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Mit aller Kraft stoße ich ihn von mir runter. „Doch ich will reden. Meine Selbstbeherrschung ist nämlich besser als deine, kommst du damit klar?" „Womit komme ich klar?", fragt er irritiert. „Dass es etwas gibt in dem ich besser bin als du." Er antwortet mir nicht sofort, sondern steht auf und geht zur seiner Tasche und holt einen Müsliriegel raus und gibt ihn mir. Dann setzt er sich wieder zu mir aufs Bett.

„Was ist so schlimm daran immer der Beste sein zu wollen?" Ich zucke mit den Schultern. „Weiß nicht. Mich würde es nerven." „Und nervt es dich nicht ein-" „Loser zu sein? Ein Niemand? Was wolltest du sagen?", frage ich gekränkt. „Das wollte ich nicht sagen." Er legt eine Hand an mein Gesicht und fährt mit seinem Daumen über meine Wange. „Ich habe mir nicht ausgesucht so zu sein. Meinst du, ich finde es toll so schmächtig zu sein?" „Ich mag es wie du bist."

Er fährt mit dem Finger über meine Nase hoch zur Stirn und dann runter zu den Schläfen. „Ich mag dein hübsches Gesicht und deinen Körperbau." Jetzt drückt er mich auf die Matratze und seine Hände begeben sich auf Wanderschaft unter meinem T-Shirt. Doch mein Magen knurrt so laut, dass Alec lachend seine Liebkosungen unterbricht. „Iss den Riegel, wie soll ich das sonst erklären, dass ich ne bewusstlose Jungfrau auf meinem Zimmer habe." Er lächelt mich verlegen an und schiebt dann ein „sorry" hinterher.

„Nein, das ist schon so richtig." „Das würde sich ändern lassen", sagt Alec und schaut ein wenig zu lange in meine Augen, sodass ich meinen Blick abwende. „Habe noch nicht den Richtigen gefunden." „Ach nein? Ich hatte den Eindruck, dass dein Körper dir eindeutige Signale gesendet hat." „Für mein erstes Mal muss auch mein Herz, mir richtige Signale senden", sage ich, stehe auf und schmeiße das Papier vom Müsliriegel in den Papierkorb.

„Und was hindert es daran?", fragt er und zieht sich jetzt das T-Shirt über den Kopf, sodass sein durchtrainierter Körper zum Vorschein kommt. „Sehe ich nicht aus, wie ein Typ, in den man sich verlieben könnte?" „Das hat nichts mit dem Aussehen zu tun. Ich kenne dich gar nicht."

Ich bin überrascht, als er sich auf den Boden legt und unters Bett greift. Dann zieht er eine Mappe aus dem Lattenrost und reicht sie mir entgegen. „Das habe ich noch nie jemanden gezeigt."

Ich schlage die Mappe auf. Darin befinden sich sehr viele Bilder, die Alec mit dem Bleistift gezeichnet hat. Eine nach der anderen Seite blättere ich um. Alec hat wirklich talent, denn die Bilder sind wunderschön. Bei einem Bild bleibe ich hängen.

„Erkennst du dich?", fragt er. Das Bild zeigt mich auf der Party, wie ich auf der Couch sitze und schlafe. „Musste es aus dem Gedächtnis zeichnen, deshalb ist es nicht perfekt." „Es ist perfekt. Danke, dass du das mit mir geteilt hast."

Er nimmt die Mappe wieder entgegen und verstaut sie unter dem Bett, dann setzt er sich wieder neben mich. „Vielleicht könnten wir ja mal einen Star Wars Film zusammen gucken. Darauf stehst du doch, oder?" „Woher weißt du das?", frage ich verwundert. „Der Anhänger an deinem Rucksack. „Stimmt. Ja, das fände ich schön."

Ich nehme seine Hand in meine und drücke sie. Es es merkwürdig. Obwohl wir schon zweimal miteinander rumgemacht haben, waren wir uns noch nie so nah, wie in diesem Moment.

Nur dein schmutziges GeheimnisWo Geschichten leben. Entdecke jetzt