Mit einem Buch im Gepäck mache ich mich auf dem Weg zum Fluss und lasse mich auf einer Bank in der Nähe des Wassers nieder. Doch meine Aufmerksamkeit gilt nur den vier Ruderboten auf dem Wasser.
Aber ich kann Alec mit seinen schwarzen Haare, die ihm so oft ins Gesicht fallen nicht ausmachen. Ich mag es wenn er seine Haaren zurückgegeelt trägt. Dann sieht er aus wie einer dieser Gentleman aus alten 70er Jahren Filmen. Wann sich diese Erkenntnis in mein Bewusstsein geschlichen hat, ist mir allerdings schleierhaft.
Es muss irgendwann zwischen seiner Begrüßung und dem Moment als er unsere Schwänze gerieben hat geschehen sein, denn bis zum gestrigen Tag habe ich mir nie Gedanken über Alexander Henderson gemacht.
Jetzt werfe ich doch einen Blick in mein Buch, um nicht die ganze Zeit aufs Wasser zu starren. Dann höre ich plötzlich seine Stimme. Härter und rauer als gestern. Nicht der Singsang mit dem er mich gestern halb um den Verstand gebracht hat. „Tempo Männer, Tempo", brüllt er aus einem der Ruderboote. „Achtet auf euren Einsatz."
Synchron tauchen die Ruder ins Wasser ein. Soweit ich das beurteilen kann. Alec's Boot befindet sich offensichtlich in einem Rennen mit einem fast gleichaufliegendem. Unbewusst halte ich die Daumen gedrückt und mein Herz macht einen Hüpfer, als Alec's Team als erstes die Ziellinie passiert.
„Hier bist du", höre ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Es sind Theo und Ben die sich jetzt neben mich auf die Bank setzen. Schnell stecke ich wieder die Nase in mein Buch. „Ja, wollte ein bisschen meine Ruhe." „Naja, Ruhe hast du nicht gerade bei dem Lärm." Jetzt zeigt er rüber auf die jungen Männer die gerade aus ihren Booten steigen und sich gegenseitig abklatschen. „Da werden wir nie zugehören", sagt Theo. „Wahrscheinlich wissen die nicht mal, wer wir sind."
Alec weiß wer ich bin. Er war mir gestern Abend so nah, wie nie ein anderer zuvor. Ich will ihm wieder so nah sein. Ich will wissen wie sich seine Haut unter meinen Handflächen anfühlt, wie er schmeckt. Ich muss wissen, ob er immer der coole selbstsichere Typ ist, oder ob er ab und zu genau so verloren ist wie ich.
Die ganze Woche schleiche ich in der Schule um ihn herum. Schon bald habe ich in Erfahrung gebracht, welche Kurse er belegt. Doch Alec ist nie allein. Natürlich nicht. Er ist immer umzingelt von einer Schar Mädchen, oder seinen Ruderkollegen und Freunden. Einmal war ich auf dem Klo in der Kabine neben ihm, aber näher habe ich es nicht an ihn herangeschafft. Vor Nervosität, hatte ich nicht ganz die Schüssel getroffen und konnte mit meiner bepissten Hose, dann nicht vor ihn treten.
Dann am Freitag habe ich endlich Glück. Er hat sich an seinem Spind schon von seinen Freunden verabschiedet und jetzt trete ich hinter dem Vorsprung hervor. Er scheint mich nicht zu bemerken. Meine Schritte sind langsam und leise. Mein Herz hämmert wie wild in meiner Brust und meine Hände sind schweißnass.
„Hi Alec...Alexander." Erst zuckt er erschrocken zusammen, dann knallt er seinen Spind zu und sieht mich von oben herab an. „Was willst du?" Ich schiebe meine Brille auf dem Nasenrücken wieder ein Stück nach oben. „Ich will dich wiedersehen." Ehe ich mich versehen, packt er meine Schultern und drückt mich gegen den Spind.
DU LIEST GERADE
Nur dein schmutziges Geheimnis
Romansa„Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, dass es etwas gab, was er nur mit mir teilte. Doch alles was ich wollte, war kein Geheimnis mehr sein." Michael und Alec besuchen zusammen das College. Dies scheint auch schon die einzige Gemeinsamkeit, den...
