15. Kapitel
Wir standen auf und machten uns wieder auf den Weg zum Zentrum der Dunkelheit. Ich konnte es immer noch nicht glauben. Gerade eben wollte ich Chris noch umbringen, dann rettete ich ihn vor einem Monster, und jetzt gestand er mir seine Liebe. Wie wunderschön!!! Mein Herz zeigte immer noch keine Anstallten sich zu beruhigen und führte immer noch akrobatische Übungen in meinem Brustraum auf. Mein Magen schloss sich ebenfalls an, und zeigte, wie füllbar er mit Schmetterlingen war. Wäre die Zirkusvorführung von meinem Magen und Herz nicht schon genug, musste auch noch mein Kopf beschließen, sich in ein Karussell zu verwandeln. Mein ganzer Körper glich einem Rummel. Chris ergriff meine Hand, und grinste sein Grinsen. Meine Hand begann wie verrückt zu kribbeln. Okay, auf meinem Rummelplatz gab es anscheinend auch Ameisen. Mit geröteten Wangen liefen wir weiter und weiter durch die Dunkelheit. Ich hatte kaum noch Angst, was vermutlich daran lag, dass Chris meine Hand hielt. Nach zwei Stunden setzten wir uns hin, er machte aber nicht wie üblich ein Lagerfeuer. Ich fröstelte. „Wieso zündest du kein Feuer an?“ fragte ich mit bibbernder Stimme. „Wir kommen dem Zentrum immer näher. Und mittlerweile wissen sie, dass wir hier sind, und dass du da bist. Sie wollen natürlich verhindern, dass wir ihre Pläne durchkreuzen. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie längst nach uns suchen lassen. Wir dürfen keinerlei Aufmerksamkeit auf uns ziehen!“ oh. Super. Aber ich musste schon sagen, dass war wirklich kein tolles Versteck, wo wir hier waren. Auf einem Steinfeld unter einem verdorrten, toten Baum. Wow. „Lu, sag´ mal, wie hast du dieses Monster eigentlich besiegen können? Meine positive Energie konnte bei ihm überhaupt nichts ausrichten!“ „ ich hab´ eigentlich gar nichts gemacht… Die Spieluhr hat einfach zu leuchten begonnen, und dann war es weg…“ Chris schaute etwas verwirrt drein. „Welche Spieluhr? Darf ich sie mir mal ansehen?“
„Klar“ antwortete ich, und reichte ihm die Spieluhr. „mit ihr konnte ich auch nach Somniorbis kommen“ Er betrachtete sie genauer, und drehte sie. „Das würde auch die Aufschrift „Schlüssel zum Tor“ erklären. Aber was „Luisa“ bedeuten soll kann ich mir nicht erklären.“ Er runzelte die Stirn. „ Ich hab´ herausgefunden, dass die Schwester meiner Oma Luisa hieß. Sie hatte diese Spieluhr auch schon. Damals spielte sie noch eine andere Musik, und auch die Figur sah anders aus.“ Sein Gesicht wurde noch ratloser. „Vielleicht hat Luisa die Spieluhr beschriftet, aber dass die Spieluhr sich so verändert hat verstehe ich nicht.“ Während er die Spieluhr genauer betrachtete, sog ich das alte Tagebuch aus meiner Tasche. Ich blätterte durch das Buch und blieb an einer Seite hängen, auf der ein Bild der Spieluhr in ihrem jetzigen Zustand gemalt war.
Liebes Tagebuch,
Je länger ich hier bin, desto stärker verändert sich meine Spieluhr. Auch ihre Musik wird anders. Zuerst wurde das Tutu der Tänzerin von türkis eher grünstichig, jetzt ist es komplett grün! Auch ihre braunen Haare, die in einem Dutt waren bekamen zuerst nur einen Rotstich, doch irgendwann waren sie komplett rot! Mittlerweile hänge sind die Haare offen und lockig, und nicht in diesem Dutt! Hätte ich nicht früher einmal ihr Aussehen beschrieben, wäre ich mir nicht sicher, ob ich mich täusche. Auch Lisa kann sich das alles nicht erklären. Na ja, ist ja auch egal. Wir machen eine Reise durch Somniorbis und haben das Zentrum des Lichts verlassen. Auch in der restlichen Welt von Somniorbis ist es atemberaubend schön!
Also das war wirklich komisch, denn außerhalb des Zentrums des Lichts wurde es nicht wirklich schön… Ich fand es in der Dunkelheit einfach nur scheußlich! Ich steckte das Tagebuch wieder ein, und gähnte. „Jetzt aber ab ins Bett!“ Chris holte die blaue Wolldecke, und deckte mich zu. Ich schloss die Augen, konnte aber nicht sofort einschlafen. Nach kurzer Zeit hörte ich Chris weggehen. Wo wollte er nur hin? Ich drehte mich in die Richtung, in die Chris verschwunden war, und öffnete ein Auge. Chris schlich etwas geduckt in Richtung eines großen Felsens. Dann konnte ich ihn nicht mehr sehen. Ich setzte mich auf, und schlich hinterher. Ich achtete peinlich genau darauf, nicht bemerkt zu werden. In der völligen Dunkelheit schlich ich kurz hinter Chris her. Ich kam zu einem großen Felsbrocken der auf einem Geröllfeld lag, wo ich Chris schließlich entdeckte. Ich stand auf der anderen Seite des Felsens als er. Ich hörte seine Stimme und noch eine andere, doch ich konnte nicht hören, worüber sie sprachen. Dann hörte ich Schritte. Chris kam zurück! Ich wusste nicht, wieso, aber ich wollte auf keinen Fall, dass Chris bemerkte, dass ich ihm nachspionierte. Vielleicht weil es eine Art Vertrauensbruch war? Leise aber zügig schlich ich zurück zu unserem Nachtplatz. Ich blickte zurück. Chris war nicht hinter mir, er war wohl doch nicht zurückgekommen. Trotzdem traute ich mich nicht noch einmal zurückzugehen. Die Gefahr entdeckt zu werden schien zu groß zu sein. Doch ich wollte unbedingt wissen, wohin er immer ging. Die Neugier brannte wahrlich in mir!!! Aber dann überrollte mich die Müdigkeit, ich schloss die Augen und schlief wenig später ein. Ich träumte den Blumenwiesentraum mit Chris, aber dieses Mal kam es zum Kuss zwischen uns beiden. Mit einem Lächeln im Gesicht wachte ich auf. Chris saß neben mir, und grinste mich an. „Guten Morgen, Dödelchen!“ Ich grinste auch. „Das war wirklich ein sehr schöner Traum, muss ich sagen!“ Er grinste immer noch sein Chris-Grinsen. „Hey! Du sollst nicht in meinen Träumen rumspionieren!“ sagte ich gespielt empört. Chris sah so aus wie ein kleines Kind, das man beim Kekse klauen erwischt hat. Dann grinste er aber wieder, und dieses Mal musste ich mitgrinsen. „Sag mal, wo warst du gestern Nacht?“ Chris sah betreten zu Boden. „Ich musste…was…erledigen“ stotterte er. „So wie die letzte Nacht auch? Und wahrscheinlich die Nächte davor auch?“ ich war etwas wütend. Was hatte er nur zu verbergen? „Ja. Genau.“ Antwortete er trocken. „Ach komm, Lu! Wir streiten uns jetzt nicht, Okay?“ Dann lächelte er wieder sein Lächeln. Ich konnte ihm einfach nicht bösen sein. Wegen diesem Lächeln verwandelte sich mein Körper wieder in einen Rummelplatz – diesmal ohne Ameisen – „Okay“ antwortete ich. „Wir müssen weiter!“ Chris stand auf, und reichte mir die Hand zur Hilfe. Ich ergriff sie und stand auf. Wir liefen nebeneinander her, und hielten Händchen. Auf dem Rummelplatz waren doch wieder Ameisen aufgetaucht.
Hinter uns hörte ich Schritte. Doch jedes Mal wenn ich mich umdrehte, sah ich rein gar nichts. Trotzdem hatte ich das Gefühl, verfolgt zu werden. Wir redeten über alles Mögliche. Ich erzählte ihm von meinen Eltern, meiner Schule, meiner Entdeckung von Somniorbis. Er erzählte vom Leben in Somniorbis. Es gab auch hier Schule, aber sie dauerte viel länger wie bei uns, denn zuerst erhielten alle die Bildung eines Gymnasiums von der Welt der Menschen, dann folgten aber noch 5 Jahre Talentbildung. Das bedeutet, dass die Schüler alle Gaben der Traumelfen probieren, und so ihr Talent und ihre Bestimmung finden. Er erzählte von seinen Eltern, seinen Freunden und so weiter. Ich hörte immer wieder Schritte, aber ich konnte einfach nichts und niemanden entdecken. Der Tag verlief problemlos, bis mir schwarz vor Augen wurde. Zuerst war mir nur schwindelig, doch dann kippte ich einfach um. Ich wachte wieder auf, und sah Chris´ besorgtes Gesicht über mir. „Alles okay, Lu?“ fragte er. „klar“ antwortete ich. „Das kommt von der Dunkelheit. Sie schwächt dich ziemlich stark. Deine Energie ist sehr leicht zu beeinflussen.“ Er reichte mir die Hand, ich ergriff sie, und stand auf. Aber wenig später suchten wir schon wieder einen Platz für die Nacht.
Doch dieses Mal würde ich herausfinden, was Chris so trieb. Ich tat so, als würde ich schon schlafen, und schon hörte ich Chris weggehen. Ich wartete kurz, und folgte ihm. Er lief auf einen Wald zu. Die Bäume sahen abartig gruselig aus. Trotzdem lief ich durch den Wald. Ich stand hinter einem dicken Baum, und entdeckte Chris mit einem anderen Jungen mit schwarzen Haaren und eisblauen Augen auf einer Lichtung stehen. „ Die Dunkelheit breitet sich immer weiter aus, bald fangen die ersten Menschen an zu sterben. Ihre Traumenergie ist bald vollkommen zerstört. Ihr müsst euch beeilen, das Menschenmädchen hält es nicht mehr lange aus!“ sagte der schwarzhaarige mit einer tiefen Stimme. „Ja, heute ist sie in Ohnmacht gefallen.“ Antwortete Chris. Seine Stimme klang besorgt. „Siehst du! Ich gebe euch die Uniformen. Damit könnt ihr unbemerkt in den dunklen Palast eindringen. Ihr müsst aber bald kommen, die Dunkelheit breitet sich immer mehr aus. Bald hat sie sogar das Zentrum des Lichts erreicht.“ - „Wir beeilen uns. Morgen, selbe Zeit?“ - „Ja. Ich werde wieder im Wald auf dich warten“ Chris nickte, und drehte sich um, um zu gehen.
Und sah mir direkt ins Gesicht. „Lu, was machst du hier?“ er sah etwas geschockt aus. „ Ich wollte wissen, wohin du die ganze Zeit verschwindest. Also bin ich dir gefolgt. Wer ist das?“ Der letzte Satz klang etwas wütend. Chris und der andere Typ seufzten gleichzeitig. „ Das ist Cole. Er ist einer meiner Freunde“ stellte Chris den anderen genau vor. Er trat etwas näher heran, sodass ich seine schwarze Uniform, die Aussah wie die eines Generals, erkennen konnte. „Von ihm hast du mir gar nicht erzählt!“ stieß ich empört hervor. „Es wäre zu gefährlich gewesen, wenn du von ihm gewusst hättest. Ich wollte nicht, dass dir etwas geschieht! Er ist aus… dem Zentrum der Dunkelheit“ ich betrachtete Cole genauer. „ Ich bin aber nicht von den Tanti. Ich bin ein Informant. Ein Spion“ Stellte Cole sich nun selber vor. „ Und wieso sollte ich ihn nicht kennen lernen?“ fragte ich, und sah abwechselnd von Cole zu Chris. „Weil…“ begann Chris, „ Ich vertraue Cole. Sonst würde ich ihn ja nicht in unsere Mission miteinbeziehen… aber ich wollte einfach kein Risiko eingehen.“ – „na ja, dafür ist es jetzt auch schon zu spät.“ Ich trat zu Cole hin, reichte ihm die Hand und sagte „Hi, ich bin Lu. Damit du mich nicht mehr das Menschenmädchen zu mir sagen musst.“ Er lächelte leicht. „ Cole“ gab er zurück. „So, jetzt will ich aber wirklich schlafen“ sagte ich, drehte mich um und lief schnurstracks in Richtung unseres Nachtlagers. Die beiden anderen folgten mir.
Ich widme dieses Kapitel der toffe-queen, weil sie einfach die beste ist! Übrigens: ohne sie hätte ich meine story nie auf Wattpad gestellt, und es nie hinbekommen ein Titelbild zu erstellen. Danke!!! <3
Schaut doch mal bei ihrer story Su´s fairytale rein! Die ist einfach der HAMMER!!! Kann ich nur weiterempfehlen!
ach ja, noch was: Ich hab die Kapitelüberschrift im Nachhinein noch geändert, also wundert euch nicht,wenn ihr das Kapitel schon gelesen habt, als es noch "der Informant" hieß. Die jetzige Überschrift fand ich im Nachhinein doch passender!
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never-never land -die Welt der Träume-
FantastikDie 15-jährige Luana entdeckt in einem geheimen Garten den Eingang zu Somniorbis, der Welt der Träume. Dort findet sie heraus, dass diese Welt, und somit auch die komplette Menschheit zerstört werden soll. Luana ist die einzige, die das noch verhind...