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Es wird langsam wieder hell und Daryl hat beschlossen mir beizubringen wie man Spuren liest und wie man richtig Jagd. Ich habe bereits die Spur eines Rehs gefunden welche sich jedoch mit Spuren von einem Beißer vermischen. Leise folge ich diesen Spuren, immer dicht gefolgt von Daryl. Als wir hinter einem Busch hervor kommen sehen wir wie der Beißer bereits über dem Reh hockt und dieses frisst. Ich gehe einen Schritt nach vorne um den Beißer besser zu treffen doch etwas verfängt sich schmerzhaft in meinem Knöchel. Eine Art Bärenfalle schnappt direkt zu und ich knicke zu Boden.

„Vic", ruft Daryl und tötet erst den Beißer der auf mich zukommt. Danach öffnet er geschickt die Falle, weswegen ich vor Schmerz etwas aufkeuche.

Daryl beugt sich zu mir runter und hakt sich bei mir ein. Somit hilft er mir hoch und stützt mich etwas beim Gehen. Wir laufen so eine ganze Weile durch den Wald und bei jedem weiteren Schritt, beginnt mein Knöchel mehr zu schmerzen.

„Können wir kurz eine Pause machen?", frage ich Daryl und löse mich von ihm um ihm in die Augen zu gucken.

„Tut es doll weh?", fragt Daryl besorgt.

„Geht bestimmt gleich wieder", antworte ich.

„Komm her", meint Daryl und geht etwas in die Knie, während er sein Arme nach hinter ausstreckt. Verwirrt gucke ich ihn an.

„Kennst du kein Huckepack?", fragt er mich. Ich lächle nur leicht und springe vorsichtig auf seinen Rücken.

„Du bist leichter als gedacht", sagt Daryl und legt seine Hände an meine Oberschenkel um mich besser zu halten, sodass ich nicht runterrutschen kann.

Und somit gehen wir- naja oder vielmehr Daryl weiter. Wir sehen von weitem schon ein großes Anwesen, den Gräbern hier nach zu urteilen ist das ein Bestattungsinstitut oder ähnliches. Daryl geht weiter auf das Gebäude zu, da wir sowieso noch eine bleibe für die Nacht brauchen und das Haus dafür grade Recht kommen würde. Kurz vor dem Haus rutsche ich von seinem Rücken und stelle meine Füße vorsichtig auf den Boden. Daryl nickt mir zu und öffnet die Tür des Hauses. Er geht zuerst rein und dann folge ich. Der Eingangsbereich ist ziemlich groß und hier drinnen ist es grau und weiß gehalten.

„Das ist ziemlich sauber hier", stelle ich fest doch Daryl geht nur weiter voran.

Wir kommen in einem Raum an, in dem sich ein Sarg mit einem toten Menschen befindet. Also hat sich meine Vermutung mit dem Bestattungsinstitut bestätigt. Daryl guckt sofort nach ob dieser Mensch eine Verletzung am Kopf hat, bzw. ob sein Gehirn beschädigt wurde. Und zum glück wurde er erlöst.

„Der sollte keine Gefahr darstellen", erklärt Daryl und geht weiter, also folge ich ihm. Wir kommen in dem Raum an, wo die Menschen nach dem Tod noch einmal hergerichtet werden. Auf den 2 Tischen liegen bereits 2 Tote, welche bereits aber auch schon am Hirn verletzt wurden. Somit können sie sich nicht mehr in Beißer verwandeln Daryl durchsucht einen Schrank und holt Verbandszeug hervor.

„Komm verbinden wir deinen Knöchel", meint er und kommt auf mich zu. Sanft aber bestimmend legt er seine Hände an meine Hüfte um mich auf einen Tisch zu heben.

„Ich kann das auch alleine", erkläre ich. Ich meine schließlich bin ich ja auch Ärztin. Doch Daryl guckt mich nur mahnend an. Also stütze ich meine Hände auf dem kalten Tisch ab und lehne mich etwas zurück.

Behutsam wickelt Daryl den Verband um meinen blutenden Knöchel. Ich beobachte ihn dabei wie er die Binde fixiert und dann wieder aufsteht. Er steht zwischen meinen Beinen und guckt mich an.

„Danke Doktor Dixon", sage ich lächelnd und gucke ihm direkt in seine blauen Augen.

„Gerne Miss Johnson", antwortet er und hilft mir wieder vom Tisch herunter.

Wir laufen weiter durch das Haus in der Hoffnung etwas essen zu finden. Und das tun wir zum Glück auch. Wir sind grade in einem Raum angekommen der aussieht wie eine Küche, als Daryl die Hängeschränke aufreißt. Und tatsächlich befindet sich dort essen. Konservendosen, gebratene Schweineohren, Erdnussbutter und 2 große Flaschen Cola. Daryl nimmt direkt ein Glas heraus.

„Warte mal. Da ist kein Krümel Staub drauf", sage ich ihm.

„Wahrscheinlich hat das grade jemand hier rein gestellt", meint Daryl.

„Das heißt, jemand lebt hier. Das würde auch erklären warum es hier alles so sauber ist", füge ich hinzu.

Daryl zuckt nur mit den Schultern und isst die Erdnussbutter mit seinen Fingern ehe er sich diese hastig in den Mund steckt. Angeekelt gucke ich ihn an, doch Daryl lässt sich nicht stören. Im Gegenteil. Er lacht nur und kommt mir mit seinen schmiereigen Erdnussbutterhänden immer näher. Ich schüttle lachend den Kopf und weiche nach hinten aus.

„Bitte lass das Daryl", kicher ich doch er ist kurz davor mich auf meiner Nasenspitze zu berühren.

„Sicher?", fragt er und hält mir seine Hand hin.

„Als ob ich jetzt deine Finger ablecke", lache ich, weswegen Daryl auch etwas schmunzeln muss. Schulterzuckend isst er seine Erdnussbutter weiter, während ich in den nächsten Raum gehe.

Der Raum ist ziemlich groß, doch trotzdem befinden sich nur wenige Dinge hier drinnen. Ein Klavier, ein paar Stühle und einige Kommoden. Nicht zu vergessen der riesige Sarg der völlig leer ist und in den mindestens 2 Leute passen. Doch meine Aufmerksamkeit hat voll und ganz das Klavier. Also setze ich mich an dieses.

Ich hatte so eins auch vor der Apokalypse. Mit bereits 5 Jahren konnte ich spielen wie eine Göttin. Das meinte zumindest meine Mutter immer. Sie hat es geliebt mir beim Klavierspielen zuzuhören. Ich habe es auch geliebt. Ich konnte abschalten und einfach alles um mich herum vergessen. Aber vor allem konnte ich meine Mutter glücklich machen.

Ich lege meine Finger auf die schwarzen und weißen Tasten und beginne ein Stück zu spielen. Und es hört sich perfekt an. Ich habe es also doch nicht verlernt. Nach ein paar Minuten bekomme ich mit, dass sich jemand in den Türrahmen gelehnt hat, also drehe ich mich ruckartig um. Erleichtert atme ich aus als ich sehe, dass es nur Daryl ist.

„Das Haus ist abgesichert", erklärt er und legt sich vor mir in den großen Sarg.

„Wirklich?", frage ich ihn.

„Das ist das bequemste Bett seit Monaten", antwortet er, weswegen ich nur lachend den Kopf schüttle.

„Spiel weiter", fordert mich Daryl auf.

Ich überlege kurz doch schließlich beginne ich doch zu spielen. Ein trauriges Lied. Aber ich mag traurige Lieder. Zumindest wenn ich sie auf dem Klavier spiele. Das war früher auch schon so. Ich spiele also weiter und gucke währenddessen kurz hoch zu Daryl, welcher mich bereits mit einem Lächeln beobachtet. Ich spiele das Lied zu Ende und gucke wieder zu Daryl. 

Bereit zu sterben - Daryl Dixon Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt