„Ist ja widerlich", sagt Theo, als ich am nächsten Morgen wieder ins Zimmer komme. Im ersten Moment bin ich tatsächlich geschockt und mein Gesicht spricht wohl Bände, denn er fügt schnell „dein Grinsen" hinzu und tatsächlich bekomme ich dieses Grinsen in der nächsten Zeit schwer aus dem Gesicht.
Zwischen Alec und mir läuft es so gut, wie noch nie. Deshalb macht es mir auch nichts aus weiter der Sklave vom Ruderteam zu sein. Immerhin behandelt mich Alec nicht mehr von oben herab und an einem Nachmittag, lädt er mich tatsächlich ein mit der Mannschaft ein Bier zu trinken. Es ist nicht so, dass ich an dem Gespräch großartig teilnehmen kann, aber ich bin in diesem Moment in der Öffentlichkeit kein Niemand für Alec.
Ich bin so glücklich, dass ich das Ende des Semesters herbeisehne, weil in mir die Hoffnung keimt, dass Alec und ich uns vor den Sommerferien outen. Natürlich weiß ich, dass es gerade für Alec ein großer Schritt ist, aber wenn es am Ende des Semesters passiert, dann kann sich die Lage über die Sommerferien beruhigen und danach können wir unsere Liebe endlich auch öffentlich ausleben.
Ich habe noch nicht mit Alec darüber gesprochen, aber ich werde es bald tun. Es war einfach noch nicht der passende Zeitpunkt.
In letzter Zeit wirkt Alec etwas gestresst, deshalb will ich ihn heute mit einer Massage überraschen. Theo ist es inzwischen gewöhnt, dass ich sehr spät abends verschwinde und in den Morgenstunden wieder auftauche. Meist wird er schon gar nicht mehr wach.
Als ich an diesem Tag in Alecs Zimmer komme, steht dort eine kleine Schachtel auf dem Bett. Nachdem ich mich aus seinem Kuss gelöst habe, gehe ich zum Bett und will die Schachtel öffnen, aber Alec zieht mich am Handgelenk zurück.
„Warte, ich möchte vorher, was mit dir besprechen." Er ist total nervös und knetet seine Hände. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass er mir gleich einen Antrag macht.
„Also es ist so. Ich will nicht, dass du es von jemand anderen erfährst...ich treffe mich seit ein paar Tagen mit einem Mädchen..." „Du...du m-machst mit m-mir Schluss?", schluchze ich und dann brechen alle Dämme.
Ich vergrabe meine Hände in den Handflächen und ich weine so heftig, dass ich schon glaube, dass die Tränen meine Kontaktlinsen mit rausspülen.
„Pssst, Michael nicht so laut. Nein, natürlich mache ich nicht mit dir Schluss." „Ach nein? Sondern?", jammere ich. „Naja, alle fragen sich, warum ich keine Freundin habe und sie ist echt nett...und ich will auch nicht immer alleine sein, auf Partys und so."
„Da könntest du mit mir sein, Alec", brülle ich ihn an. „Michael, nicht so laut. Mach dich nicht lächerlich, du weißt, dass das mit uns nicht geht. Nicht in der Öffentlichkeit."
Alle meine Träume lösen sich von jetzt auf gleich in Luft auf. Ich fühle mich nur noch leer und verlassen. Mein Herz ist gebrochen. Alec hat es einfach rausgerissen und mit Füßen getreten. Er hat mich gar nicht verdient. Doch ich weiß, dass ich selbst jetzt nicht von ihm loskommen werde.
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Nur dein schmutziges Geheimnis
Roman d'amour„Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, dass es etwas gab, was er nur mit mir teilte. Doch alles was ich wollte, war kein Geheimnis mehr sein." Michael und Alec besuchen zusammen das College. Dies scheint auch schon die einzige Gemeinsamkeit, den...
