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Kaum, dass ich die Lüge ausgesprochen habe, bereue ich es auch schon. Wie sehr zeigt sich am nächsten Tag, denn natürlich hat Theo es Ben und Jacob erzählt und so darf ich mich einem Verhör unterziehen. Wenn ich ein Mädchen auch nur eine Sekunde zu lange anschaue, wird mir gleich unterstellt, dass sie es sei.

Auch verstehen sie nicht warum ich so ein großes Geheimnis um sie mache. Ich verstehe es ja selbst nicht. Bisher habe ich mich nicht vor meinen Freunden geoutet. Ich meine es war auch nicht notwendig, denn es gab bis jetzt auch keinen Mann in meinem Leben.

Außer dem finde ich, dass es erst meine Eltern erfahren sollten. Ja, ich habe natürlich Angst, wie mein Umfeld reagieren wird, aber ich weiß, dass ich es ihnen früher oder später erzählen muss. Im besten Fall mit Alec an meiner Seite.

Jetzt da ich Alecs Nummer habe, bin ich ständig versucht ihn zu schreiben. Aber ich halte mich so gut es geht zurück.

Dafür gehe ich zum Optiker und besorge mir Kontaktlinsen. Eine Stunde und drei Tobsuchtsanfälle später habe ich die Mistdinger endlich in meinen Augen. Ich will gar nicht daran denken, wie ich die Dinger wieder rauskriegen soll. Aber meine Qualen werden belohnt, denn als sich Alecs und mein Weg im College auf dem Gang zufällig kreuzen, erhalte ich sofort eine Nachricht von ihm.

Was ist mit der Brille passiert?

Brauche ich nicht mehr. Habe jetzt Kontaktlinsen.

Gefällt mir gut.

Danke.

Am Freitag ist eine große Party auf dem Campusgelände.

Du willst mit mir zusammen hin?

Nein, natürlich nicht.

Autsch das tat verdammt weh. Was habe ich mir auch nur gedacht?

Aber ich würde die Party absagen und du kannst zu mir kommen. Dann gucken wir wie versprochen den Film. Es würde uns niemand stören, alle wären auf der Party.

Ich komme vorbei.

Sehr gut. 20 Uhr bei mir. Und jetzt lösch den Chat.

Zwei Tage später finde ich mich wieder in Alecs Wohnheim auf der dritten Etage ein und er hat recht, ich treffe niemanden an, da alle auf der Party sind, sogar meine Freunde.

In seinem Zimmer ist es dunkel. Er hat die Vorhänge zugezogen und nur die Lampe auf seinem Schreibtisch brennt. Auf dem Bett liegt sein aufgeklappter Laptop. Wie immer begrüßt er mich mit einem stürmischen Kuss. Er scheint total nervös zu sein und es schwant mir, dass es nicht an dem Film liegt, den wir uns angucken werden.

„Willst du die Hose ausziehen? Dann ist es bequemer", schlägt er vor. Er selbst trägt eine schwarze Jogginghose, die er aber anbehält, als ich mich meiner Jeans entledige. „Was hast du den anderen erzählt, warum du nicht zur Party kommst?" „Magendarm. Hier lässt sich so schnell keiner blicken." „Und du?" „Ich bin bei meiner Freundin", sage ich mit einem schiefen Lächeln.

„Mein kleiner Freund hat also eine Freundin?", sagt er und er verwickelt mich in einen Kuss und kneift mir zeitgleich in den Hintern. „Weißt du, ich teile aber nicht gerne."

Nur dein schmutziges GeheimnisWo Geschichten leben. Entdecke jetzt