-Chapter 4-

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-Samu-

Ich verließ mein Zimmer und hörte,wie sie anfing zu schreien.

Ihren Namen wusste ich noch nicht und ich glaube,ich wollte diesen auch gar nicht wissen.

Ich gab ihnen nie Namen,das würde alles nur Gefühle geben,die hier nicht hinpassten.

Nach solchen Sachen war ich körperlich und emotional ausgehölt und empfand leise Gewissensbisse,die ich stets nur mit etwas Mühe unterdrücken konnte.

Der Grund,warum Vampire so was taten war ganz einfach und wenn man länger darüber nachdachte auch irgendwie verständlich.

Wir wollten nie solche Monster werden.

Uns hat es einfach erwischt.

Mich 1879.

Ein dunkler Abend.

Und wenn es dunkel wird,kannst du nur eines tun:Lauf um dein Leben.

Aber das tat ich nicht,wie sie.

Sie blieb stehen,nahm ihren Hund nicht rechtzeitig an die Leine.

Ich hatte Familie.

Eine tolle Frau,die mich ehrlich gesagt ein bisschen an meine Geisel erinnerte,und zwei wundervolle Kinder.

Nach ein paar hundert Jahren,kochte man zu milchigen Staub ein,wie das Wasser in einem Teekessel,der vergessen auf dem Herd gestanden hat.

Um mich zu verstehen,brauchte man nur noch herauszufinden,woraus dieser Staub bestand-was von ihm übrig war,wenn der Rest meines Lebens,vergangen und zukünftig,verdunstet war.

Meistens war es etwas Einfaches:Zorn,Trauer,Scham oder schlicht das Bedürfnis nach Vergebung.

Ein paar wenige wollten überhaupt nichts;geblieben war von ihnen nichts als eine dumpfe,animalische Wut auf die Welt und alle ihre Systeme.

Ich lief gerade an einem Zimmer vorbei und hörte,wie eine Frau anfing zu schreien.

Dann ertönte Riku's Stimme und plötzlich ist es wie ein Schreiwettbewerb,eine gottverdammte Kreisch-Olympiade.

Ich musste leise lachen.

Sie sollen unsere Schmerzen spüren.

-Jessica-

Ich schrie mir die Seele aus dem Leib.

In diesem Irrenhaus wurde ich verrückt.

Irgendwann mitten in der Nacht wachte ich auf.

Er lag neben mir und schien auch zu schlafen.

Mich überkam es einfach.

Ich schnappte mir ein Kissen und presste es auf sein Gesicht.

Er wand sich unter mir und plötzlich flog ich durch den Raum.

Er schmiss mich gegen die Wand,an der ich abprallte und auf den Boden fiel.

Sofort stand er vor mir.

Vampire können sich in einer Schnelligkeit bewegen,die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann.

Er atmete schnell,sein Brustkorb ging stetig auf und ab.

Ich lachte und fing an zu husten.

,,Warum habt ihr das getan?",fragte er.

Vorsichtig stand ich auf,stützte mich an der Wand.

,,Ich wollte dich umbringen",sagte ich und hielt meine Brust.

Nun lachte er.

,,Ihr müsst wissen...Vampire müssen nicht unbedingt atmen.Wir täuschen dies vor,wie das Essen und Trinken,um von anderen nicht gleich als Vampire erkannt zu werden"

Er trat näher zu mir und ich musste schlucken.

Ich glaube,er spührte meine Angst.

Vampire sollen ja übernatürliche Wahrnehmungen haben.

Seine Lippen hingen über meinem Hals.

,,Wenn ich Euch beiße...müsst ihr nicht an der Jagt teilnehmen...was sagt ihr?"

,,Nein",antwortete ich,leise aber verständlich.

R U NWo Geschichten leben. Entdecke jetzt