Panikattacken

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Als psychisch erkrankter Mensch -egal, mit welcher Erkrankung- hat man es schwer, mit Problemen und Katastrophen umzugehen. Ein gutes Beispiel dafür, ist unsere jetzige Zeit. Die Polizeigewalt in Amerika, meine ich damit. Der Rassismus. Der Hass gegenüber andere Religionen.

Wir haben 04:36 Uhr. Ich hatte einen wundervollen Tag gehabt, womit ich meiner Psyche und mir gut getan habe. Jedoch, sobald ich an Sachen wie z.B. Nachrichten oder Social Media komme, werde ich daran erinnert, wie scheiße die realistische Welt eigentlich ist - wenn ich das mal so ausdrücken darf.

Aufgrunddessen kann ich bis jetzt nicht schlafen. Man könnte jetzt sagen, es sei meine Schuld, dass ich die Nachrichten gesehen habe oder an meinen Social Medias war. Aber bitte, wo kann man den Themen überhaupt noch im Alltag ausweichen??

Genau, nirgendswo!

Denn auch wenn ich für einen simplen Spaziergang rausgehe, kann ich dort sowas wie die schlechte Grundstimmung der Menschen, den Rassismus oder was auch immer wahrnehmen.

Man kann sich nirgendswo davon schützen.

Und genau dieser Gedanke, macht nicht nur mir sondern auch vielen anderen psychisch erkrankten Menschen richtige Angst!! Angst, die zur extremen Panik führen kann, wie bei mir. Denn vorhin erlitt ich eine ziemliche Panikattacke, da mich die Fakten der Realität überforderten.

Ich habe Angst, zu lachen, da ich denke, die Menschen würden mich verabscheuen dafür, dass ich glücklich für einen Moment bin. So nach dem Motto:„Wie kannst du zu so einer schlimmen Zeit lachen, wenn andere Menschen gerade leiden? Schäm dich!"

Ich habe Angst rauszugehen, da ich selber aufgrund meines Äußeres -was so null „deutsch" ist- fertiggemacht werde von Menschen, die ich nicht mal kenne.
Sie sagen:„Verzieh dich aus unserem Land!! Du Drecksausländerin!"
Aber... Wohin? Ich wurde hier geboren. Das ist doch meine Heimat...

Vorhin musste ich das Licht in meinem Zimmer anmachen, da ich für einen Blitzmoment so eine extreme Panik verspürt habe, da ich dachte, man würde mich von hinten abstechen und gewaltsam umbringen. Die Panik stieg von null DIREKT auf 180 und war somit extrem beschädigend für meine Psyche.

Menschen, die psychisch erkrankt sind, brauchen sowas wie einen „Extraschutz". Auf ihnen muss genau Acht genommen werden, denn sie sind sensibler und nachdenklicher. Sie können leichter zerbrechen, als Porzellangläser.

Aber wie schützt man sich vor solchen Panikattacken und Überforderungen im Alltag? Wie kann man sich davor bewahren, durch Panikattacken wieder depressiv aufzufallen? Und wie kriege ich diesen sogenannten „Extraschutz"?

Die erste Sache, die mir gerade direkt einfiel, war die Einlieferung in eine Klinik. Die Klinik kann man sich wie ein Heilort vorstellen. Wie eine große Wiese, mit hellblauen Himmel, schönen Sonnenstrahlen, Schmetterlinge und wie eine Schutzwelt. Ein Ort, wo es keine Probleme gibt.

Denn in der Klinik wird man von der äußeren Welt komplett isoliert. Jenachdem, auf welcher Station man kommt. Aber Menschen, mit Angsterkrankungen oder die an gefährlichen Panikattacken leiden, die zu suizidalem Verhalten führen, kommen direkt auf die Intensivstation, wo sie 24/7 betreut werden. Es wird individuell ein Tagesplan geschmiedet, und man bekommt stimmungsaufheiternde und beruhigende Medikamente, wie z.B. Bioleptika.

Die Klinik ist ein wundervoller Ort! Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich dir das sage. Du wirst dort in den „Extraschutz" genommen, der dir als Bedürftiger zusteht. Man passt auf dich auf und sorgt dafür, dass du solche Panikattacken nicht kriegst. Das dauert natürlich mit dem ganzen Prozess. Jenachdem, wann du dich öffnest und mit dir arbeiten lässt, wird der Prozess auch schneller ins Kurbeln gebracht werden. Alles individuell angepasst.
Alles in deinem Tempo.
Die Ärzte passen sich dir an. :)

Wenn man aber nicht in die Klinik kann -wie ich gerade, wegen der Corona-Krise- dann sollte man sich zuhause, so gut wie möglich helfen. Das bedeutet, man nimmt seine Medikamente regelmäßig weiterhin ein. Man sucht sich Sachen, die einen beruhigen können und greift direkt danach. Man sucht sich seine Kraftquellen, an die man denkt. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat seine eigene Lösungen. Deine findest du auch.

Mein Leben mit PTBSWo Geschichten leben. Entdecke jetzt