The End

119 16 1
                                    

40.Kapitel

„Hallo ...Bist du...Luana?" drang eine sanfte Frauenstimme an mein Ohr. Ich löst mich aus Chris' Umarmung und blickte hoch. Meine...Eltern standen vor mir! Zuerst wusste ich nicht wie ich mich verhalten sollte, doch dann fiel ich ihnen einfach in die Arme. Es war, als kannte ich sie schon mein Leben lang. Weitere Freudentränen tropften auf den Boden. Ich weiß nicht mehr wie lange wir so dastanden, aber es muss eine halbe Ewigkeit so gewesen sein. „Ähm...darf ich euch...Chris vorstellen...Er hat mir geholfen... Und...ähm...er ist mein Freund" So hatte ich es noch nie ausgesprochen, aber Chris' typisches Grinsen verriet dass er es super fand, dass ich uns als Paar bezeichnete.

„Wir müssen dir auch jemanden vorstellen... das ist dein Cousin Cole..."

hinter ihnen erschien Cole und zwinkerte mir zu. „Auch so geschockt?" schmunzelte er belustigt. Mein Mund stand weit offen, und ich sagte erst mal gar nichts.

„ Dein Vater...ist ein Traumelf. Ich habe genau wie Luisa damals den Eingang nach Somniorbis gefunden, und na ja, ich war hin und weg von ihm" antworte meine Mutter auf die Frage die mir im Mund lag. Sie lächelte meinen Vater verliebt an.

„ Obwohl deine Großmutter mit aller Kraft verhindern wollte dass ich Somniorbis fand, habe ich es doch geschafft. Du musst wissen, sie war nie hier. Sie weiß nur dass es existiert, denn sie hat ja hier ihre Schwester verloren. Im geheimen Garten fand sie schließlich nur die Spieluhr und das Tagebuch. Sie wollte aber nicht wegziehen, denn sie liebt dieses Haus. Schon ihre Eltern lebten als Kind dort. So wollte sie verhindern dass ich den Garten fand. Ich habe es geschafft...und du auch"

Das erklärte wieso sie immer so ausgerastet war, wenn ich das Haus nach Geheimgängen abgesucht hatte.

„Wir waren überglücklich als du geboren wurdest. Ich lebte hier und in der Welt der Menschen. Du weißt, die Zeit vergeht hier anders. Eines Tages hatte ich dich zu meiner Mutter gebracht, sie wollte Zeit mit ihrer Enkelin verbringen...

Genau an diesem Tag kam Yema an Macht...sie erschuf die Dunkelheit, und sie nahm uns gefangen...wir wurden zu Glasfiguren und Energiebatterien.

Jeden Tag dachte ich nur an dich. Doch in letzter Zeit ist mir klar geworden, dass die Dunkelheit immer stärker wurde...und wir waren nicht mehr in der Lage zu denken..." Eine Träne kullerte ihre Wange runter.

„Als ich dich sah war mir sofort klar, dass du unsere Tochter sein musstest" fügte mein Vater hinzu.

Auch seine Augen wurden feucht.

Cole räusperte sich. „Lu, du bist meine beste Freundin...das hier ist meine feste Freundin, Chlea" er schob eine kleine, dem äußeren nach 16-jährige Traumelfe mit schulterlangen braunen Haaren und dunkelgrünen Augen vor sich. Sie lächelte ein strahlend weißes Lächeln und war mir sofort sympathisch.

Ich habe Cole geliebt, aber es war immer schon mehr eine brüderliche Liebe gewesen...nur war mir das nie klar gewesen.

„Ihr kennt euch?" fragte mein Vater mit hochgezogener Augenbraue. „Ja...er hat mir auch geholfen"

Mitlerweile waren auch Chris' Eltern zu uns gekommen. Chris wollte uns gerade bekannt machen, als von der Decke Steinchen bröckelten. Der Kristallpalast stürzte ein! Immer größere Brocken fielen auf den Boden. Wir mussten hier raus! Sofort! Jetzt! Auf der Stelle! Oder wir würden unter den Trümmern begraben werden.

Aber was war mit Luisa? Ich musste sie auch irgendwie aus dem Garten schaffen! Denn wenn es den Palast nicht mehr gäbe, wären wahrscheinlich auch die Portale verschwunden, und sie würde für den Rest ihres Lebens im Garten gefangen bleiben! „Geht schon mal vor!" schrie ich über den Lärm hinweg und meine Eltern, Chris und seine Eltern, Cole, Chlea und zwei weitere Traumelfen die vermutlich Coles Eltern waren schlossen sich der fliehenden Menschenmasse an. Ich hoffte dass sie es schaffen würden!

Gegen den Strom spurtete ich zum Portal.

Im Garten lag Luisa immer noch bewusstlos auf dem Boden. Ich schnappte mir die Spieluhr und rüttelte an Luisas bewusstlosen Körper.

Nichts.

Ihre Augen blieben geschlossen, ihr Körper blieb schlaff liegen.

Ich konnte sie keinesfalls tragen, sie war viel größer als ich.

Mein Blick fiel auf das Zepter. Vielleicht konnte es sie ja...aufwecken...

Ich rannte an die Stelle, an der es lag und betete bei jedem Schritt dass es klappen würde.  

Mit zitternden Händen richtete ich die Spitze auf Luisa. Ein bunter Nebel bildete sich  und umhüllte den Körper meiner Großtante, die kaum älter aussah wie ich selbst.

Sofort schlug sie die Augen auf, und sah mich erst einmal verwirrt an. Dann wurde ihr klar, was los war. „Wir brauchen den Spiegel, sonst kommen wir nicht heim!" Ihre Stimme war voll von Panik. „Wo ist er?" ich heulte fast, als ich sie fragte.

Sie deutete nur auf den Pavillon und stand wacklig auf. Ich rannte außer Puste hin, und wirklich, auf dem Boden lag ein runder Handspiegel mit etwa 50 Centimeter Durchmesser.  Ich schnappte ihn mir und spurtete zurück zu Luisa.

Als wir wieder in der Glashalle waren konnte man darin kaum noch einen Raum erkennen. riesige Trümmer lagen auf dem Boden. Und mitten in ihnen stand...Chris!

Wir erreichten den Ausgang keine Sekunde zu früh. Als ich ins Licht trat, konnte man von der Dunkelheit nichts mehr erkennen- alles strahlte und wirkte fröhlich. Wir hatten die Dunkelheit endlich besiegt!

„Chris...wo sind die Tanti?" irgendwohin mussten sie doch verschwunden sein.

„Immer noch da...sie sind jetzt gut und nicht mehr hypnotisiert, diejenigen die gezwungen wurden müssen jetzt auch nicht mehr böse sein...Wir gehen jetzt zurück zu unseren Häusern...Danke Lu! Du hast uns gerettet! Mein kleines Dödelchen!"

Überall schwirrten gesunde Traumenergie und Traumblasen umher. Die Natur erwachte wieder zum Leben und alles schien einfach perfekt!

Seit die Dunkelheit weg war fühlte ich mich wesentlich gesünder...ich hatte mich schon an den Zustand gewöhnt und es war einfach ein wahnsinnig befreiendes Gefühl. Meine Energien waren vereint, doch sie waren nicht mehr verseucht.

Chris und ich versanken in einer tiefen Umarmung, ich schloss die Augen und genoss den Moment, der ewig schien...



never-never land -die Welt der Träume-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt