Theo steht vor seinem Bett und zieht sich aus. Als er den Pulli anhebt, merke ich, wie er im ersten Moment stockt sich ihn dann aber doch über den Kopf zieht. Er faltet seine Anziehsachen und legt sich dann unter seine Decke.
„Willst du gar nichts sagen? Immerhin habe ich mich gerade vor dir geoutet." Er dreht den Kopf in meine Richtung und schaut mich an. „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich habe das Gefühl, als würde ich dich gar nicht kennen."
Dann dreht er sich zur Wand und wendet mir somit den Rücken zu. Ich ziehe mich ebenfalls aus und lege die Brille auf den Nachttisch und krabbele in mein Bett.
Hatte Alec also doch recht? Immerhin haben zwei, meiner drei Freunde, offensichtlich ein Problem damit, dass ich schwul bin. Dann habe ich Alec auch noch diese fürchterlichen Dinge an den Kopf geknallt. Ich schnappe mir mein Handy und schreibe ihm.
Können wir bitte nochmal reden?
Warum? Vielleicht hast du recht. Vielleicht solltest du dir lieber jemanden suchen, der nicht so erbärmlich ist.
Alec, es tut mir leid. Bitte, lass uns nochmal reden. Ich will nicht mit dir streiten.
Gut, dann komm vorbei.
Ich krabbele wieder unter der Decke hervor und ziehe mir die Hose an. „Gehst du wieder zu ihm?", fragt Theo. „Ja, hast du damit ein Problem?" Jetzt steigt Theo aus dem Bett, während ich mir den Pulli wieder über den Kopf ziehe.
„Ich verstehe es einfach nicht. Ich dachte du wärst mein bester Freund." „Das bin ich doch auch." „Und warum belügst du mich dann? Weißt du, mir ist echt egal auf was du abfährst, solange ich es nicht bin. Aber die scheiß Lügerei geht echt nicht. Hast dich wahrscheinlich mit Alexander super über deine doofen Freunde amüsiert."
Ich lasse mich wieder aufs Bett fallen. „Nein, Alec und ich reden über sowas nicht. Es interessiert ihn auch nicht. Für ihn zählt nur, was in seinem Zimmer passiert, sonst nichts", sage ich erschöpft und fahre mir mit der Hand über die Augen. Ich bin einfach nur durch mit diesem Tag.
„Du wirkst nicht sonderlich glücklich, warum lässt du das mit dir machen?" Ich zucke mit den Schultern. „Weil ich ihn liebe?!" „Aber er ist nicht dein bester Freund! Das bin nämlich ich." Ich grinse ihn von meinem Bett aus an.
„Umarmung?", frage ich hoffnungsvoll. „Komm her. Aber nur kurz." Ich gehe auf ihn zu und er legt die Arme um mich und klopft mir auf den Rücken. „Keine Lügen mehr. Also das heißt nicht, dass ich jetzt alles wissen will." „Keine Details, schon klar."
„Los, hau schon ab zu deiner Freundin", sagt er und setzt das Freundin, mit Zeiten Fingern, in Anführungszeichen. „Ich kann auch hier bleiben", biete ich an. „Ich schlafe jetzt sowieso, also tu dir keinen Zwang an." „Danke, ich denke ich komme erst morgen früh wieder. Schlaf gut." „Du auch, oder was auch immer ihr tut."
Er schlägt die Hand vor dir Augen und stöhnt. „Bilder, raus aus meinem Kopf." „Tut mir leid", sage ich zerknirscht. „Es muss dir nicht leid tun, dass du schwul bist."
DU LIEST GERADE
Nur dein schmutziges Geheimnis
Romance„Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, dass es etwas gab, was er nur mit mir teilte. Doch alles was ich wollte, war kein Geheimnis mehr sein." Michael und Alec besuchen zusammen das College. Dies scheint auch schon die einzige Gemeinsamkeit, den...
