Daryl schüttelt nur den Kopf und geht wieder vor. Ich folge ihm und mein Blick fällt wieder auf seine Weste mit den Flügeln darauf. Die ist mir schon aufgefallen als wir früher vom Zentrum für Seuchenkontrolle weggefahren sind und ich aus dem Fenster geguckt habe, während er mit seinem Motorrad vorgefahren ist. Es sind Engelsflügel. Und tatsächlich ist er wirklich sowas wie mein Schutzengel. Doch das werde ich ihm nie sagen. Das pusht nur sein Ego. Genau das will ich vermeiden.
„Das ist kein Beißerblut", meint Daryl und deutet auf ein Blatt welches ich genauer betrachte. Er hat Recht. Dafür ist das Blut hier viel zu hell. Jemand lebendes war also hier. Genau in diesem Moment attackiert mich von hinten ein Beißer. Ich muss ihn mit beiden Händen von mir drücken, da er mich sonst beißen oder kratzen würde. Ich schaffe es jedoch nicht an mein Messer zu kommen, weswegen Daryl ihn sofort von mir zieht und auf den Boden drückt. Ich ziehe mein Messer hervor und ramme es dem Beißer in den Kopf.
„Danke", sage ich leise während ich Daryl vom Boden hoch helfe.
„Komm wir sollten weiter", entgegnet er und hält meine Hand länger als nötig fest um mich ein Stück mit zu ziehen. Langsam entziehe ich mich seiner Hand und wir kommen an alten, verlassenen Bahngleisen an. Neben diesen hocken 3 Beißer die irgendwas frisches fressen. Ich nehme meinen Bogen und schieße einem direkt meinen Pfeil in den Kopf. Daryl tut es mir mit seiner Armbrust gleich. Der letzte Beißer wird zeitgleich durch unsere beiden Pfeile durchbohrt. Daryl und ich gucken uns kurz an, ehe wir auch schon zu den toten Beißern gehen und unsere Pfeile herausziehen.
„Oh nein", sage ich leise und sofort guckt Daryl mich an.
Ich deute nur auf einen kleinen Kinderschuh der neben den ganzen Innereien liegt.
„Wir sollten eine bleibe für die Nacht finden", meint Daryl und legt seine Hand auf meine Schuler. Langsam nicke ich und wir gehen wieder durch den Wald. Als wir eine sichere Stelle gefunden haben zünden wir wieder ein Lagerfeuer an. Ich sammle noch einige Hölzer während Daryl auf den Platz links neben sich klopft. Also setze ich mich zu ihm.
„Wie geht es dir gesundheitlich? Ich meine du hast Blut gehustet und sahst wirklich scheiße aus und kämpfst dich jetzt mit langen Strecken durch den Wald", fragt Daryl und er hört sich tatsächlich besorgt an.
„Es geht schon. Ich habe noch ziemliche Kopfschmerzen, aber ich weiß ja, dass du mich nicht sterben lässt", antworte ich.
„Wenn du mir noch ein bisschen auf die Nerven gehst, bringe ich dich sogar eigenhändig um", lächelt er etwas weswegen ich gegen seinen Oberarm schlage. Doch da keine Reaktion von ihm kommt, scheint es ihn nicht zu stören. Wahrscheinlich hat er das nichtmal gemerkt, was mich bei den ganzen Muskeln nicht wundern würde. Als ich grade anfange mich zu entspannen höre ich es knacken und gurgeln. Doch nicht nur das. Es beginnt auch zu gewittern.
„Daryl", ich stoße ihn an und deute auf eine große Horde von Beißern.
„Oh scheiße", sofort steht er auf und zieht mich am Arm hoch. Schnell trete ich das Feuer aus und schon laufen wir wieder dicht gefolgt von den Beißern durch den Wald. Wir kommen an einem größeren Busch an, der wahrscheinlich den Wald von der Straße trennt. Daryl geht einfach hindurch, also tue ich es ihm gleich. Vor uns steht nun direkt ein altes kaputtes Auto. Ich setze mich direkt auf den Fahrersitz um zu gucken ob das Auto noch fährt, doch Fehlanzeige. Also steige ich wieder aus und die schrecklich ächzenden Geräusche der Beißer kommen immer näher.
„Los, hier rein", meint Daryl und öffnet den Kofferraum.
Ich schüttle nur den Kopf, jedoch guckt Daryl mich mahnend an, weswegen ich sofort in den Kofferraum krabbel. Kurz danach folgt auch Daryl und macht die Kofferraumklappe von innen zu. Ich gebe ihm eine Art Band, welches er nimmt und den Kofferraum nochmals sicherheitshalber festbindet. Prüfend blickt Daryl zu mir weswegen ich nicke. Eng an eng sitzen bzw. liegen wir halb im Kofferraum. Die Beißer scheinen das Auto bemerkt zu haben und wackeln nun daran rum. Daryl sitzt mit der Armbrust bereit und ich mit meinem Messer. Das ist auch perfekt. Nicht zu klein aber doch handlich. Wir verbringen die ganze Nacht so. Hellwach in einem Kofferraum, während die hellen Blitze durch das Kofferraumfenster gut sichtbar sind.
Als es schon Hell draußen ist und man nichts mehr hören kann, beschließe ich das Band ab zu machen und aus dem Kofferraum zu klettern. Sofort scheint mir grelles Licht entgegen.
„Strahl ja fast so schön wie du", sagt Daryl während er sich angewidert die Hand vors Gesicht hält und ebenfalls aus dem Kofferraum klettert.
Somit durchsuchen wir das Auto nach sinnvollen Sachen und packen davon einiges in einen großen schwarzen Sack. Ich versuche diesen hochzuheben, doch Daryl nimmt ihn mir ab und schwingt sich den Sack elegant über die Schulter. Schon läuft er weiter die leere Straße entlang und ich folge ihm. Irgendwie sind wir schon wieder im Wald gelandet. Es zieht uns immer wieder dahin und umso glücklicher bin ich darüber, dass ich mir eine kurze Hose angezogen habe.
„Wir sollten hier bleiben und erstmal was essen", meint Daryl und legt seine Sachen ab.
„Okay", entgegne ich und beginne ein Loch zu graben.
Dort hinein lege ich alte Papiere aus dem Auto und ein paar Stöcker. Ich gucke kurz rüber zu Daryl, welcher grade ein Eichhörnchen fokussiert hat. Er schießt, doch trifft nicht. Ich konzentriere mich wieder auf meine Aufgabe und lenke mithilfe des Autospiegels den ich mitgenommen habe, die Sonnenstrahlen auf die alten Papiere. Und schon beginnt der Haufen zu brennen. Innerlich feier ich mich ja grade selber ein bisschen, aber das kann nicht so zeigen. Sonst kommt wieder irgendein Kommentar. Nach dem Misserfolg von Daryls Seite aus spannt er ein Drahtseil mit alten Autoteilen um uns herum. Falls also jemand in unsere Nähe kommt und dort reinläuft, klappert es und wir sind sofort alarmiert. Ganz so blöd ist er ja nicht...
Nach kürzester Zeit steht Daryl vor mir und hält grinsend eine tote Schlange in die Höhe, welche er direkt vor meinen Augen häutet. Angewidert verziehe ich das Gesicht doch Daryl grinst nur blöd.
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Bereit zu sterben - Daryl Dixon
FanfictionVictoria Johnson ist mit 21 Jahren eine angehende Ärztin. Grade soll sie sich darum kümmern eine Leiche zu obduzieren, als diese plötzlich zu leben erwacht. Da sie nach einem Jahr immer noch nicht ihre Familie gefunden hat, beschließt sie zum Zentru...
