Epilog

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8 Jahre später

„Mama, es war Sana!"
„Hör auf zu lügen, Mama! Das war Silan!"

Mein Kopf dröhnte. Ich wusste ja, dass Kinder anstrengend sind aber so sehr? Und dann auch noch Zwillinge, die sich ständig zanken.

„Euer Baba kommt gleich. Er hat euch bestimmt beiden etwas mitgebracht! Also bringt das, was ihr hier veranstaltet, gar nichts."
Beide senkten schuldbewusst die Köpfe.

„Aber kommt mal her."
Die zwei rannten sofort in meine Arme.

„Lass uns gemeinsam etwas anderes machen. Wollen wir einen Film schauen?"
„JAAA!" schrien beide begeistert.

Es ist unglaublich, was in den letzten acht Jahren alles passiert ist. Ich habe Management studiert und arbeite inzwischen mit Azad zusammen – wobei er mittlerweile deutlich mehr macht als ich. Meistens sehe ich ihn nur für vier Stunden am Tag. Er versucht, sich so viel Zeit wie möglich freizuschaufeln, um bei uns zu sein, aber seine Arbeit fordert ihn ständig.

Nach dem Studium hat er mir in Costa Rica einen Heiratsantrag gemacht. Wir waren damals schon zusammen, und meine Eltern hatten längst eine Ahnung. Mama sagte später, sie hätte es schon geahnt, seit dem Tag, an dem er mich das erste Mal abgeholt hat. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht ich dachte immer, meine Eltern würden viel strenger reagieren.

Naja, wie auch immer...
Merve ist schwanger beziehungsweise war es. Sie bekommt morgen ihre Tochter! Ich hätte nie gedacht, dass wir alle so lange und so eng befreundet bleiben würden. Am Ende haben wir sogar ungewollt zwei beste Freunde verkuppelt.

„Lass uns Elsa schauen", sagte Sana und riss mich aus meinen Gedanken.
„NEIN! Ich will Spider-Man schauen, bitte Mama!"

Ach, diese Diskussion führen sie bei jedem Film.
An ihrem vierten Geburtstag musste Azad sich sogar halb als Prinzessin und halb als Superman schminken lassen. Ich hatte danach eine Woche lang Bauchschmerzen vor Lachen. Ich zeige ihm bis heute regelmäßig die Fotos. Er findet das allerdings weniger lustig als ich...

„Wisst ihr was? Heute entscheide ich."
Ich scrollte durch Netflix.
„Ah, das hier."
Ich machte Angelo! an okay, kein Film, aber immerhin waren beide jetzt ruhig.

Am nächsten Morgen, als die Kinder im Kindergarten waren, ging ich schnell zu Merve rüber.
Sie hatte ihr Baby bereits um 04:37 Uhr bekommen.

Mir kamen die Tränen.
„Es ist so schön, endlich auch dein Baby in deinen Armen zu sehen", flüsterte ich.

Merve war Tag und Nacht für mich da, als ich die Zwillinge bekam. Sie hat jeden Tag meine Wohnung geputzt, damit ich in der Wochenbettzeit ein bisschen Ruhe hatte. All das möchte ich ihr jetzt doppelt zurückgeben.

„Och, Ayla, komm her", sagte sie, und wir umarmten uns. Ich versuchte, die Tränen zurückzuhalten ohne Erfolg.

„Darf ich auch kuscheln?"
Erion stand plötzlich hinter mir. Ich umarmte ihn fest und gratulierte.

„Wenigstens hat deine beste Freundin Zeit für dich", sagte er spöttisch natürlich ein kleiner Seitenhieb gegen Azad.

„So redest du also hinter meinem Rücken?"
Azad kam gerade zur Tür rein.

Ich musste grinsen und konnte nicht mehr aufhören.
Zu viert sprachen wir über die alten Zeiten über das Hin und Her in meiner Beziehung mit Azad, vor allem über die Verlobung.

Merve hatte damals einfach den Ring vergessen, und Erion musste in letzter Sekunde zurück ins Hotel fahren, weil Azad ihn dringend darum gebeten hatte. Der Arme! Zum Glück war das Hotel nicht allzu weit weg.

„Sana und Silan haben erzählt, du bist wieder beim Filmschauen eingeschlafen", sagte Azad grinsend, als wir später auf dem Sofa lagen.

„Sind halt deine Kinder. Immer am Lügen", erwiderte ich lachend.
Er lachte und küsste meine Stirn.

„Guck, wo wir jetzt stehen. Von Mobber zu Lover."

Ich schlug ihm spielerisch auf den Arm.
„Hör auf, so einen Quatsch zu romantisieren. Du warst ein Arschloch aber wenigstens kein richtiger Mobber."

„Stimmt schon. Tief im Inneren mochte ich dich aber schon immer."

Er neckte mich noch eine Weile weiter.
Als ich schließlich nach Hause kam Merve musste noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben legte ich mich kurz hin. Die Arbeit beginnt erst morgen, und die Kinder sind noch zwei Stunden im Kindergarten.

Ich bin für jede einzelne Situation dankbar.
Für jeden Schmerz, den ich durchstehen musste.
Für jedes Glück, das ich erleben durfte.

Denn ohne all das wäre ich heute nicht hier.
Ich bin dankbar – für alles.
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Ende

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Voten nicht vergessen, schaut unbedingt den nächsten Beitrag an!
Bloody Heart wird fortgesetzt!
Tropes: Brothers best Friend, enemies to lovers
A.

i hate youWo Geschichten leben. Entdecke jetzt