17.Kapitel
Mein Traum diese Nacht war noch verschwommener, als die Nacht zuvor. Ich konnte mich nur noch an Bruchstücke erinnern, und die waren seeeeehr verschwommen und verzerrt. Als ich aufwachte, fragten mich die Jungs, wie ich geschlafen hatte, und ich erzählte ihnen, wie unklar mein Traum war. Daraufhin brachen beide in Panik aus, räumten meine blaue Wolldecke ein, standen auf, und liefen los. Ich war noch kaum wach, und versuchte, ihnen zu folgen. „HEEEY, wartet doch mal!“ rief ich empört. Sie blieben stehen, und schauten hinter zu mir. „Wir müssen uns beeilen, Lu!“ Die blanke Panik stand Chris ins Gesicht geschrieben. „Macht doch nicht so ´ne Aufregung deshalb. Ich komm ja schon…“ gab ich zurück. Das Lauftempo hatte sich in den letzten Tagen zunehmend gesteigert. Wir liefen bestimmt doppelt so schnell wie am Anfang. Ich holte zu Cole und Chris auf, und passte mich ihrer Geschwindigkeit an. Sie redeten kaum noch, und hatten angespannte Gesichter. Ich hasste die Dunkelheit! Ich hasste das Zentrum der Dunkelheit! Ich hasste die Tanti! Ich hasste Chris, weil er so eine Hektik verbreitete, seine grünen Augen hart und leer wirkten, und ich heute noch nicht sein Chris-Grinsen gesehen hatte. Okay, ich hasste ihn natürlich nicht, ich liebte ihn!!! Ach wie schön, das in Gedanken auszusprechen! Mein Körper verwandelte sich wieder in einen Rummelplatz, die Ameisen waren wieder da, und hatten sich auf meinem ganzen Körper verteilt!
Meine schlechte Laune war wie weggeblasen, und ich summte fröhlich vor mir her. „Lu, diese Situation ist nicht gerade glücklich, oder schön“ meinte Cole, und sein Eisblauer Blick brannte auf meiner Haut. Trotzdem lächelte er, verführerisch und mysteriös. „Aber es ist ja schön, wenn wenigstens einer glücklich ist“ fuhr er fort. Chris sagte gar nichts, und blickte einfach stur gerade aus, während er im Laufschritt weitereilte. Ich packte seine warme Hand, die perfekt in meine passte. Eine neue Ladung Ameisen hatte sich zusätzlich zu den schon auf meinem Körper verteilten an meine Hand gesellt. „Warte doch mal, was ist denn los mit dir???“ fragte ich ihn. „…Nichts…“ erwiderte er. „Ganz so sieht es aber nicht aus“ gab ich zurück. Ich wollte noch nicht locker lassen. Er war abwesend und nicht wirklich bei der Sache. Ich tat das einzige, was mir einfiel. Ich stellte mich vor ihn, so dass er nicht mehr weiter laufen konnte, und küsste ihn. Zuerst machte Chris nichts, dann erwiderte er meinen Kuss.
„Hey, Leute, kommt, wir müssen uns beeilen! Ihr könnt nicht einfach so auf dem Weg rumknutschen“ Cole klang verärgert. „Ich glaub nicht, dass jemand kommen könnte, außer irgendein komisches Monster“ maulte ich fast. Wir waren die einzigen Lebewesen in dieser trostlosen, toten, düsteren Landschaft. Die Bäume im Wald neben dem Weg lebten schon lange nicht mehr, es waren die übrigen Reste von einem einst schönen Wald, der durch die negative Energie nach und nach starb.
„Wir müssen uns trotzdem beeilen!“ sagte Cole ziemlich angespannt. Ich seufzte, und wir setzten unseren Marsch fort. Chris hielt meine Hand fest, und schaute mich mit seinen unbeschreiblich schönen Augen an. Sie waren wieder wunderschön grün, und wie ein Sommergrüner Wald. Sie glänzten wieder. Auch sein Gesicht wirkte deutlich entspannter, ganz im Gegensatz zu Coles. „Es tut mir leid, dass ich vorher so schlecht drauf war…“ murmelte Chris. Ich schenkte ihm ein lächeln, und meinte „Ach, halb so wild, kann doch jedem mal passieren!“ Chris lächelte auch, aber sein Grinsen vermisste ich immer noch. Ich lief in der Mitte, zwischen Chris und Cole. Ich wandte meinen Kopf zu Cole, der stur gerade aus blickte, Sorge lag in seinen Husky- Augen. Ein eisiger Wind wehte über uns hinweg, und mir wurden zunehmend kälter. Ich fing an zu zittern. Mittlerweile tobte ein Schneesturm um uns herum, die Landschaft war mit spitzen Eiskristallen übersät. Es lag kein Schnee, sondern alles war mit einer Schicht aus Eissplittern bedeckt. Hier und da ragten spitze, große Eisrocken aus der Eiswüste. „Geht´s?“ fragte Chris. Auch er schien zu frieren. Seine Lippen waren blau angelaufen, und seine Haarspitzen waren vereist. Ich nickte, denn ich wusste dass wir uns beeilen mussten, und uns keine Pausen erlauben konnten. Cole schritt stark gegen den Wind voran, auch seine pechschwarzen Haare waren an den Spitzen mit einer Eisschicht überzogen, doch er schien nicht zu frieren, und schien die Kälte gewohnt zu sein. Ich klapperte mit den Zähnen und schlang die Arme um mich, um mich zu wärmen. „Cole, lass uns eine Pause machen, Lu erfriert sonst! Es ist ohnehin schon spät, und Luana braucht ihren Schlaf!“ forderte Chris Cole auf. Dieser schüttelte nur den Kopf. Ich kämpfte mich weiter gegen den Sturm voran, der Wind wehte gegen uns, und erleichterte die Sache nicht gerade. Mein Gesicht brannte, und meine Finger fühlten sich an, als würden sie gleich absterben. „Schau sie dir doch mal an! Ihre Lippen sind schon ganz blau, nicht nur ihre Haare, auch ihre Wimpern und Augenbrauen sind vereist!“ rief Chris Cole zu. Der Wind heulte ungeheuer laut, und wir mussten schreien, um uns zu verstehen. Ich fasste an meine Wimpern. Tatsächlich! Sie waren von einer Eisschicht umgeben. „Ich hab´ eine Idee!“ schrie Chris in meine Richtung, öffnete seinen Rucksack und holte die blaue Wolldecke hervor. Er legte sie mir um die Schultern, und wir kämpften uns weiter voran. Die Decke half nicht viel, aber wenigstens etwas. Ich weiß nicht mehr, wie weit wir noch kamen, aber irgendwann stiegen mir Tränen in die Augen. Mein ganzer Körper brannte, und fror gleichzeitig. Meine Kleidung war nicht gerade geeignet für dieses Wetter: Mein hellgrünes, luftiges, flatterndes Kleid wärmte mich nicht wirklich, und die Riemchensandalen aus Leder die ich trug waren auch nicht für eine Nordpolexpedition geeignet- oder für die Dunkelheit um das Zentrum der Dunkelheit herum. Irgendwann gaben meine Füße nach, ich knickte mehrmals um, und fühlte mich wie ein Spielball des Windes. Meine Haare flatterten mir um die Ohren, und die Sicht war so schlecht, dass man nur circa 20 Centimeter weit sehen konnte. Meine Füße brannten, und ich sackte erneut zusammen. Doch Cole trieb uns weiter voran. Erschien immer noch nicht zu frieren, während Chris mittlerweile auch ziemlich mitgenommen aussah. „Bitte! Bitte lass uns doch jetzt schlafen! Ich kann nicht mehr!“ schrie ich zu Cole. „Sie erfriert noch!“ schrie auch Chris. Er war auf meiner Seite. „Wenn sie schläft, erfriert sie auch! Sie muss sich bewegen, um warm zu bleiben!“ Warm?! Ich war ein Eisblock! „Wenn sie nicht schläft, verkümmert ihre Lebensenergie ganz! Dann ist sie auch tot!“ schrie Chris. Und damit hatte er Cole! Er suchte uns einen etwas windgeschützten Platz (einen manns-großen und -breiten Felsbrocken) und setzte sich hin. Ich sollte mich zwischen Cole und Chris legen, damit sie mich wärmen konnten. Ich deckte mich zu, so gut es ging, und schloss die Augen. Ich war zwischen den beiden eingequetscht, und lag nicht sonderlich bequem, aber es war wenigsten ein wenig wärmer. Ich atmete tief durch und roch…Minze mit einem Hauch Zitrone. Ich öffnete meine Augen, um zu sehen, woher dieser schöne Geruch kam, und erblickte: Cole. Ich schnupperte noch mal. Eindeutig Minze.
Hmmmm… wonach wohl Chris roch? Ich drehte mich um, und holte tief Luft. Vanille-Erdbeer. Beide schauten in die ferne. Ich zog noch mal laut hörbar die Luft ein. Chris schaute mich fragend an. Ich wurde knallrot. „Ihr…Ihr riecht so gut…“ stotterte ich. Chris grinste. Sein Grinsen. Endlich!!! Jetzt schaute auch Cole zu mir herunter. Er lächelte. „Traumelfen haben wirklich einen intensiven Geruch“ antwortete er. „Er stimmt mit der Persönlichkeit und dem Charakter des Traumelfs überein.“ Aha. Chris Charakter roch also nach Vanille-Erdbeer und Coles nach MInz-Zitrone. Ich legte mich auf den Rücken, und atmete noch mal tief ein. Mit Vanille-Erdbeeren-Minz-Zitronen-duft in der Nase schlief ich ein.
So, zwei Kapiel für heute! Wie findet ihr eigentlich die Länge meiner Kapitel? Ich weiß, ich hab´ ziemlich kurze, aber auch ein paar längere. Was findet ihr besser? Schreibt´s mir in die Kommis!
Und noch was: wie findet ihr meine Geschichte allgemein? Aber: bitte ehrlich sein! Biiiittte bewerten!!!! Ich freue mich über jede Kritik und jedes Feedback, egal, ob positiv oder negativ!!!
Wann das nächste Kapitel kommt kann ich leider noch nicht sagen! Ich bemühe mich aber schnelle Updates zu machen!
Was wichtiges: Wie findet ihr meinen Prolog? ( bitte bitte bitte ehrlich sein!) Ich habe nämlich mehr als doppelt so viele reads vom Prolog als vom ersten und den folgenden Kapiteln. Ich meine, wenn man eine Geschichte anfängt zu lesen, und den Prolog schon mal abartig sch**** findet, dann liest man ja für gewöhnlich nicht weiter. Wenn mein Prolog grottenschlecht ist, dann bitte ich euch, mir das in die Kommis zu schreiben! Also: bitte bitte bitte bewertet meinen Prolog! Ich weiß, ihr habt bestimmt besseres zu tun, aber ich wäre euch unendlich dankbar, wenn ihr mir eure ehrliche Meinung schriebt!!! Viiiieeelen Dank!!!
P.S: Ich freue mich über jedes kommentar, jedes Sternchen und jeden read!!! DANKE!!!
Eure dreaming_fairy

DU LIEST GERADE
never-never land -die Welt der Träume-
FantasíaDie 15-jährige Luana entdeckt in einem geheimen Garten den Eingang zu Somniorbis, der Welt der Träume. Dort findet sie heraus, dass diese Welt, und somit auch die komplette Menschheit zerstört werden soll. Luana ist die einzige, die das noch verhind...