Warum musste ich ihm alle diese schäbigen Sachen an den Kopf knallen? Hatte er das wirklich verdient? Ja, vielleicht hatte er das, weil ich etwas besseres verdient habe, als das was er mir gibt. Es war einfach die Enttäuschung darüber, wie dieser Tag gelaufen war. Es hätte so schön sein können, aber wieder nur knutschen irgendwo im nirgendwo in einem dunklen Kino und der Besuch in diesem Motel, hatte dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Aber vielleicht war es gut, dass er das Zimmer nicht gebucht hatte um mich zu ficken, sonst hätte ich mich wahrscheinlich wie ein dahergelaufener Stricher gefühlt und nicht wie seine Affäre. Das bin ich doch, oder? Ein sich wiederholendes Sexabenteuer ohne emotionale Bindung.
Vielleicht will ich das gerade glauben, damit ich mich beim Gedanken an meine Worte nicht noch schlechter fühle. Wenn das überhaupt geht, denn den ganzen Weg nachhause heule ich vor mich hin.
Es ist bereits 22:00 Uhr, als ich im Studentenwohnheim ankomme und meine Chancen stehen gut, dass Theo schon schläft. Aber meine Hoffnung wird zerstört, als ich die Tür öffne und sehe, dass im Zimmer noch Licht brennt. Theo ist nicht alleine. Auch Ben und Jacob sind auf unserem Zimmer. „Ich wusste es", sagt Ben bei meinem Anblick. „Was tut er dir an?", fragt nun Theo.
„Ich weiß überhaupt nicht was ihr von mir wollt?", sage ich und lasse mich auf mein Bett fallen. „Ich bin dir heute gefolgt und ich weiß, dass du zu Alexander Henderson ins Auto gestiegen bist", stellt Jacob klar. „Also womit erpresst er dich?" „Mich erpressen? Ich weiß nicht was du meinst." „Gibt es diese ominöse Freundin oder musst du in der Zeit zu Alexander?", fragt Theo.
Das ist die Möglichkeit endlich reinen Tisch zu machen. Ich will meine Freunde nicht wieder belügen, auch wenn ich sie durch die Wahrheit vielleicht verlieren werde.
„Nein, es gibt keine Freundin und ja ich bin dann immer bei Alec." „Was will er von dir? Wozu zwingt er dich?", bohrt Ben nach. „Wir sind deine Freunde. Uns kannst du es doch sagen." Ich setzte mich im Bett aufrecht hin.
„Hört zu, so wie ihr denkt, ist das nicht. Ich bin freiwillig dort." „Verstehe ich nicht, was willst du von ihm?" fragt Ben.
Ich will, dass er mich küsst und am ganzen Körper berührt. Ich will mich in seinen Armen geborgen fühlen und ich will, dass er mich liebt. Das sage ich alles besser nicht.
„Alec und ich haben sowas wie eine Affäre." Ich schaue sie alle nacheinander an, aber sie alle blicken in unterschiedliche Richtungen. „Du meinst Alexander ist schwul?", fragt Ben. „Du willst uns also sagen, dass du schwul bist?!", stellt Jacob fest, während Theo einfach nur stumm bleibt.
„Ja ich stehe ausschließlich auf Männer." Wieder betretenes schweigen. „Und was machst du und Alec, wenn du bei ihm bist?", fragt Ben, fängt sich dann aber sofort einen Schlag von Jacob ein. „Spinnst du? Das wollen wir gar nicht wissen. Ich bekomme die Bilder schon jetzt nicht mehr aus meinem Kopf."
„Ich weiß, dass ist schwer für euch zu verstehen, aber bitte ihr müsst mir versprechen, dass das unser Geheimnis bleibt. Bitte." „Wir versprechen es", sagen Ben und Jacob gleichzeitig, während Theo nur nickt.
„Ich...ich muss da jetzt erstmal mit klarkommen." Jacob springt auf, umarmt dann kurz Theo zum Abschied und weiß dann nicht wie er mich verabschieden soll, weshalb er es ganz bleiben lässt. Ben fasst kurz an meine Schulter, wenigstens er schafft es mir in die Augen zu blicken. „Bis morgen!"
Dann bin ich alleine mit meinem besten Freund vor dem ich mich soeben geoutet habe und der einfach stumm geblieben war.
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Nur dein schmutziges Geheimnis
Romance„Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, dass es etwas gab, was er nur mit mir teilte. Doch alles was ich wollte, war kein Geheimnis mehr sein." Michael und Alec besuchen zusammen das College. Dies scheint auch schon die einzige Gemeinsamkeit, den...
