,,Die Tatsache dass du so große Angst hast das zu erzählen, zeigt mir dass es etwas über mich oder meine Familie ist. Über uns wird so viel Scheiße erzählt, dass es mir mittlerweile egal ist. Also erzähl schon", sagte Ethan dann und wirkte komischerweise ganz sanft.
,,Mein Vater kennt deinen Vater, das weißt du ja, oder?", fing ich an und biss nervös auf meiner Unterlippe herum. Kurz richtete Ethan seinen Blick auf meine Unterlippe, bevor er mir wieder in die Augen sah.
,,Sie waren zusammen auf der High School", erwiderte Ethan mit einem Nicken.
Sprich es einfach aus, Vic. Er wird dich schon nicht umbringen!
,,Und mein Dad hat mir erzählt, dass dein Vater seit der High School illegale Dinge am laufen hat. Bis heute."
Die Stille die darauf folgte, war ohrenbetäubend. Mein Herz klopfte schnell und ich sah Ethan an, eine Antwort abwartend.
Aber Ethan wandte nur seinen Blick ab und starrte die Wand hinter mir an und nur zu gerne wüsste ich was jetzt in seinem Kopf vorging.
,,Genau deswegen will er nicht, dass ich etwas mit euch zutun habe. Er will noch nicht mals dass ich mit euch rede", fügte ich noch leise hinzu, um die Stille zu brechen.
Ethan nickte. ,,Und woher weißt du, dass das was er sagt stimmt?", fragte er schließlich mit tiefer Stimme und sah mir endlich wieder in die Augen. In seinen Augen tobte ein Sturm aus verschiedenen grau und blau Tönen.
Auf seine Frage wusste ich nicht so richtig eine Antwort. ,,Ich vertraue meinem Dad. Und irgendwie macht das was er sagt Sinn. Also, du wolltest wissen warum ich heute Morgen so war. Die Antwort darauf: Ich weiß nicht, wie ich mich dir und Hanna gegenüber verhalten soll, wenn ich so eine Scheiße höre", gab ich schließlich leise zu.
Wieder nickte Ethan nur, bevor er sich durch die dunklen Haare fuhr. Dann zuckte er mit den Schultern und lehnte sich gegen die Küchentheke. ,,Wirst du jetzt zur Polizei gehen?", fragte er dann.
,,Oh Gott, nein!" Schnell schüttelte ich den Kopf.
Fast kam mir das ein bisschen lächerlich vor. Jeder normale Mensch würde zur Polizei gehen aber das hier ging mich nichts an und ich wollte mich nicht einmischen.
Ethan sah mich skeptisch an, woraufhin ich seufzte. ,,Bis jetzt habe ich dir immer geholfen, Ethan. Ich werde niemandem etwas erzählen, egal ob du mir jetzt sagst dass das stimmt oder nicht."
,,Okay", antwortete er nur, woraufhin ich mich entspannte. Wieder herrschte Stille und gerade als ich fieberhaft darüber nachdachte, was ich tun könnte, um die Stille zu brechen, sagte Ethan ganz leise: ,,Deswegen habe ich bei dem Essen so gezögert zu sagen dass ich die Firma von meinem Dad übernehme. Ich will was besser machen."
Ich wandte meinen Blick von der Zitrone ab, die ich gerade in Scheiben geschnitten hatte. ,,Du hast was besseres verdient."
Ethan lachte. Aber das war nicht sein schönes, tiefes Lachen. Das hier war einer der spöttischen Lachen, die Ethan mir am Anfang nur zu oft gezeigt hatte. ,,Ich verdiene genau diese Scheiße. Aber ich will das einfach nicht. Gerade weil ich weiß, was Waffen und Drogen anrichten. Nichts von beidem hat etwas positives an sich und man kann ohne diese Sachen überleben. Kein Grund für mich das Geschäft weiterzuführen."
,,Mach dich nicht schlechter als du bist", erwiderte ich nur darauf und wandte mich wieder der Zitrone zu.
Ethan erwiderte nichts darauf und begann einfach, irgendeinen Cocktail zu schütteln.
,,Die Sache mit meinem Dad ist die: wenn er erfährt dass wir Freunde sind rastet er aus", schnitt ich das nächste unangenehme Thema an.
,,Dann sprich nicht mehr mit uns", antwortete Ethan distanziert, als wäre es das einfachste der Welt. Ethan neigte genau wie ich dazu sich schnell abzukapseln und das gefiel mir gar nicht.
,,Bist du dumm?", fragte ich belustigt und erntete einen überraschten Blick von ihm.
,,Normalerweise bin ich extrem loyal gegenüber meiner Familie und tue alles, was mein Dad von mir verlangt. Aber ihr seid meine Freunde. Und die Tatsache dass er schon seit Jahren will, dass ich mit Zac zusammenkomme, zeigt mir wie falsch er manchmal liegt."
,,Er will echt dass du mit Zac zusammenkommst?", fragte Ethan und zog beide Brauen zusammen.
Ich nickte und verdrehte meine Augen.
,,Dad liebt Zac", sagte ich.
,,Wer liebt mich nicht?", meldete sich eine dunkle Stimme vom Türrahmen aus. Zac lehnte am Eingang zur Küchen und grinste halb angetrunken, halb belustigt.
,,Alle", antwortete Ethan hart.
,,Willst du erstmal einen Schluck Wasser, Zac?", fragte ich ihn und ging zum Kühlschrank.
,,Der Spaß hat gerade erst angefangen. Also komm runter, Vic. Ich habe mich im Gegensatz zu deinem süßen Ethan unter Kontrolle", spottete Zac.
Ich zuckte mit den Schultern. ,,Erstens hat Ethan sich unter Kontrolle und zweitens, wenn du meinst."
,,Und jetzt sei kein Arschloch und verpiss dich, wir sind beschäftigt", sagte Ethan zu ihm.
,,Wie du meinst, Alter." Zac prostete uns zu und ging tatsächlich zum Pool zurück.
,,Kaum zu glauben, dass ihr Freunde seid", sagte ich belustigt.
Ethan zuckte mit den Schultern und warf mir ein leichtes Lächeln zu, was meinen Körper direkt wieder kribbeln ließ.
,,Alles wieder gut?", fragte er mich dann, worauf ich sofort nickte und lächelte.
,,Alles gut."
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the great Victoria
Roman pour AdolescentsAlle kenne sie, doch niemand kennt sie richtig. Die Carrington's. Als Victoria Thompson (mehr oder weniger freiwillig) an die Privatschule Saint kommt, erwartet sie alles, aber keine Romanze mit einem reichen, arroganten Typen. Gerade weil sie dies...
