Part 11

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Alexis Sicht

Mal wieder ging die Tür auf und mehrere Krankenschwestern kamen herein. Ich sah sie verwirrt und misstrauisch an.

"Sie werden in ein anderes Zimmer verlegt. Anweisung vom Chefarzt." Sprach die eine.

Ich sah zu Amanda, doch diese zuckte nur mit ihren Schultern. Wir standen aus unseren Betten auf und folgten ihnen. Amanda stützte mich leicht. Ich habe mich nämlich noch nicht ganz von der OP erholt. Es kommt immer mal noch vor das mir schwindlig wird oder mich meine Kraft verlässt.

Vor dem Fahrstuhl blieben wir mit den Schwestern stehen. Als er auf unserer Etage ankam, stiegen wir ein. Ich konnte nicht sehen auf welche Etage wir verlegt wurden. Ein paar Sekunden später setzte der Fahrstuhl sich in Bewegung. Mit einem Bing hielt er an und wir stiegen aus. Ich schluckte schwer, als ich sah, dass wir uns im Keller des Krankenhauses befanden. Wir folgten den Schwestern weiter.

"Das ist ihr neues Zimmer." Und mit diesen Worten wurde die Tür geöffnet. In dem Zimmer war kein Fenster. Die Betten sahen schon sehr alt aus. An einer Wand standen zwei Schränke. Nur eine kleine Lampe beleuchtet das Zimmer. Im Raum verteilt hingen Kameras an den Wänden.

"Extra für Zwillinge was?" Fragte ich wütend.

"Richtig und jetzt rein da. Ihr werdet die ganze Zeit von den zuständigen Ärzten beobachtet." Sprach eine andere Schwester und drängte uns leicht in den Raum rein.

"Und wer sind Die Ärzte?" Hakte Amanda misstrauisch nach.

"Doktor Sloan und Doktor Shepherd." Mit diesen Worten wurde die Tür zugemacht und verschlossen.

Ich drehte mich zu meiner Schwester um. Diese starrte auf den Fußboden und hatte ihre Arme vor ihrer Brust verschränkt.

"Was habe ich gesagt? Du sollst keinem vertrauen. Und was machst du? Richtig, du vertraust diesem Shepherd." Sagte ich ruhig, jedoch konnte man aus meiner Stimme heraushören, dass ich wütend war.

Amanda sagte nichts und ließ sich in eines der Betten fallen. Kurz danach erfüllte Amandas Schluchzen den Raum. Ich sah zu der einen Kamera und ging auf diese zu.

"Ihr verdammten Arschlöcher. Ich wusste euch kann man nicht vertrauen. Dann bringt uns doch gleich um. So habt ihr es hinter euch. Und wir müssen nicht leiden. Mir ist nämlich bewusst das wir nur eure scheiß Versuchskaninchen sind. Und du Shepherd, du hättest mich gleich sterben lassen sollen. Ich hasse euch." Meine Stimme wurde immer lauter.
Die aufsteigenden Tränen unterdrückte ich so gut wie es nur ging. Ich drehte mich um und legte mich auf das Bett. Ich starrte an die Decke und eine Träne lief meine Wange lang herunter.

"Wir müssen hier raus Amanda. Ob tot oder lebendig. Ich will nicht das wir leiden müssen. Zwanzig Jahre haben wir überstanden. Anders als andere Zwillinge." Sagte ich leise und drehte meinen Kopf zu ihr.

"Du wirst es noch nicht schaffen. Du bist noch zu schwach Alexis." Antwortete sie.

"Dann musst du versuchen hier raus zu kommen. Ich werde hier schon irgendwie klarkommen." Sagte ich und sah sie dabei ernst an. Doch Amanda schüttelte ihren Kopf.

"Entweder wir beide oder keiner." Lächelte sie.

"Dann wahrscheinlich keiner." Flüsterte ich und sah wieder an die Decke.

Nach einiger Zeit wurden meine Augen immer schwerer und ich schlief langsam ein.

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"Alexis wach auf." Weckte mich Amanda ihre Stimme.
Verschlafen öffnete ich meine Augen und sah sie an. Sie deutete mit ihrem Kopf Richtung Tür. Ich folgte ihrer Bewegung. Im Türrahmen stand Doktor Shepherd.

"Du kannst gleich wieder gehen." Sagte ich ernst.

"Ich will dich untersuchen. Amanda meinte das dir immer wieder schwindlig ist und du leichte Schwächeanfälle hast." Erzählte er und lehnte sich an den Türrahmen.

"Wenn er mich untersucht, haust du ab. Das ist deine Chance." Murmelte ich so leise wie es ging und sah dabei weiterhin Doktor Shepherd an.

Ich nickte ihm leicht zu und er kam in den Raum rein. Er setzte sich neben mich hin und wickelte meinen Verband ab. Seine Augen trafen dabei immer wieder auf meine.

Mein Blick glitt erst zur Tür, diese stand noch einen Spalt weit offen. Dann sah ich rüber zu Amanda. Mit meinem Mund formte ich das Wort 'Los'. Da Doktor Shepherd mit meinem Kopf beschäftigt war, bekam er es nicht mit.

Amanda atmete tief durch und sah mich kurz nachdenklich an. Dann stand sie jedoch aus ihrem Bett auf und lief zur Tür. Diese machte sie auf, drehte sich aber nochmal zu mir um. Ich lächelte sie leicht an und nickte. Mein Lächeln erwiderte sie und verließ das Zimmer. Die Tür knallte zu und Doktor Shepherd löste sich schnell von mir.

"Wo ist sie hin?" Fragte er leicht panisch und wollte Amanda hinterherrennen. Ich hielt ihn aber am Arm fest und zog ihn zu mir.

"Sie müssen da noch was untersuchen." Sagte ich ernst und deutete auf meinen Kopf. Er sah zu mir und nahm meine Hände von seinem Arm.

"Du opferst dich für deine Schwester. Obwohl sie schuld ist das ihr hier seid." Sprach er verwundert.

"Jeder Mensch macht Fehler. Wenn sie die Chance zum Fliehen hat, dann helfe ich ihr dabei. Sie ist meine Schwester. Die einzige Familie die ich noch habe." Flüsterte ich und sah in seine Augen.

"Dann müsstest du verstehen, dass Mark meine einzige Familie ist. Egal wie er ist." Erzählte Doktor Shepherd.

"Doktor Shepherd, ihr Freund bringt Menschen um. Auch wenn sie es Experimente und Forschungen nennen. Und dass nur wegen irgendwelchen Mythen und Legenden. Das ganze Land ist so besessen." Sagte ich und fuchtelte dabei mit meinen Händen rum.

"Nenn mich bitte Derek." Versuchte er abzulenken.

"Das bringt mich jetzt auch nicht weiter." Sagte ich leicht aufgebracht.

"Ich habe mit Mark geredet. Jetzt liegt es an ihm."

Ich sagte nichts mehr. Derek sah mich noch kurze Zeit an. Doch dann kümmerte er sich weiter um meinen Kopf.

"So, das wa-." Er wurde von einem Schuss unterbrochen.

Meine Augen wurden immer größer. Ich sprang aus meinem Bett auf, fiel aber hin, weil mir schwindlig wurde. Bevor ich auf dem Boden aufkam, fing Derek mich auf.

"Du sollst doch langsam machen." Ermahnte er mich und setzte mich wieder aufs Bett.

"Aber Amanda." Sagte ich mit Tränen in den Augen.

"Du bist hier sicher. Ich werde nachschauen." Er ging zur Tür.

"Derek, sei vorsichtig." Sagte ich leise und sah zu ihm. Derek drehte sich zu mir und lächelte mich an, bevor er aus dem Zimmer verschwand.

Wieder war ein Schuss zu hören.

The TwinsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt