Ich fuhr herum,meine Eckzähne wurden noch länger.
Samu stand ein paar Meter hinter mir.
Er trug eine dunkle Jeans und ein Shirt,das er wahrscheinlich unter dem Mantel getragen hatte.
Mein Blick wanderte unwillkürlich über seine breiten Schultern und die muskulöse Brust.
Hier geht es nicht um seine Schultern oder seine Brust,ermahnte ich mich selbst und richtete meinen Blick schnell wieder auf sein Gesicht.
Seine Eckzähne waren nicht verlängert und trotz der bedrohlichen Situation behielten seine Augen das Blau.
Ich verzweifelte kurz.
Warum waren sie dann vor wenigen Minuten noch rot?
Wollte er mich schon wieder hinter's Licht führen?
,,Osmo wird kommen und dich in Stücke reißen!",blaffte ich ihn an.
Er zog eine Augenbraue hoch.
,,Ach,meinst du?"
Seine überhebliche Art brachte das Fass zum Überlaufen.
Ich schoss nach vorn und verpasste seinem muskulösen Oberkörper einen ordentlichen Stoß.
Er viel nach hinten und landete auf seinem Hinterteil.
Geschockt sah er mich an.
Ich legte zufrieden den Kopf schief.
,,Ja,das meine ich"
Er sprang auf und flog die drei Meter,die uns trennten,zurück.
Direkt vor mir kam er zum Stehen und neigte sein Gesicht zu mir runter.
,,Du bist ganz schön angriffslustig,dafür,dass du so klein bist"
Er war zwar deutlich größer als ich aber das schüchterte mich nicht ein.
Um das zu unterstreichen,schubste ich ihn wieder weg.
Diesesmal packte er mich an den Handgelenken.
Seine Finger waren fest wie Schraubenzwingen.
Ich versuchte mich loszureißen,aber es war hoffnungslos.
Seine Augen wurden heller und unter seiner Oberlippe zeigten sich die Spitzen seiner Eckzähne.
,,Lass mich los!",zischte ich.
,,Ich hätte keinen Grund,dich jetzt nicht auf der Stelle umzubringen,Jessica",hauchte er mir gegen den Hals.
Ich ging sofort zum Angriff über.
Blitzschnell schob ich mein Knie in Richtung seiner Eier.
Er ließ eines meiner Handgelenke los,um mein Knie abzuwehren.
Ich packte seinen freien Arm und schleuderte ihn gut fünf Meter durch die Luft.
Er landete auf seinen Füßen,seine Eckzähne waren jetzt ganz entblößt und seine Augen leuchteten in einem bedrohlichen rot.
,,Was versuchst du hier eigentlich zu beweisen?",fragte er,während er furchtlos auf mich zu ging.
,,Osmo wird nicht kommen,um dich zu holen,da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.Wie auch wenn er tot ist?"
Samu's Lachen brachte mich zur Weißglut.
,,Ich schwör dir Jessica,wenn ich erstmal mit dir fertig bin,dann wirst du nur so um Knade winseln und dir wünschen,du hättest dich nie auf mich eingelassen"
,,Du ehlender Hurensohn!"
Er grinste müde und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
Ich hörte,wie sich sein Herzschlag erhöte,als sich unsere Haut berührte,und ich musste mich extrem konzentrieren,um meinen eigenen Herzschlag ruhig zu halten.
Er fing mein Handgelenk,als ich den Arm gerade runternehmen wollte,und zeichnete mit dem Finger ein Herz auf die weiche Haut auf der Innenseite,dort,wo meine Schlagadern pochten.
,,Lass mich gehen,Samu",hauchte ich.
,,Nein",gab er leise wieder.
Ich vergrub meine Hand in seinen Haaren und schloss die Augen.
,,Lass uns abhauen.Nur wir beide",schlug er vor.
,,Sie werden uns jagen...und finden und dann werden sie uns töten"
Ich entfernte mich von Samu.
,,Jessica!"
,,Das können wir einfach nicht!"
Gerade als ich wegfliegen wollte,hielt mich Samu fest.
,,Und ich kann dich nicht einfach gehen lassen,meine Liebe"
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R U N
Vampire>>Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihn...
