!!TW: Anzeichen von Depressionen!!
Nachdem ich gestern meinen Arsch hochbekommen habe und mich dazu entschieden habe, endlich was zu tun steht heute die nächste Aufgabe vor mir.
Ich will mich wieder wie ich fühlen und nicht wie irgendeine durch Schmerz kreierte Person. Ich will wieder glücklich sein und mich völlig entfalten können.
Also fahre ich weg. Nur ich ganz allein.
Ich muss raus aus dieser Stadt, in der mich alles an sie erinnert und wenn ich wiederkomme und die Sachen mich immer noch an sie erinnern, will ich glücklich darüber sein die Zeit mit ihr gehabt zu haben und die Erinnerungen werden einfach nur Erinnerungen sein, nicht mehr und nicht weniger.Ich packe alle meine Lieblingssachen zusammen in insgesamt zwei große Rucksäcke.
Bevor ich gehe, schreibe ich Jason noch einen Zettel, damit er weiß, das alles ok ist, wenn er das nächste mal hier ist und ich es nicht mehr bin.Mein Motorrad steht in der kleinen Garage, die ich neben dem Haus gemietet habe, unter einer schwarzen Plane, die schon mehrere Staubschichten trägt. Ich ziehe sie runter und betrachte nach Monaten endlich wieder das Motorrad.
Um ehrlich zu sein hatte ich in den letzten Monaten Angst damit zu fahren, denn ich hatte die Befürchtung ich könnte etwas sehr sehr dummes tun, aber ich konnte Mary und Jason das nicht zumuten.Ich weiß, Mary wollte heute eigentlich kommen, aber wenn ich jetzt nicht gehe, werde ich es vielleicht nie schaffen. Also stülpe ich mir den glänzenden schwarzen Helm über den Kopf und starte den Motor.
Ich rolle sie auf die Straße und schließe das Tor ab. Dann steige ich auf und lasse den Motor einmal aufheulen.Mit all meinem Zeug fahre ich mit 200 Km/h über die Autobahn von New York. Ich sause an diversen Autos, Lastwagen, Wohnwägen und anderen Motorradfahrern vorbei, was total Spaß macht.
Ich hätte das mal viel früher machen sollen.
Allerdings habe ich noch keine Ahnung wo ich wirklich hin will, aber egal. Der Tag ist noch lang.
Ein paar Motorradfahrer begrüßen mich, mit einem kleinen Handzeichen und ich grüße freundlich zurück. Irgendwann stoße ich auf der 95 Richtung Richmond, Virginia auf eine große Biker-Gruppe und fahre ein paar Kilometer mit ihnen, sie sind mir sehr sympathisch.Wir machen irgendwann zusammen an einer Tankstelle halt und unterhalten uns. Sie kommen anscheinend aus Atlanta (Georgia) und haben in den letzten Monaten eine Tour durch Ohio, West Virginia, Virginia und North Carolina gemacht und wollen jetzt wieder nach Hause.
Ihr Angebot mitzukommen nehme ich dankend an, sie schlagen auch vor ein paar meiner Spritkosten zu übernehmen, da ich ein wenig blank bin.______________________________________________
Die Uni in London ist super, es ist einfach so toll hier. Fineas und ich haben uns inzwischen sehr gut angefreundet, was kaum zu vermeiden ist, da wir zusammen wohnen und mehrere Kurse zusammen haben, in denen wir immer zusammen sitzen.
Allerdings vermisse ich auch mein zu Hause. Als ich gegangen bin haben Mom und ich gerade angefangen uns wieder ein bisschen besser zu verstehen und... zwischen Ivy und mir lief auch alles gut.
Wir waren nur so glücklich, dass für uns die Zeit stehen blieb und wie nie darüber geredet haben, was mir nach unserem Abschuss machen wollen. Ich glaube wir haben einfach beide nicht darüber reden wollen, dass wir demnächst getrennt sein könnten, aufgrund unserer Zukunft. Wir haben im hier und jetzt gelebt, aber die Zeit verflog schneller, als wir mitkamen.
Uns blieb viel zu wenig Zeit zusammen, es war eine schöne Zeit, allerdings glaube ich auch das jede Zeitspanne, die wir zusammen verbringen würde, egal wie lang sie wäre -auch wenn es bis zu unserem Lebensende wäre-, es wäre zu kurz. Alles wäre zu kurz. Ich könnte nie genug von ihr bekommen. Es ist wie eine Sucht, ja ich hab sie verlassen, aber man sieht sich immer zweimal im Leben,...... oder?
Ich hoffe einfach darauf, dass wir uns irgendwann wiedersehen, sie mir vergeben kann und ich wieder ihre Liebe spüren kann. Dafür werde ich zu Not auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, ist mir scheißegal. Ich würde alles tun."Erde an Maeve!"
Was?
Ich schrecke aus meinen Gedanken auf und blicke in Fineas' besorgtes Gesicht.
"Alles ok bei dir? Das passiert dir in letzter Zeit öfter."
Verdammt, wie lange war ich denn bitte weg?
"Ja, alles super. War nur in... in Gedanken."
"Willst du darüber reden?"Ich denke in letzter Zeit oft an Ivy, um ehrlich zu sein ich denke dauernd an sie, aber in letzter zeit besonders viel. Ich frage mich, woran das liegt.
Ich meine, kann das sein? Das man aus dem nichts anfängt immer öfter an jemanden zu denken, obwohl man die Person nicht gesehen, gehört oder sie erwähnt wurde. Hier gibt es niemanden dem ich von Ivy erzählt habe, deswegen rede ich auch nicht über sie und werde auch so kaum an sie erinnert, aber mein Gehirn vergisst gar nichts. Ich habe keine Aufzeichnungen von irgendwelchen großen Treffen die wir hatten, die Fotos und Videos sind alle bei ihr, Mary oder Jason auf dem Handy. Ich hab nur ein paar wenige Fotos, die aber keine tiefgründige Bedeutung haben, natürlich sind sie wichtig, aber inzwischen kann ich sie anschauen ohne zu weinen. In dieser Stadt ist auch nichts, was mich an sie erinnert, wir waren ja immer nur in New York oder ganz knapp außerhalb von NY.
Trotzdem werden die Gedanken in letzter Zeit immer und immer mehr."MAEVE!"
"Ahhhh! Omg Fineas! Was ist denn!?"
"Nichts, außer das du seit geschlagenen 2 Minuten den Typen hinter mir anguckst, nicht mit einer Wimper zuckst und nichts sagst. Ich denke, dass er jetzt denkt du stehst auf ihn."
"Was? Nein! Ich war nur..."
"In Gedanken? Jaja."
"Shit, warum drifte ich immer so hart ab?"
"Vielleicht solltest du mal darüber reden, mit mir zum Beispiel." Fineas zieht eine Augenbraue hoch und gibt mir seinen neugierigsten Gesichtsausdruck mit einem kleinen Dackelblick.
"Ich habe aber nicht das Bedürfnis darüber zu reden."
Fineas seufzt zutiefst enttäuscht und lässt ein paar Sekunden den Kopf hängen.
"Wann erzählst du mir endlich, was passiert ist, bevor du angefangen hast hier zu studieren?", fragt er leicht gereizt und sticht wütend in seinem Salat rum, um am Ende nur eine Gurkenscheibe auf seiner Plastikgabel zu haben."Diese Gabeln sind der reinste Scheiß."
"Stimmt."
"Lenk nicht vom Thema ab!"
"Wir haben gar kein Thema angeschnitten."
"Natürlich, deine Vergangenheit, wegen der du immer wieder in den Tiefen deiner Gedanken versinkst und erst nach spätestens einer Minute rauskommst."
"Stimmt gar nicht, ich will darüber nicht reden."
Fineas stöhnt noch einmal enttäuscht auf, gibt es dann für heute auf und isst seinen Salat weiter.

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My cutie
RomanceIvy Johnson wohnt in einer Wohnung über ihres besten Freundes, dessen Mutter ihre Adoptivmutter ist, die sie im Alter von 12 Jahren aufgenommen hat. An ihrem 16. Geburtstag begegnet sie auf einer Party einem Mädchen die noch einiges in ihrem Leben ä...