Kapitel 20

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Ernsthaft? Was ist los mit Azad? Was hat er vor? Und wer ist das Mädchen, mit dem er gekommen ist? Ich will sie sehen. Ich hatte ihn schon gesucht, und plötzlich tauchte er aus dem Nichts vor mir auf – nur um mit mir herumzunecken. Ich verließ die Menge, um nach Mansur zu suchen, aber ich konnte ihn nirgends finden. „Ey", hörte ich hinter mir, doch ich ignorierte es, weil hier viele damit gemeint sein könnten. Wo zum Teufel steckt Mansur? Ich nahm mein Handy und tippte.

»Wo bist du, Mansur?« schrieb ich. Nur ein Haken. Wieso hat er seine mobilen Daten nicht an?

Bevor ich weiterging, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Mein erster Gedanke war, dass es Mansur sein könnte, aber als ich mich umdrehte, erkannte ich den Jungen nicht. Dunkelblonde Haare, blaue Augen und fast genauso groß wie ich. Naja, dann muss er wohl 1,60 m groß sein. Verwirrt sah ich ihn an. „Hallo, mein Freund da hinten findet dich sehr attraktiv. Könnte er vielleicht deine Nummer bekommen?" Hat er das gerade wirklich gefragt? Das ist so ungewöhnlich und gleichzeitig auch irgendwie eklig. Wieso kommt sein Freund nicht selbst?

„Wen meinst du?" fragte ich. „Er ist schon vorgegangen. Aber wenn du willst, kann ich dich zu ihm bringen." Ich schüttelte sofort den Kopf. „Nein, nein. Alles gut." Ich atmete tief durch. „Erstens, wenn dein Freund das nächste Mal..." Mein Handy klingelte, aber ich ignorierte es, um weiterzusprechen. „...wenn dein Freund jemanden attraktiv findet, sollte er ihn selbst ansprechen." Seine Augen verengten sich. „Ja, das wollte er auch, aber er dachte, du würdest nein sagen, deshalb..." „Denkt er, ich sage jetzt ja, weil er einen Freund geschickt hat?" Ich merkte, dass er langsam ungeduldig wurde und es bereute, mich angesprochen zu haben. Aber das musste ich einfach loswerden.

Was denken sich manche Jungs eigentlich? Ich spürte einen Schatten hinter mir und ignorierte ihn. „Und außerdem..." Ich bemerkte die Angst in seinen Augen, als er ständig hinter mich schaute. Trotzdem sprach ich weiter: „...habe ich kein Interesse, weil ich bereits jemanden im Blick habe." „Du hast jemanden im Blick?" hörte ich gleichzeitig von Azad und Mansur, die hinter mir standen.

Was zum Teufel? Standen die etwa die ganze Zeit schon hinter mir? Ich sah, wie Azad und Mansur sich kurz wütend anschauten. „Wo warst du?" fragte ich Mansur. „Ja, uns Getränke holen", sagte er und zeigte die Cola-Flaschen in seiner Hand.

"Wo soll er denn sonst sein? Denkst du, er lässt dich hier hängen?" begann Azad wieder. Was hat er heute bloß vor? "Das sollte dich nichts angehen." Bevor Azad etwas erwidern konnte, tauchte ein Mädchen auf. "Da bist du ja. Ich hab dich schon überall gesucht." Azad schaute sie für einen Moment genervt an, doch dann änderte sich sein Blick, und seine Augen begannen zu strahlen.

Er lächelte sie an und zog sie nah an sich. Mansur formte überrascht ein O mit seinem Mund und schaute mich an. Ich ignorierte das und betrachtete stattdessen die beiden, die sich mit ihren Blicken fast zu verschlingen schienen. Irgendetwas begann in mir zu brennen. Ich spürte, wie ich innerlich zu glühen begann.

"Ich wollte dich gerade anrufen, und da bist du gekommen, Leyla," sagte Azad, wobei er ihren Namen betont aussprach. Ich konnte das nicht länger mit ansehen und musste etwas dazu sagen. "Wieso hast du die Getränke nicht geholt, Herr Sivan? Sind Sie etwa kein Gentleman?" Ich schaute ihn provokant an und fuhr fort: "Lernen Sie ein bisschen von Mansur." Ich zeigte mit dem Finger auf Mansur, der die Situation natürlich genoss und nur lächelte.

"Wer bist du?" fragte mich das Mädchen neben Azad. "Ich bin Ayla." Ich versuchte, ihr die Hand zu geben, aber sie ignorierte es. Diese Bitch. "Ayla also. Erstens, ich wollte die Getränke selbst holen. Azad muss nicht immer alles für mich erledigen." Azad schaute sie bewundernd an. Ich könnte ihm gleich die Augen ausreißen! Hör auf, sie so anzusehen.

i hate youWo Geschichten leben. Entdecke jetzt