Kapitel 31

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Seit Mary und Jason nicht mehr da sind, sind einige Stunden vergangen. Maeve und ich haben nicht miteinander geschlafen. Wir lagen einfach nur auf dem Sofa und haben miteinander gekuschelt. Wir haben nicht wirklich ein Wort miteinander gewechselt, aber das brauchen wir nicht. Ich finde es gerade schön so. Maeve liegt halb auf mir und hat ihre Arme um mich geschlungen, meine Hände befinden sich in ihren Haaren und ich kraule ihr die Kopfhaut.

"Wollen wir langsam schlafen gehen? Ich bin total müde." Ich warte ein paar Sekunden, aber es kommt keine Antwort. Ich merke, das Maeve auf mir eigeschlafen ist, mal wieder. Da sie auf mir liegt wird es jetzt sehr schwierig, ins Bett zu kommen. Ich will sie auf keinen Fall aufwecken. Hinlegen und schlafen kann ich aber auch nicht, da ich sie dazu bewegen müsste. Was mach ich jetzt?

Nach etwa 30 Minuten, in denen ich einfach durch social Media gescrollt habe, bewegt sich Maeve. Sie rollt sich zu Hälfte von mir runter und ich merke, das ich aufstehen kann. Langsam setzte ich das freie Bein auf dem Boden ab und versuche mein rechtes zu befreien. Sobald ich Maeve durch meine Bewegungen nicht mehr wecken kann, nehme ich die Decke von der Sofalehne und decke Maeve damit zu.
Sie ist echt süß, wenn sie schläft.

Müde schlurfe ich ins Schlafzimmer und zieh mir andere Sachen an. Vor dem zu Bett gehen, putze ich mir noch schnell die Zähne und flechte meine Haare zu einem leichten Zopf.
Mit geflochtenem Zopf und geputzten Zähnen werfe ich mich auf mein Bett, krieche unter die weiche Decke und schließe meine Augen.

Ich öffne mein Augen und denke ich habe bestimmt 10 Stunden geschlafen, allerdings ist es überall dunkel. Also entweder habe ich den ganzen Tag verschlafen, oder es ist immer noch Nacht.
Ich blicke auf den digitalen Wecker, auf meinem Nachttisch. Es ist noch derselbe Tag. Ich wache sonst nie in der Nacht auf -ok doch in der einen Nacht, mit dem Kuss, aber da war ich auch einfach viel zu nervös.

Ich drehe mich um und suche nach der Ursache, wegen der ich wach geworden bin. Hinter mir liegt Maeve. Sie muss wohl auf dem Sofa aufgewacht worden und dann hierher gekommen sein.
"Schlaf schon weiter Süße", flüstert Maeve mit kratziger Stimme.
Ich presse meine Lippen aufeinander und gebe ein Piepen von mir, was ein kleiner Aufschrei wäre, wenn ich meine Lippen nicht so fest zusammendrücken würde.

Ich hoffe, dass wenn ich jetzt meine Augen öffne, die Sonne durch mein Fenster scheint.
Und so ist es. Ich gucke auf meinen Wecker. 11:36.
Aber Maeve liegt nicht mehr rechts von mir. Und ich höre auch keine Geräusche aus der Küche oder dem Bad. Ich stehe auf und reibe mir mehrmals die Augen, um richtig sehen zu können.
Auf dem Weg in die Küche hebe ich kau die Füße vom Boden an.

Ich finde Maeve in der Wohnung nicht, aber dafür einen Zettel auf dem Esstisch.

Guten Morgen meine Süße,
ich hoffe du hast gut verschlafen und konntest auch schnell wieder einschlafen, nachdem ich dich aus versehen geweckt habe. Tut mit leid, das ich gestern einfach eingeschlafen bin, bevor wir noch ein bisschen miteinander reden konnten oder sowas. Tut mir auch leid, das ich einfach gegangen bin, bevor wir miteinander frühstücken konnten oder uns zumindest guten Morgen sagen konnten, aber ich wollte dich nicht wecken, du weißt wie sehr ich es hasse dich aus dem Schlaf zu reißen, wenn du dabei so süß aussiehst. Ich danke dir aber dafür, das du mich zugedeckt hast und mich nicht geweckt hast, als du aufgestanden bist.
Ich bin heute morgen sehr früh wach geworden und habe mit meiner Mom telefoniert. Wenn du das hier liest bin ich wohl gerade bei ihr und wir reden miteinander. Wir beide sind der Meinung, das es langsam Zeit ist unseren Streit zu klären. Allerdings, egal, ob wir uns versöhnen oder nicht, komme ich heute Abend wieder. Versprochen.
Wir sehen uns dann in ein paar Stunden.
Ich liebe dich, Süße.

Ich lächele über beide Ohren und lesen den letzten Satz immer und immer wieder.
Ich liebe dich, Süße. Ich liebe dich, Süße. Ich liebe dich, Süße.
Immer noch lächelnd schalte ich die Kaffeemaschine an und hole das Müsli aus dem Regal.
Immer noch lächelnd setzte ich mich mit Kaffee und Müsli auf die Couch und schalte Gilmore Girls an.

Ich lächele immer noch, als Jason die Tür aufschließt und mich freundlich begrüßt.
"Hey."
"Hey."
"Gibt's noch Kaffee?"
"Danke mir geht's gut Jason, dir auch? Wie geht es Mary? Ob ich gute geschlafen habe? Ja klar, und du?"
"Sorry, unsere Maschine spinnt."
"Nimm dir", grinse ich und deute auf die Kaffeemaschine.
"Danke,", schmunzelt Jason und macht sich eine Tasse voll "wo ist Maeve?"
"Bei Anna", antworte ich und drücke den Stopp Knopf, auf der Fernbedienung.
Mit seiner vollen Tasse setzt Jason sich neben mich und grinst mich so an, wie gestern Abend.

"Ich weiß, das du es weißt, also frag."
"Wie wars?", fragt er direkt, bevor ich meinen Satz überhaupt richtig beendet habe.
"Sehr gut."
"Sehr gut?"
"Sehr gut."
Wir beide kichern und trinken unseren Kaffee.
"Läuft da eigentlich was, zwischen dir und Marie?" (Maeves Freundin von der Party in Kapitel 1)
"Ja." Jason fängt direkt nach seiner Antwort an verlegen zu grinsen und er wird rot. Sehr rot.
"Was festes?"
"Ich hoffe es. Du weißt ja, das ich sie schon sehr lange mag und jetzt interessiert sie sich auch endlich für mich."
"Ist das dein ernst Jason? Sie steht gefühlt seit Jahren auf dich. Mindestens seit der Party auf der wir an meinem 16. Geburtstag waren."
Darauf antwortet Jason nichts, ich denke weil er weiß, das ich Recht habe, auch wenn er es immer noch nicht glauben kann und auch nie konnte. Aber ich weiß aus bester Quelle, das sie seit Ewigkeiten auf ihn steht, nur genauso viel Schiss hatte ihn anzusprechen, wie er auch.

My cutieWo Geschichten leben. Entdecke jetzt