KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

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Den restlichen gestrigen Tag habe ich zusammen mit Ayaz im Bett verbracht. Ich war sehr erschöpft vom Flug und war deshalb froh, den ganzen Tag nur mit Ayaz zu kuscheln. Jetzt sitze ich auf fertig gemacht auf der Couch und streichele Shira, die ich unendlich vermisst habe. Ich bin jetzt mit Ilenia verabredet, weil sie alles über den Urlaub wissen möchte. Dass wir offiziell zusammen sind, weiß sie auch noch nicht. Meine Schwester Tara hat mir gestern auf meine Instagram-Story geschockt geantwortet, weil sie natürlich noch nichts von Ayaz wusste. Ich habe ihr noch nicht verkündet, dass wir in einer Beziehung sind, weil ich das mit Ayaz zusammen machen möchte, wenn sie und meine Mutter zusammen kommen. Ich stehe auf und hebe Shira einmal durch die Luft, dann setze ich sie wieder ab, ziehe mir meine Schuhe an und gehe nach draußen. Heute habe ich wieder ein etwas legereres Outfit an, nämlich eine blaue Momjeans und ein weißes Top, das am Rücken gebunden wird. Es ist wirklich ungewohnt, heute statt im Binini, in einer langen Hose rumzulaufen, aber das Wetter in Deutschland ist wie gewohnt beschissen. Da ich heute viel zu glücklich bin, renne ich die Treppe runter, statt Aufzug zu fahren. Wie so oft, steht Ilenia unten im Türrahmen und wartet lächelnd auf mich. „Hallo.", rufe ich lang gezogen und springe die letze Stufe nach unten. „Hey.", begrüßt Ilenia mich und drückt mich für einige Sekunden fest an sich. Dann drückt sie mich ein wenig weg, um in mein Gesicht zu schauen. „Du hattest Sex!", ruft sie lachend. Sofort muss ich lachen. „Was? Das konntest du mir jetzt in meinem Gesicht ablesen?", frage ich sie schockiert und stoße sie leicht an ihrer Schulter. Sie stößt einen Freudenschrei aus und läuft dann eingehakt mit mir zu meinem Auto. Sie hüpft erst auf die Fahrerseite, wo sie mir meine Tür aufhält, bis ich eingestiegen bin und springt dann auf ihre Seite. Gut gelaunt lässt sie sich in ihren Sitz sinken und ich bemerke gerade, wie viel bequemer Ayaz' Sitze im Auto sind. „Was machen wir?", fragt Ilenia mich. „Hast du Hunger?" Sie nickt sofort und tippt nachdenklich mit den Fingerspitzen auf ihren Oberschenkel. „Sollen wir uns Burger holen?", schlägt sie vor, was ich sofort bejahe. Ein kleiner Teil meiner guten Laune ist allerdings verflogen, weil ich Ayaz vermisse. Mir ist es wirklich unangenehm, weil ich niemals eine von den Frauen werden wollte, die ständig Zeit mit ihrem Freund verbringen will und das selbst, wenn sie ihre beste Freundin nach einer Pause wieder sieht. Ich konnte ohne Probleme mal eine Woche ohne Emilio verbringen und habe ihn nichtmal vermisst. Aber schon nach zwölf Stunden ohne Ayaz könnte ich durchdrehen.

„Okay, erzähl mir alles über den Urlaub.", fordert Ilenia, während ich in meinen Chickenburger beiße. Die Soße des Burgers läuft mir meine Lippe herunter und ich wische es schnell weg, bevor ich antworte. „Es waren einfach total entspannte Tage. Wir sind uns ein riesiges Stück näher gekommen. Ich kann mich nicht beschweren.", erzähle ich und muss dabei lächeln. Ilenia schaut mich mit aufgerissenen Augen an, lehnt sich zurück und zeigt mit dem Finger auf mich. „Du bist glücklich!", ruft sie aufgeregt und ich muss sofort total lächeln. Ich beiße wieder in meinen Burger, für den sich das Geld übrigens mehr als gelohnt hat, weil er unglaublich gut schmeckt, und überlege, was ich ihr noch erzählen kann. „Und seid ihr jetzt offiziell zusammen?" Ich versuche mich kurz hinter meinem Essen zu verstecken, weil ich so sehr schmunzeln muss. Ich schaue ihr in die Augen und sie braucht garkeine Antwort mehr von mir. „Ja.", antworte ich trotzdem. Sie lehnt sich zu mir und umarmt mich fest, was mich gerade sehr emotional macht. Ilenia löst sich wieder von mir und schüttelt ungläubig den Kopf. „Ich kann es nicht glauben. Ich freue mich so sehr für dich." Ihre Worte schmeicheln mir. „Hast du es Tara und deiner Mama schon erzählt?" Ich schüttele den Kopf. „Nein, ich will es ihnen persönlich erzählen und am besten, wenn Ayaz dabei ist." Sie nickt verstehend. „Denkst du es ist eine gute Idee, ihn direkt mitzunehmen, bevor deine Familie überhaupt Bescheid weiß?" Ich denke kurz nach und nicke dann entschlossen. „Er gehört jetzt zu mir und ich will, dass meine Familie nicht nur weiß, dass ich in einer Beziehung bin, sondern auch mit wem."

„Danke fürs nach Hause fahren.", verabschiedet sich Ilenia von mir und steigt dann aus dem Auto aus. Am besten rufe ich nachher meine Mutter an und vereinbare einen Tag mit ihr, wo ich ihnen Ayaz vorstelle. Ja, das ist eine gute Idee. Ich fahre nach Hause, parke das Auto vor dem Haus und fahre mit dem Fahrstuhl nach oben. Als ich die Wohnung betrete, werde ich sofort von Shira begrüßt und knuddele sie ordentlich durch. Ich habe sie wirklich sehr vermisst im Urlaub, aber noch viel mehr vermisse ich gerade Ayaz. Vielleicht sollte ich einfach mal die Initiative ergreifen und ihn schreiben. „Shira, denkst du ich soll dem Ayaz schreiben?", frage ich meinen Hund mit einer verstellten Stimme. Sie wedelt mit dem Schwanz, was vielleicht nur ein Zeichen der Freude ist, aber für mich ist es eine eindeutige Antwort. Ich hole mein Handy aus meiner Tasche und suche Ayaz' Kontakt. Ein paar Sekunden schweben meine Finger über der Tastatur, weil ich mir nicht sicher bin was ich schreiben soll, entscheide mich dann aber für ein einfaches: »Ich vermisse dich«, wohinter ich noch einen traurigen Emoji setze. Danach lege ich mich auf mein Bett und kuschele mit Shira.

„Hallo Mama, hast du gerade kurz Zeit?", frage ich meine Mutter am Telefon. „Ja, klar. Was ist los?" „Hast du am Wochenende Zeit? Wir könnten Essen bestellen und ich würde gerne über ein paar Sachen mit dir und Tara sprechen." Es bleibt ein paar Sekunden ruhig in der Leitung. „Natürlich, mein Schatz. Ist es etwas Schlimmes?" Ach, wie sehr ich meine überfürsorgliche Mutter liebe. „Nein, nein." Es klingelt an der Tür weshalb ich mich von meiner Mutter verabschiede und noch schnell ausmache, dass wir uns am Samstag um 17 Uhr treffen. Jetzt muss ich nur noch Tara schreiben, aber davor öffne ich noch die Tür. Ich frage nicht über die Freisprechanlage nach, sondern lasse die Person direkt hochkommen, weil es bestimmt wieder nur ein Paket für einen Nachbarn ist, das ich annehmen muss. Einige Sekunden stehe ich an der Tür, bis sich der Fahrstuhl öffnet. Seit wann fahren Packetboten mit dem Aufzug? Noch bevor ich meinen Gedanken zu Ende bringen kann, kommt mir Ayaz mit einem großen Sonnenblumenstrauß entgegen. Auf meinem Gesicht bildet sich sofort ein riesiges Lächeln und ich falle ihm direkt in die Arme. „Sonnenblumen für meine Sonnenblume." Ich drücke ihn so fest an mich, als hätte ich ihn seit Wochen nicht mehr gesehen. Seine schmeichelnden Worte machen mich noch emotionaler, als ich es sowieso schon bin. Selbst seinen großartigen Geruch, habe ich vermisst. Noch nie habe ich einen Mann getroffen, der einen so herben und gleichzeitig frischen Geruch hat. Ich löse mich wieder von ihm, aber nur um ihm in seine perfekten Augen zu schauen. Sie haben den perfekten Grünton und strahlen so sehr. Er kommt meinem Gesicht näher und legt seine geschmeidigen Lippen auf meine. Er küsst mich mit so einer Leidenschaft, dass ich mir sicher sein kann, dass er mich auch vermisst hat. Da wir immer noch im Flur stehen, löse ich mich von ihm und ziehe ihn in meine Wohnung. Er übernimmt wieder die dominante Rolle und drückt mich an die Wand meines Flurs. Wieder presst er seine Lippen an meine und ich spüre sein Verlangen nach mir. Meine Hände umklammern sein Gesicht und seine stoßen sich an der Wand ab. Ich versuche uns von der Wand zu lösen, schaffe es aber nicht, weil er sich nicht von meinen Lippen löst. Als ich es dann aber endlich schaffe, mich von der Wand zu entfernen, gehe ich mit ihm in mein Schlafzimmer. Er legt sich auf mein gemachtes Bett und schaut mir zu, wie ich erst meine Shorts und dann mein T-Shirt ausziehe. Gerade bin ich unglaublich froh, meine schöne Unterwäsche angezogen zu haben. Ich krabbele von unten übers Bett, bis ich zwischen seinen Beinen angekommen bin. Ich lasse mich auf seinem Bauch sinken und lege meinen Kopf auf seine Brust. Seine Brust ist zwar bedeckt von einem T-Shirt, aber dennoch spüre ich seine Muskeln. Seine Hände liegen auf meinem Rücken und streichen sanft darüber. Zwar habe ich heute wirklich noch nicht viel gemacht, aber am liebsten würde ich gerade einschlafen. „Ich habe das vermisst.", gibt Ayaz zu, was mich schmunzeln lässt. „Ich auch." Wir liegen eine ganze Weile einfach so da, bis mir einfällt, dass ich ihm vom Treffen am Samstag erzählen sollte. „Ayaz?" Er brummt als Antwort. „Hast du schon etwas vor am Samstag?" Wieder antwortet er nicht, sondern brummt nur verneinend. „Gut. Hättest du Lust, meine Mama kennenzulernen?" Er schaut mich sofort mit aufgerissenen Augen an. Ich muss lachen, weil ich ihn so überraschen konnte. „Möchtest du?" Er zögert kurz, antwortet aber dann: „Ähm, Ja klar." „Das klingt aber nicht sehr entschlossen.", unterstelle ich ihm leicht lachend. Er nickt sofort. „Doch, doch. Ich würde deine Mama liebend gerne kennenlernen.", versichert er mir und küsst sanft meine Lippen. Ich liebe das Gefühl seiner weichen Lippen auf meinen.

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