Nach einer Zeit höre ich wie Rick reinkommt und Merle um Hilfe bittet. Doch zu meinem Erstaunen stimmt Merle dem nicht zu. Er redet dagegen. Und er durfte erst nicht hier bleiben? Offensichtlich hat er sich gebessert. Zudem bin ich ganz Seiner Meinung. Der Gouverneur wird Michonne nicht direkt töten. Er wird sie foltern. Und dann wird er uns alle hier trotzdem umbringen. Kopfschüttelnd gehe ich weiter weg. Ich will das gar nicht mitbekommen was sie noch sagen. Nicht, dass Merle sich noch umentscheidet und sich seinen Stand bei mir versaut.
Irgendwann höre ich wie alle anderen draußen sind und offenbar ein paar Vorbereitungen für den Krieg treffen. Ich gucke durch das Fenster und sehe wie Daryl und Rick Michonne verlogen ins Gesicht lächeln. Ich schüttle nur meinen Kopf.
„Was bedrückt dich Püppchen? Haben sie es dir auch gesagt?", fragt mich nun Merle der von der Seite kommt.
Ich nicke nur und gucke ihn an „Rick hat sich verändert", stellt Merle fest.
„Wie können sie Michonne so hintergehen. Obwohl sie an unserer Seite kämpft", frage ich.
„Menschen sind grausam, aber ich auch. Haben hier irgendwo Whiskey? Ich würde sogar Vodka trinken. Oder Crystal nehmen", scherzt Merle.
„Hört sich gut an", sage ich und gehe in Richtung einer Art Abstellkammer. Merle folgt mir.
„Du bist mir sympathisch", lacht Merle während ich die Schränke nach Alkohol durchsuche und Merle mir hilft.
„Merle?", eine bekannte Stimme kommt auf uns zu. Daryl.
„Was wird das hier?", fragt Daryl während er uns mustert.
„Wir wollten grade antworten", entgegnet Merle.
„Nein wollten wir nicht. Wir wollten weiter Alkohol suchen", gebe ich meinen Senf dazu.
„Dein Ernst? Du stiftest die zum Trinken an?", fragt Daryl seinen Bruder entsetzt.
„Eher andersrum", lacht Merle.
„Daryl ich bin 22. Außerdem werden wir sowieso alle sterben. Warum also nicht mit nem hohen Alkoholpegel", scherze ich, meine es dennoch ernst.
„Victoria-", will Daryl sagen, doch ich unterbreche ihn.
„Nein nichts Victoria. Ihr alle guckt Merle so an als wäre er der Teufel in Person aber ganz ehrlich, wir sind keines Wegs besser. Wir liefern Michonne dem Gouverneur aus. Und wir alle werden trotzdem sterben. Und du? Du machst nur das was Rick dir sagt. Und um deine Machtkomplexe hochzuschaukeln willst du es an anderen auslassen. Vergiss es. Nicht mit mir Dixon", sagte ich während ich ihm immer dichter komme, ehe ich mich abwende und Richtung Tür gehe.
„Wo sind deine Eier hin Daryl? Die kleine hat echt Feuer. Genau das was du brauchst", höre ich Merle noch sagen, ehe ich nach draußen verschwinde und Wache halte. Nach ca. einer halben Stunde sehe ich wie Daryl das Gefängnisgelände verlässt. Aber nicht normal, sondern halb rennend.
Da niemand weiteres außer mir hier draußen ist, beschließe ich ihm schnell zu folgen. Mit großem Abstand zu ihm aber immer noch so, dass ich Daryl sehen kann folge ich ihm. Was auch immer er vorhat, werde ich bald wissen. Ich traue meinen Augen kaum als Michonne mir entgegen kommt. Ich ziehe sie am Arm zu mir an den Straßenrand.
„Michonne? Was ist passiert?", frage ich sie verwirrt.
„Merle wollte mich dem Gouverneur ausliefern. Doch dann hat er mich freigelassen und meinte ich soll zu den anderen gehen. Er hätte noch was zu erledigen. Bist du zusammen mit Daryl hier?", fragt Michonne mich.
„Nein. Aber er sucht jetzt vermutlich Merle, richtig?", frage ich sie, woraufhin sie nickt.
„Sag Rick ich komme mit den Dixons nach", und schon folge ich Daryl.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Merle wiederfinden werden. Schließlich kann Daryl sehr gut Spuren lesen und er weiß am Besten wie sein Bruder tickt. Die Gegend in der wir uns befinden kommt mir bekannt vor. Das ist das Gelände, wo die Verhandlung mit dem Gouverneur stattfinden sollte. Leise schleiche ich zwischen den Silos, Daryl hinterher. Verwunderlicher weise liegen hier überall tote Beißer. Nach einer Zeit bleibe ich hinter einem Silo stehen um alles genaustens zu beobachten. Daryl erledigt noch ein paar übrige Beißer ehe er abrupt stehen bleibt. Ich komme ein Stück hervor um zu sehen was ihn so zum stehen bleiben anregt. Doch als ich sehe was es ist halte ich mir geschockt die Hand vor den Mund und Tränen sammeln sich in meinen Augen an.
Merle ist zu einem Beißer geworden. Eben hat er noch jemand anderen gefressen doch nun kommt er auf Daryl zu. So nah, dass er Daryl beißen könnte. Doch er schiebt Merle einfach nur von sich weg. Grade als ich eingreifen wollte schubst Daryl ihn zu Boden und rammt Merle ein Messer in den Kopf. Wieder und wieder sticht er auf ihn ein. Schnell laufe ich zu ihm und ziehe Daryl von ihm runter. Weinend lässt sich dieser auf die Knie in die Wiese fallen und ohne was zu sagen ziehe ich Daryl in meine Arme.
Es zerbricht mich Daryl, den harten Typen, so zerbrochen zu sehen. Aber es ist klar. Er war sein Bruder. Daryl erwidert meine Umarmung und klammert sich regelrecht an mich. Nun laufen auch mir ein paar Tränen über die Wange und ich drehe Daryls Kopf von seinem Bruder weg. „Es tut mir so leid", hauche ich und halte Daryl fester im Arm. Das hätte er für mich genauso gemacht. Nach einer Zeit löst Daryl sich.
„Komm", meint er.
„Nein", entgegne ich und laufe zum Feld um 2 Blumen zu pflücken. Eine lege ich auf Merles Oberkörper. Die andere gebe ich Daryl.
„Das ist blödsinn"
„Mach es.", sage ich ihm und er kniet sich neben seinen Bruder um ihm ebenfalls eine Blume auf seinen Oberkörper zu legen. Danach helfe ich Daryl hoch und wir gehen los. Eine Zeit lang sagen wir nichts.
„Warum bist du mir gefolgt", fragt Daryl.
„Hab dir nicht getraut", antworte ich und dann schweigen wir wieder, bis wir beim Gefängnis sind.
Anscheinend hat Rick reinen Tisch gemacht und den anderen die Wahrheit über den Deal gesagt. Nun beschließen wir von hier abzuhauen, da alle ihre Sachen gepackt haben. Doch bevor wir wirklich abhauen, werden wir dem Gouverneur eine Lektion erteilen.
Wir haben ein paar von den Beißern als Falle in einen Raum gelockt. Einige von uns sind außerhalb des Gefängnisses und einige innerhalb. Zu den Leuten die innerhalb des Gefängnisses sind, gehöre ich. Nachdem der Gouverneur das Gefängnis gestürmt hat und in die Falle mit den Beißern getappt ist, laufen alle raus. Glenn beginnt zu schießen also tun wir es ihm gleich. Mit wir meine ich Rick, Michonne, Glenn, Maggie, Carol, Daryl und mich. Wir schießen auf sie und tatsächlich ziehen sie sich zurück. Freudestrahlend gehe ich zu den anderen.
„Wir sollten hinterherfahren", meint Daryl.
„Und sie dann töten", ergänzt mit Michonne.
„Sie werden auf jeden Fall nicht aufgeben", füge ich hinzu.
„Sehen wir nach den anderen", erklärt Rick und wir gehen rein.
Wie abgesprochen kommen dort auch schon Carl, Beth, und Hershel. Naja gut und Judith. Es geht ihnen also gut. Carl berichtet, dass er einen Jungen getötet hat. Und das hätte nicht sein müssen, a er sich laut Hershel ergeben wollte. Carl geht es nicht gut. Ganz und gar nicht. Ich will zu ihm gehen und mal mit ihm reden, doch Rick hält mich zurück. Also gehe ich mit gesenktem Kopf und den anderen nach draußen. Nach einer Weile kommt Rick zu uns.
„Rick, wir bleiben hier. Falls der Gouverneur zurück kommt halten wir ihn auf", meint Glenn und deutet auf sich, Maggie und mich.
„Nur wir 3? Gut.", klinkt sich Daryl mit ein und richtet sich an Rick.
Und schon fahren Rick, Michonne, Daryl und ich los Richtung Woodbury um Andrea zu holen. Nach einer Weile kommen sie wieder und sofort öffne ich das Tor. Sie sind zurück. Ohne Andrea. Dafür aber mit Tyreese, Sacha und anderen aus Woodbury die sich uns anschließen wollen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher ob es gut ist, hier zu bleiben. Der Gouverneur könnte jeden Moment zurück kommen.
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Bereit zu sterben - Daryl Dixon
FanfictionVictoria Johnson ist mit 21 Jahren eine angehende Ärztin. Grade soll sie sich darum kümmern eine Leiche zu obduzieren, als diese plötzlich zu leben erwacht. Da sie nach einem Jahr immer noch nicht ihre Familie gefunden hat, beschließt sie zum Zentru...
