Amandas Sicht
"Jetzt müsste gleich der letzte Kontrollposten kommen." Sprach meine Schwester.
Beim zweiten Posten, kamen wir auch relativ schnell durch. Sie haben unsere Ausweise gecheckt und haben sich dann noch unser Auto angeschaut. Die Ausweise von Alexis und mir sind natürlich gefälscht. Zumindest, was unser Geburtsdatum angeht. Auf den Ausweisen steht, dass Alexis zwei Jahre vor mir geboren wurde.
Mein Blick glitt auf die Mauer, welche sich vor uns auf tat. Das Tor war schon von weitem zu sehen. 'Nur noch durch dieses Tor, dann haben wir das schwerste geschafft.' Schallte es durch meinen Kopf.
"Lasst uns erstmal von weiten schauen." Schlug Derek vor. Mark sah durch den Spiegel zu ihm nach hinten und nickte dann. Er bog schließlich auf einen Feldweg ein. Mark fuhr noch ein paar hundert Meter, bevor er dann stoppte. Wir stiegen aus und ich streckte mich erstmal. Alexis stand am Kofferraum und kramte in einer Tasche. Sie holte ein Fernglas heraus. Gemeinsam hockten wir uns hinter ein Gebüsch. Alexis sah durch das Fernglas. Sie seufzte und gab es mir. Ich sah durch und sah mir die Männer am Tor an. Ich schluckte schwer, als ich zwei davon erkannte. Unser "Vater" und einer, der uns gefangen genommen hatte.
"So ein Scheiß." Meinte Alexis aufgebracht und ging zum Auto zurück. Ich ließ das Fernglas langsam nach unten gleiten. Dabei ließ ich mich auf den Rasen fallen. Mark kam auf mich zu und hockte sich vor mir hin.
"Was ist los?" Fragte er besorgt.
"Wir kommen da nicht durch." Murmelte ich abwesend. Mark sagte nichts, sondern zog mich in seine Arme. Meinen Kopf legte ich an seine Brust.
"Wir warten, bis sie sich abwechseln. Vielleicht kommen wir dann durch. Sie wissen nicht, dass ihr noch lebt." Sprach Mark dann leise. Ich nickte nur leicht.
"Wenn uns unser Vater sieht, ist es vorbei." Flüsterte ich leise. In meinen Augen bildeten sich langsam Tränen.
"Wir schaffen das, ok?" Versuchte Mark mich aufzumuntern.
"Sie lösen sich ab." Meinte Alexis, dadurch konnte ich nichts auf Mark seine Antwort erwidern. Ich sah zu Alexis und atmete tief durch. Mark und Derek bewegten sich langsam in Richtung Auto. Ich beobachtete die zwei kurz und folgte ihnen dann. Ich setzte mich hin und schallte mich an. Das Auto setzte sich in Bewegung und wir fuhren Richtung Tor.
Je näher wir kamen, desto nervöser wurde ich. Ich versuchte mir einzureden, dass alles gut wird. Doch es half nicht wirklich.
Das Auto wurde langsamer und schlussendlich blieb es stehen. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Derek stieg aus und unterhielt sich mit einem der Männer. Meine Hände zitterten. Mark schien es zu bemerken und legte seine Hand auf meine. Ich sah zu ihm herüber und lächelte ihn leicht an.
"Leute? Sie hätten gerne eure Ausweise." Brach Derek die Stille. Wir drei nickten und gaben ihm diese. Es kam mir so vor als ob Derek sich stundenlang mit ihm unterhielt. Ich erschrak mich leicht als sie die Kofferraumklappe öffneten.
"Angeln also. Und da kommen eure Mädels freiwillig mit?" Lachte der Typ. Alexis drehte sich zu ihm und fing an mit grinsen.
"Alleine mit meinem Freund in einem Zelt. Sie wissen doch bestimmt was das heißt." Grinste sie und sah dabei kurz zu Derek.
"Wir wissen wie wir unsere Mädels rumkriegen." Antwortete Mark und legte seinen Arm um mich.
"Dann will ich euch nicht länger aufhalten. War schön sie wieder zu sehen." Meinte der Mann und schloss den Kofferraum.
Derek stieg wieder ein. Das Tor wurde geöffnet und wir fuhren weiter. Jedoch wussten wir nicht, dass hinter dem Tor, ein Lager der Kontrollposten ist.
"Ich dachte wir hätten es geschafft." Flüsterte Alexis sprachlos und sah sich um.
"Das dachte ich auch." Meinten Derek und Mark gleichzeitig.
"Scheiße." Murmelte Derek kurze Zeit später. Ich sah nach vorne und folgte seinen Blick. Ich schluckte schwer und verschwand ganz schnell wieder nach hinten.
"Zu spät. Derek fahr." Rief Alexis panisch und rüttelte leicht an seinem Arm. Ich sah aus dem Fenster. Unser Vater richtete eine Pistole auf unser Auto. Die anderen Männer schienen es verstanden zu haben und taten das gleiche.
"Duckt euch. Ich bringe uns hier raus." Meinte Derek. Wir folgten seiner Anweisung und Derek beschleunigte. Es waren viele Schüsse zu hören. Das hintere Fenster wurde zerschossen und die Scherben landeten auf mir.
"Alles ok?" Fragte Mark besorgt.
"Ja alles gut." Antwortete ich leise. Es war eine ganze Weile ruhig. Ab und zu waren noch Schüsse zu hören.
"Wir haben es geschafft." Meinte Derek erleichtert. Mark und ich setzten uns wieder richtig hin. Ich entfernte vorsichtig die Glasscherben aus meinen Haaren und von meinen Sachen.
"Alexis, wir haben es geschafft." Meinte Derek und rüttelte an ihrer Schulter. Doch meine Schwester bewegte sich nicht. Mark schien die Lage erkannt zu haben. Sofort schnallte er sich ab und zog Alexis ihren Oberkörper nach oben.
"Sie wurde erwischt." Sagte er ernst. Derek löste sofort ihren Gurt und sah mehrmals zu ihr rüber.
"Können wir nicht anhalten und nachschauen?" Fragte ich panisch.
"Das ist zu gefährlich, sie könnten immer noch hinter uns her sein." Sagte Mark. Er beugte sich über mich und machte die Lehne von Alexis ihrem Sitz nach hinten. Wir tauschten die Plätze und Mark zog Alexis etwas nach oben.
"Wo kommt das ganze Blut her?" Ich wurde immer panischer.
"Das an ihren Armen ist von der Scheibe." Meinte Mark leicht abwesend und untersuchte meine Schwester weiter.
"Wo wurde sie getroffen Mark? Wie ist ihr Puls?" Hakte Derek panisch nach.
"Es sieht nach der Schulter aus. Er ist schwach aber gleichmäßig. Amanda, kommst du an den Erste Hilfe Koffer ran?" Mark sah kurz zu mir, danach widmete er sich wieder Alexis. Ich krabbelte halb über den Sitz und kramte im Kofferraum herum. Nach einer gefühlten Ewigkeit fand ich ihn dann auch. Ich gab ihm Mark hektisch und sah wieder zu Alexis.
Sie darf jetzt nicht sterben. Nicht wo wir so kurz vor unserem Ziel stehen. Bitte Alexis, lass mich nicht alleine.
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The Twins
AdventureWie weit muss man gehen, um endlich frei sein zu können? Wie weit muss man gehen, um endlich ein normales Leben zu führen? Wie weit muss man gehen, um endlich lieben zu können?
