich nahm diese an und stand langsam auf. Dann verließen wir gemeinsam das Zimmer. Im Flur befanden sich mehrere Türen. Ich sah zu Alexis, doch diese zuckte nur mit ihren Schultern. Eine Tür öffnete sich und Mark sah uns belustigt an.
"Hier lang." Schmunzelte er. Wir folgten ihm und kurz darauf befanden wir uns dann auch schon in der Küche. Wir setzten uns an den Tisch. Mark und Derek unterhielten sich über irgendwas Ärztliches. Worüber genau, weiß ich nicht.
Während des Essens war es ruhig. Es war eine angenehme Stille. Hin und wieder sah ich zu Mark, welcher gegenüber von mir saß. Irgendetwas schien ihn zu bedrücken. Er starrte die meiste Zeit auf seinen Teller während er aß. Nach dem Essen, zeigte Derek uns das Wohnzimmer. Wir setzten uns auf die Couch und machten den Fernseher ran. Derek war wieder zurück in die Küche gegangen.
"Fandest du auch das Mark bedrückt aussah?" Fragte ich Alexis und sah zu ihr. Sie runzelte ihre Stirn und schüttelte ihren Kopf.
"Ich habe nicht auf Mark geachtet." Meinte sie dann. Ich fing an mit grinsen und wackelte mit meinen Augenbrauen.
"Hör auf." Lachte Alexis und stieß mit ihrer Faust gegen meinen Arm.
"Ich habe nichts gesagt." Lachte ich und sah sie dabei an.
"Mädels? Kann ich mal mit euch reden?" Fragte Mark und unterbrach somit unseren Lachanfall.
"Was gibt es?" Hakte ich nach und sah zu ihm.
"Es geht um eure Tante." Sagte er ernst und setzte sich gegenüber von uns hin. Ich sah kurz zu Alexis.
"Als die Polizisten das erste Mal im Krankenhaus waren, hatte ich sie wegen eurer Tante gefragt. Eure Tante wurde zum Tode verurteilt. Weil sie euch so lange versteckt hat. Gestern, als wir euch haben 'sterben' lassen, wurde sie hingerichtet. Ich wollte es euch nicht eher sagen. Denn ich hatte Angst, dass ihr den Plan nicht mehr durchziehen wollt und dann vielleicht auch sterben wollt." Erzählte Mark. Ich hörte ihm fassungslos zu.
Wir brachen in Tränen aus.
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The Twins
AdventureWie weit muss man gehen, um endlich frei sein zu können? Wie weit muss man gehen, um endlich ein normales Leben zu führen? Wie weit muss man gehen, um endlich lieben zu können?
