2 Monate später
„Du konzentrierst dich nicht!" schrie mein Vater. „Beinahe hättest du einen Vertrag unterschrieben, der unsere gesamte Zukunft gekostet hätte."
Ich spielte mit dem Kugelschreiber vor mir. Mein Büro fühlte sich plötzlich so warm an. Ich lockerte meine Krawatte und legte sie beiseite.
„Azad, ich habe dich hier eingestellt, weil ich dir vertraue! Und du missbrauchst dieses Vertrauen!"
„Ich gebe ja mein Bestes", antwortete ich knapp.
„Nein, tust du nicht! Du bist abgelenkt! Can besuchst du auch seit Wochen nicht mehr. Deine Miete musste ich gestern bezahlen. Was ist los mit dir?! Schau dir endlich dein Konto an und organisiere dein Leben – genau wie damals!"
Ja, ich wusste es. Ich hatte alles schleifen lassen und war wieder in dieses schwarze Loch gefallen.
„Hat das etwas mit diesem Mädchen zu tun?" Er hatte ihren Namen nicht einmal erwähnt, und trotzdem lief mir eine Gänsehaut über den Rücken.
„Nein", log ich.
Er kam etwas näher. „Frauen kommen und gehen, aber deine Zukunft bleibt! Konzentriere dich, verdammt nochmal!"
Er war sauer – zu Recht. Und doch übertraf sein Zorn nicht die Wut, die in mir selbst brannte.
Er ging hinaus und knallte die Tür hinter sich zu. Ich stand auf, trat vor das große Fenster und betrachtete die Sterne am Himmel. Was macht sie gerade? Hat sie einen neuen Job gefunden? Ich schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben, aber es half nichts. Wir hatten nichts miteinander, aber wir beide wussten, dass da trotzdem ein Funken war.
Nach einigen Minuten fuhr ich zu Erion, um mich abzulenken.
„Hey Bro", begrüßte er mich, und wir schlugen ein. Drinnen begrüßte ich die anderen Jungs: Harry, der Schlaumeier, den ich seit knapp einem Jahr über Erion kannte, und Ken, der nur Unsinn im Kopf hatte – eigentlich ein zweiter Erion.
„Bro, Bock, gegen mich zu zocken? Oder hast du Angst?" fragte Ken herausfordernd. Ich konnte nicht einmal darüber lachen. Meine Laune war die letzten Tage im Keller.
„Bro, alles klar bei dir?" fragte Erion.
„Oder hat dir jemand das Herz gebrochen? Oh nein!" warf Ken theatralisch ein.
Ich sah ihn ernst an. „Halt die Klappe, Ken."
„Sorry, Mann, ich wusste nicht, dass es so ernst ist."
„Was für eine Lage?" fragte ich irritiert.
„Na ja, dass dir ein Mädchen das Herz gebrochen hat."
Ich richtete meinen Blick direkt auf Erion. „Ähm, ich glaube, wir haben kein Wasser mehr", murmelte er und stand hastig auf. Du kleiner Pisser.
„So, Bro, wie ernst ist die Lage?" fragte Harry.
„Es ist schlimm, sieht man doch an den Augenringen", warf Ken ein. Manchmal wäre es besser, wenn dieser Junge einfach den Mund halten würde.
„Es ist nichts, Jungs. Los, lasst uns Fußball spielen."
„Da will jemand das Thema wechseln", zog Ken mich auf.
„Schnauze, Ken!" rief Erion aus der Küche.
„Erion, Bro, du weißt doch selbst, wie gut ich bei sowas bin, richtig? Du hattest doch auch mal so eine Phase. Wer hat dir geholfen? Natürlich Mr. Lover!" rief Ken herüber.
Erion kam mit ein paar Red Bulls zurück. „Das war vor Jahren."
„Was auch immer. Babe, du kannst mir alles erzählen", sagte Ken in seinem üblichen dramatischen Ton und zwinkerte mir zu.
Erion setzte sich neben mich. „So, Jungs, was machen wir jetzt?" fragte Harry.
„Stopp mal! Wieso werde ich hier nicht ernst genommen? Okay, ich bin der Jüngste, aber autsch, Jungs, ein bisschen respektvoller könnt ihr mit mir schon umgehen. Auch du, Azad. Du bist älter, aber zeigst mir gar keine Liebe."
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i hate you
RomanceAyla durchlebte eine anspruchsvolle Schulzeit, in der jemand, den sie zutiefst liebte, ihr Herz Stück für Stück brach. Im Laufe der Zeit wandelten sich ihre Gefühle zu Hass, und sie setzte alles daran, ihn in der Zukunft zu vermeiden. Dennoch hatte...
