Kapitel 10

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!!TW: Anzeichen einer Panikattacke!!

In der Stadt, gehen wir in das Café, in dem wir auch waren, als Ivy Geburtstag gefeiert hat.
"Maeve, da vorne ist was frei geworden." Informiert Ivy mich, während Mary schon den Tisch besetzt.
Wir setzen uns um den Tisch, kurz darauf kommt ein Kellner und gibt uns die Karten.
"Sorry ich muss kurz auf die Toilette." Entschuldigt Ivy sich und verschwindet, hinter einer braunen Holztür.

Der Kellner kommt und will die Bestellung aufnehmen.
"Oh eine Person fehlt, oder? Wollen sie trotzdem schonmal bestellen?"
"Ja, gerne." Antworte ich höflich, weil ich genau weiß, was Ivy trinken will.
"Einen Latte und einen Cappuccino für das Mädchen, neben mir." Sage ich und zeige auf den Platz, auf dem Ivy eben saß.
"Für mich, einen Kräutertee bitte."
Der Kellner steckt den Stift und den Notizblock wieder ein und verschwindet, hinter der Theke.
Mary sieht mich, mit einer angehobenen Augenbraue, an und erwartet wohl etwas von mir.
"Was?" Frage ich, weil ich nicht weiß, was sie von mir will.
"Du bist in sie verliebt oder? Das sieht ein Blinder mit Krückstock. Wie du sie ansiehst und sie am liebsten den ganzen Tag, um dich haben willst, der leichte Schmerz in deinen Augen, wenn du wieder nach Hause musst, dein Blick, wenn sie das Zimmer betritt."
"Ich-" fange ich den Satz an, aber werde durch das Geräusch der Stuhlbeine, auf dem Boden, neben mir unterbrochen. Ivy ist von der Toilette zurück.

"Hey, habt ihr schon bestellt?" Fragt sie und lässt sich auf den Stuhl fallen. Ich spiele nervös mit meinen Fingern, unterm Tisch.
"Ja, ich hab dir einen Cappuccino bestellt, ist doch richtig oder?" Fragt Mary, Ivy. Mein Blick huscht zu Mary und sie guckt gelassen Ivy an.
"Ja, danke dir."

Mein Bein fängt an auf und ab zu hüpfen. Warum jetzt?
Ich sehe zu Ivy, wie sie in die Speisekarte guckt und sich die Haare, hinters Ohr streicht. Nervös blicke ich mich um und merke Marys starren Blick, auf mir.
Sie hebt beide Augenbrauen an und nickt mit ihrem Kopf zu Ivy.
Auf einmal spüre ich eine kalte Hand, auf meinem Oberschenkel. Ivy versucht mein Bein zu beruhigen, welches immer schneller zittert. Mein Blick liegt immer noch bei Mary, die davon anscheinend nichts mitbekommen hat, was auch gut so ist.

"Tut mir leid, ich muss auch mal auf Klo." Sage ich, um dieser Situation zu entkommen und vor allem Marys unheimlichen Blick auf mir. Ich schließe die Kabinentür hinter mir, setzte mich auf das Klo und atme erstmal durch.
Mit beiden Händen fahre ich mir durch die Haare und bleibe kurz einmal stocken.
Was war das gerade?! Scheiße!

Ich merke wie mein Puls langsam wieder in den Normalberreich fällt und meine Atmung sich wieder gesund anhört. Meine Hände hören auf zu zittern und ich kann wieder klar denken. Vorsichtig stehe ich auf und atme noch einmal durch. Wieder am Tisch, wo die Getränke schon stehen, schaue ich auf meine Handyuhr. 10:08.
Okay, ich schaff das. Ich nehme als erstes, einen Schluck von meinem Latte.

Nach ein paar Minuten, kommt der Kellner und bringt uns, unser Frühstück.
Ich hab gar nicht gesagt was ich will.
Er stellte meinen Teller, vor mich und ich konnte einfach nicht anders, als fett zu grinsen.
"Hast du das bestellt?" Frage ich und sehe dabei zu Ivy.
"Ja, du hast eben nicht einmal in die Karte geschaut, also willst du im Moment nichts anderes, als das." Antwortet sie und befüllt ihre Gabel, mit ihrem Rührei.
"Was hast du denn?" Fragt Mary und blickt von ihrem Teller auf.
"Pancakes, mit Blaubeeren, Schokosauce und einer extra Portion Sahne, mein Lieblingsfrühstück."
Mary lacht und beißt in ihr Brötchen.
"Was?" Lache ich, glücklich über meine Pancakes, aber auch verwundert, weil Mary lacht.
"Nichts, nur mit genau diesen Worten hat Ivy sie eben bestellt. Bei ihr kam es, wie aus der Kanone geschossen." Lacht sie weiter.

Ich blicke zu Ivy, die genüsslich ihr Rührei isst und mir ein kleines Lächeln schenkt. Ich gab ihr ein kleines, gezwungenes Lächeln zurück und widme mich wieder meinen Pancakes.

Wir begeben uns wieder auf den Rückweg, nachdem Mary freundlicherweise, für uns alle bezahlt hat. Mary will noch in ein paar Geschäfte, also trennten sich unsere Wege.
Ivy und ich laufen durch ein paar Einkaufsstraßen und unterhalten uns ein wenig.
Aus heiterem Himmel, spüre ich Ivys Hand auf meiner Hüfte und ihren Arm, der hinter meinem Rücken ist. Ihr Griff, an meiner Hüfte wird fester und sie zieht mich näher an sich heran. Verdutzt schaue ich sie an. Ihr Kopf ist nach hinten gedreht und ihr Gesichtsausdruck sieht angsteinflößend aus. Ich schaue nach hinten und versuche herauszufinden, was sie so anstarrt. Ich sehe nur einen mittelalten Mann, mit ein wenig Panik im Gesicht. Ivy sieht ihm direkt in die Augen.
Hat er gespannert? Ich lache leise und drehe mich wieder nach vorne. Ivy dreht sich auch wieder nach vorne und sieht sauer auf den Boden. Der Mann entfernt sich von uns und wir laufen weiter.

Wieder bei Ivy in der Wohnung, setzten wir uns aufs Sofa und spielen Uno. Sie gewinnt fast immer.
Irgendwann setzen wir uns auf den Boden, um Monopoly zu spielen. Auch darin ist Ivy verdammt gut, trotzdem hab ich -sehr knapp- gewonnen.

Die Zeit verging, wie im Flug. Wir spielten noch einige Gesellschaftsspiele und unterhielten uns, über die absurdesten Themen. Es wird immer später und es ist langsam Zeit für mich, nach Hause zu gehen.
Ivy begleitet mich noch zur Bushaltestelle, die direkt vor dem Haus ist.
Zum Abschied, gebe ich ihr einen kleinen Kuss auf die Wange -sie weiß genau wofür- und steige dann in meinen Bus. Ich sehe noch, wie sie lächelt und beobachte, wie sie zurück ins Haus geht.

Ich hatte einen schönen Tag heute mit Ivy. Ich hoffe es wird mehrere solcher Tage geben. Sie ist die beste Freundin, die man sich nur vorstellen kann. Ich hoffe, wir werden noch lange Freunde bleiben.

My cutieWo Geschichten leben. Entdecke jetzt