Derek's Sicht
Mark weckte mich früh am Morgen. Ich stand vorsichtig aus dem Bett auf, um Alexis nicht zu wecken. Ich folgte ihm aus meinem Schlafzimmer.
"Sicher das wir jetzt alles haben?" Fragte Mark auch gleich drauf los. Ich holte die Liste aus der Küche und wir sahen gemeinsam darauf. Ich nickte dann.
"Wir haben alles. Wir können ja schon mal die ganzen Sachen ins Auto verladen." Sagte ich und sah ihn an. Mark nickte und ich ging mich schnell anziehen. Ich nahm meinen Autoschlüssel und mehrere Taschen. Wir gingen in die Garage und fingen an, alles im Auto zu verstauen.
Gestern, während wir noch die restlichen Sachen eingekauft hatten, half Alexis Amanda beim Haare färben. Auch wenn sie jetzt unterschiedliche Haarfarben haben, sieht man immer noch, dass sie Zwillinge sind. Ich habe ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn ich an die Kontrollposten denke. Ich hoffe, dass wir dort gut durchkommen und es keine Zwischenfälle gibt. Ich habe Angst, dass wir die Mädels verlieren. Marks und mein Ziel ist es, dass die Mädchen endlich ein normales Leben leben können. Vielleicht trennen sich unsere Wege irgendwann. Was ich nicht so toll finden würde.
"Derek? Die Angeln fehlen noch." Riss mich Mark seine Stimme aus meinen Gedanken. Ich joggte wieder in die Wohnung und schnappte mir die Angeln. Mit diesen ging ich dann wieder runter und verstaute diese ebenfalls im Kofferraum. Mark nickte zufrieden und schloss die Tür dann.
"Ich geh Frühstück machen. Weckst du die Mädels?" Fragte ich Mark. Dieser nickte und war dann auch gleich in eines der Schlafzimmer verschwunden. Ich ging in die Küche und fing an, Pancakes und Obstsalat vorzubereiten. Nach kurzer Zeit hörte ich ein leises tapsen, welches in meine Richtung kam. Ich sah zur Tür und Alexis lächelte mich verschlafen an. Dieses Lächeln erwiderte ich und widmete mich dann wieder dem Essen.
"Morgen." Sagte irgendwann Amanda.
"Guten Morgen." Antworteten Alexis und ich fast gleichzeitig. Mark half mir mit beim Essen. Alexis und Amanda deckten in der Zwischenzeit den Tisch. Ich stellte dann alles auf den Tisch und setzte mich dann hin. Das Frühstück verlief relativ ruhig. Jeder schien in seinen eigenen Gedanken zu sein. Während Amanda in ihrem Obstsalat rum stocherte, zeichnete Alexis mit ihrem Finger irgendwelche Linien auf den Tisch. Wahrscheinlich geht sie die Route im Kopf nochmal durch. Mark starrte manchmal rüber zu Amanda.
"Wir müssen langsam los." Brach ich irgendwann die Stille. Alle sahen ruckartig und mit ernsten Blicken zu mir.
"Wir gehen uns fertig machen." Meinte Alexis leise. Kurz darauf war sie mit Amanda auch schon verschwunden.
Alexis Sicht
Nachdem wir uns angezogen hatten, fing ich an, Amanda zu schminken. Ich gab mein Bestes, damit wir uns nicht mehr so ähnlich sahen. Keiner von uns beiden sagte ein Wort. Wir starrten uns manchmal kurz in die Augen. Und uns war klar, was der jeweils andere dachte. Amanda war genau so angespannt wie ich. Und wieder schlich sich die Angst in meinen Körper. Ich hatte Angst, vor dem was passieren könnte. Angst das wir es nicht schaffen. Angst die Jungs zu verlieren. Und Angst zu sterben.
"Ich bin fertig." Flüsterte ich. Amanda stand auf und ging zum Spiegel. Sie betrachtete sich und zog mich dann zu sich. Ich sah ebenfalls in den Spiegel. Dabei verglich ich unsere Gesichter. Man sah zwar Ähnlichkeiten, aber man sah nicht mehr, dass wir Zwillinge sind. Ich lächelte sie zufrieden an. Meine Schwester erwiderte es und umarmte mich dann. Sie drückte mich so nah wie es ging an sich ran. Ich erwiderte die Umarmung und schloss kurzzeitig meine Augen. Es klopfte an der Tür. Diese wurde einen Spalt weit geöffnet und Derek streckte seinen Kopf hindurch.
"Seit ihr fertig?" Fragte er und sah zu uns. Ich sah Amanda an. Wir beide atmeten nochmal tief durch und nickten dann schließlich. Wir folgten ihm in den Flur. Dort angekommen zogen wir unsere Schuhe an. Gemeinsam gingen wir vier zum Auto. Es war noch sehr früh. Ich glaube es war erst um Sechs.
Wir stiegen in das Auto ein und schnallten uns an. Mark saß am Steuer, neben ihm Amanda. Ich saß hinten neben Derek. Ich sah kurz zu ihm rüber nachdem ich mich angeschnallt hatte. Derek sah mich ebenfalls an und lächelte. Man konnte jedoch erkennen, dass sein Lächeln sehr angespannt war. Das Auto setzte sich in Bewegung und ich lehnte mich an den Sitz. Mein Blick glitt zum Fenster. Ich sah mir noch ein letztes Mal diese Umgebung an. Denn in ein paar Stunden, würden wir hoffentlich hier raus sein. Derek legte seine Hand vorsichtig auf meine. Ungewollt fing ich leicht an mit lächeln. Ich genoss seine Nähe, so wie jeden Tag. Ich hoffe, dass sich unsere Wege danach nicht trennen. Die Zwei sind mir nämlich ans Herz gewachsen. Mark ist wie ein großer Bruder für mich. Doch ich habe noch nicht herausgefunden, was Derek für mich ist.
Immer wieder fragte mich Mark, wo er lang fahren musste. Dadurch, dass ich die Karte gefühlte tausend Mal durchgegangen bin, konnte ich ihn gut koordinieren. Kurz darauf kamen wir an einem kleinen Kontrollposten, am Ende der Stadt an. Der Mann achtete aber nicht weiter auf die weitere Besatzung im Auto. Er forderte Mark nur auf, ihm zu zeigen was sich im Kofferraum befand. Dies tat er dann auch. Dabei sah der Mann noch in ein paar Taschen nach. Und dann kontrollierte er Mark seinen Führerschein. Nachdem er mit diesen ganzen Sachen fertig war, durften wir weiter. Ich atmete erleichtert aus und lehnte meine Stirn gegen die Fensterscheibe.
"Nummer eins hätten wir geschafft." Meinte Derek.
"Fehlen nur noch zwei." Murmelte ich und sah zu ihm. Derek sah zu mir und nickte. Noch immer, lag seine Hand auf meiner.
Ich hoffe, dass wir an den anderen beiden Kontrollposten, genau so schnell und einfach durchkommen.
DU LIEST GERADE
The Twins
AdventureWie weit muss man gehen, um endlich frei sein zu können? Wie weit muss man gehen, um endlich ein normales Leben zu führen? Wie weit muss man gehen, um endlich lieben zu können?
