Alec würdigt das Bett keines Blickes, sondern geht sofort durch ins Badezimmer. Glücklich sieht auch er nicht aus, doch dann fällt sein Blick auf die Flasche Shampoo, die wohl die Gäste vor uns, haben stehen lassen und sein Gesicht erhellt sich. „Zieh dich aus", bittet er mich und öffnet selbst auch seine Hose.
Nachdem ich mich ausgezogen habe, steige ich in die Duschtasse und versuche den ekeligen Duschvorhang nicht zu berühren. Alec folgt mir umgehend und sofort presse ich meinen Körper an seinen und verwickele ihn in einen Kuss.
„Nein, bitte nicht", flüstert Alec. „Ich will was machen." Das ist Alecs Spruch, wenn er im Bett was neues ausprobieren will. Jetzt greift er nach der Shampooflasche. „Ich hoffe du magst Cocosduft", sagt er und gibt dann einen Klecks in seine Hand und schäumt anschließend meine Haare damit auf. Sanft massiert er mit den Fingerkuppen meine Kopfhaut. Dann nimmt er den Duschschlauch und spült meine Haare aus, nur um sie danach wieder einzuschäumen.
„Waren meine Haare so fettig?", frage ich ihn irritiert. „Nein, deine Haare sind wunderschön, wie immer. Das wollte ich schon so lange machen." Er wiederholt den Vorgang noch mehrere Male. Als er endlich fertig ist, fasse ich an seinen Schwanz, aber er packt meine Hand am Handgelenk. „Nein, nicht jetzt und nicht hier. Zieh dich an, wir fahren."
Völlig fassungslos streife ich die Kleidung über und föhne mir die Haare. Dann verlassen wir, eine Stunde nachdem wir das Motel betreten haben, dieses auch schon wieder. Die ganze Rückfahrt reden wir kein Wort. Als die Stille uns zu erdrücken droht, schaltet Alec irgendwann das Radio an. Gegen Abend hält er schließlich wieder an der Stadtgrenze.
„Danke für den schönen Tag", sage ich mit einer Hand schon am Türöffner. „War das vorhin erbärmlich?", fragt Alec mich. Den Blick hat er weiter auf die Straße gerichtet.
„Dass du 70 Dollar in einem Motel bezahlst, um mir die Haare zu waschen und mich dann nicht mal knallst?", frage ich ihn, aber er bleibt stumm und presst nur die Lippen aufeinander.
„Ich habe selten sowas Erbärmliches gesehen. Und weißt du, was es so erbärmlich macht? Dass du es jeden verdammten Tag haben könntest, wenn du nur akzeptieren würdest wer du bist. Aber das kannst du nicht, lieber machst du allen anderen was vor und verletzt dabei die Person, die dich wirklich von ganzen Herzen liebt. Und wenn ich schon dabei bin. Hör auf mich in der Öffentlichkeit so scheiße zu behandeln. Das mit uns ist zum scheitern verurteilt, weil ich das Gefühl habe, ich müsste dich doppelt so viel lieben, weil du es mir einfach nicht zeigen kannst. Ich hoffe das beantwortet deine Frage. Keine Rudertrophäe der Welt wird jemals darüber hinwegtäuschen, wie erbärmlich du bist."
Mit diesen Worten steige ich aus dem Auto aus, knalle die Tür zu und renne dann heulend zur U-Bahn.
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Nur dein schmutziges Geheimnis
Romance„Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, dass es etwas gab, was er nur mit mir teilte. Doch alles was ich wollte, war kein Geheimnis mehr sein." Michael und Alec besuchen zusammen das College. Dies scheint auch schon die einzige Gemeinsamkeit, den...
