Es ist so schön warm hier in Spanien. Die Sonne brennt auf meiner Haut, und ich bin vollkommen im Urlaubsmodus. Doch ich bin ja nicht zum Vergnügen hier – wir sind hergekommen, um zu arbeiten. Es fühlt sich immer noch surreal an, dass ich mein Abi hinter mir habe und endlich frei bin. Merve geht es genauso. Wir haben vor ein paar Minuten noch telefoniert, und sie klingt genauso aufgeregt wie ich.
Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass meine Eltern mir das erlauben würden. Spanien, so weit weg von zu Hause? Niemals. Doch dann rief Mansurs Onkel an, sprach mit ihnen, und plötzlich waren sie sogar stolz auf mich. Stolz, dass ich es geschafft habe, in so einem Bereich zu arbeiten – auch wenn es letztendlich Mansur war, der mir diese Chance verschafft hat.
Geplant ist, dass wir nur einen Monat hier bleiben. Ich hoffe wirklich, dass alles nach Plan läuft.
„LOS, KOMM AYLA!"
Kaum waren wir angekommen, wollte Mansur direkt an den Strand. Also ging ich mit ihm. Unser Hotel ist atemberaubend, und die Firma werde ich mir erst morgen ansehen. Doch jetzt schon weiß ich, dass ich diesen Ort nicht mehr verlassen möchte.
Ich rannte ins Wasser, mein Burkini klebte an meiner Haut. „Boah, das Wasser ist ja gar nicht so warm!" Kaum hatte ich den Satz ausgesprochen, klatschte mir Mansur eine Handvoll Wasser ins Gesicht.
„Du Arschloch!!" fauchte ich und spritzte zurück.
Wir blieben eine ganze Weile im Wasser, lachten, tobten, doch irgendwann wurde es Zeit, ins Hotel zurückzukehren.
Drinnen war noch nicht geklärt, wer mit wem ein Zimmer teilt. Also stellte ich meinen Koffer einfach irgendwo ab. Als ich eintrat, stockte mir der Atem – neben meinem Koffer standen noch zwei andere. Einer gehörte Azad. Der andere Rana.
Nein. Bitte nicht.
Kaum hatte ich es realisiert, öffnete sich die Badezimmertür, und Azad trat heraus. Sein Haar war noch feucht, sein Blick wie immer unergründlich.
„Und? Hat's Spaß gemacht?" fragte er trocken.
Ich rollte mit den Augen. „Was machst du hier?"
Er kam langsam näher. Zu nah. „Wieso? Willst du mich hier nicht haben?"
Etwas an seinem Tonfall ließ meine Haut kribbeln. Ich schluckte. „Nein. Will ich nicht. Geh mit Rana in ein anderes Zimmer."
Sein Blick verfinsterte sich. „Damit du hier mit Mansur bist? Vergiss es, Ayla."
Mein Herz setzte einen Schlag aus. „Das habe ich doch gar nicht gesagt! Du verdrehst wieder alles."
Er trat noch näher. Ich wich zurück, bis ich mit dem Rücken gegen die Wand stieß. Sein Blick war eindringlich, fast herausfordernd.
Dann, ganz plötzlich, wich die Anspannung aus seinen Zügen. „Keine Sorge. Ich habe mit dem Hotel gesprochen – jeder bekommt ein Einzelzimmer."
Ein Stein fiel mir vom Herzen. „Und warum bist du dann hier?"
„Weil das mein Zimmer ist."
Ich blinzelte. „Mit zwei Betten?"
Ein schiefes Lächeln umspielte seine Lippen. „Ja, ich brauche Platz."
„Schläfst du mit Can zusammen?" Man muss immer ihm alles aus der Nase ziehen.
„Vielleicht."
Ich verdrehte die Augen. „Und wo ist mein Zimmer?"
„ Daneben."
Ich erstarrte. „Was daneben?"
Er hielt meinem Blick stand. „ neben meinem."
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i hate you
RomanceAyla durchlebte eine anspruchsvolle Schulzeit, in der jemand, den sie zutiefst liebte, ihr Herz Stück für Stück brach. Im Laufe der Zeit wandelten sich ihre Gefühle zu Hass, und sie setzte alles daran, ihn in der Zukunft zu vermeiden. Dennoch hatte...
