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Am Ende der Zigarette richtet er sich auf und wirft einen Blick aus dem Fenster. Die Farbe des Nachthimmels beginnt sich bereits zu verändern. „Du musst gehen." Kommentarlos schnappe ich mir meine Hose und ziehe sie wieder über. „Wo ist meine Brille?" Er geht in Richtung Tür und kommt dann mit meiner Brille in der Hand zurück. Ich will danach greifen, aber er hält sie fest. „Du wirst doch niemanden davon erzählen, oder?" „Nein, dass habe ich dir doch versprochen." „Gut, ich glaube du bist jemand der zu seinem Wort steht." Dann küsst er mich und ich erwidere verlangend seinen Kuss. Doch er drückt mich weg und reicht mir meine Brille. „Du musst gehen, bevor dich jemand sieht." „Sehen wir uns wie-" „War nett mit dir, Michael."

Er öffnet die Tür und schaut den Flur entlang. „Die Luft ist rein." Kaum, dass ich auf den Flur getreten bin, zwinkert er mir nochmal zu und schließt dann die Tür.

Ich hatte eine genaue Vorstellung davon wie der Abend laufen würde, nur wie sich gezeigt hat, wusste ich einen Scheiß. Auch jetzt habe ich keine Ahnung was ich tun soll. Auf mein Zimmer gehen – natürlich – aber was soll ich mit den ganzen Gefühlen machen, die Alec in mir hervorgerufen hat? Ich habe eine gute Selbstbeherrschung, aber Alec hatte sie an diesem Abend zu Nichte gemacht.

Leise schleiche ich mich in mein Zimmer und stelle erleichtert fest, dass Theo bereits in seinem Bett liegt und schläft. Auf eine Dusche und Zähneputzen verzichte ich, obwohl ich Alec's salzigen Geschmack noch immer im Mund habe. Meine Lippen prickeln, bei dem Gedanken an seine heißen Küsse. Völlig überfordert mit dem Gefühlen, die mich beim Gedanken an ihn durchströmen, schlafe ich schließlich ein.

Die Nacht ist kurz und das Erwachen unerfreulich, denn ich werde durch etwas feuchtes, klebriges in meiner Hose geweckt. Nun bin ich mir gar nicht sicher, ob mein Intermezzo mit Alec nicht nur Teil meines feuchten Traumes war.

„Alter, wo bist du gewesen?", fragt mich Theo und lässt sich auf mein Bett fallen. „Wo wart ihr?", frage ich ohne zu antworten und ziehe die Decke ein Stück höher, damit diese meinen Schritt verdeckt. Er lässt seinen Kopf gegen die Wand fallen und stöhnt. „Wir wurden erwischt. Gerade als es am besten war. Haben natürlich versucht wieder reinzukommen, aber, naja, mit wenig Erfolg. Und du hast dich ohne uns vergnügt?"

Alec! Bilder die meine Mundwinkel nach oben ziehen, erscheinen vor meinem geistigen Auge. Alec's Hand auf meinem Bein, seine Zunge die sich in meinem Mund schiebt...

„Was so gut?", hakt Theo nun nach. „Nein, ich...ich bin eingeschlafen und erst aufgewacht, als die Party vorbei war." „Dachte schon, du hast dir eine klar gemacht." „Ja natürlich, weil ich auch so unwiderstehlich bin."

Du bist wirklich wunderschön, echot es in meinem Kopf.

„Vielleicht lag es auch nur an deinem Gestank. Du riechst, wie ein Aschenbecher. Geh endlich duschen", sagt Theo lachend und schmeißt mir ein Kissen gegen den Kopf, woraufhin ich ihn mit diesem verdresche.

„Was sind deine Pläne für den Tag?", frage ich ihn, während ich meine Sachen zusammensuche. „Ich bleibe hier und lerne für die Klausur nächste Woche und du?"

„Ich denke ich gehe zum Fluss runter, den Kopf freikriegen."

Oder besser gesagt, den Kopf mit den richtigen Bildern füllen, denn ich weiß genau, dass immer sonntags dort die Rudermanschaft trainiert.

Nur dein schmutziges GeheimnisWo Geschichten leben. Entdecke jetzt