Kira
"Welchen Film sehen wir uns eigentlich an?" Flüsterte Dylan mir zu und ich zuckte nur mit den Schultern. Der Hauch seines Atems so nah an meinem Ohr jagte einen Schauder durch meinen ganzen Körper. Ich versucht es mir jedoch nicht anmerken zu lassen.
"Frag Elena." Erwiderte ich schließlich nach einigen Sekunden und so wandte sich Dylan zu Elena, die gerade genüsslich ihr Popcorn aß.
"Jurassic World." Antwortete sie. Dylan wandte sich wieder mir zu.
"Jur-"
"Ich hab's verstanden, danke." Unterbrach ich ihn sofort. Er sah mich von der Seite an, was ich zu ignorieren versuchte, doch schließlich drehte ich ihm meinen Kopf zu. Dieser Junge sollte sein Gesicht lieber der Leinwand zuwenden. "Gibt's ein Problem?" Fragte ich ihn und er grinste nur.
"Nein."
"Warum starrst du mich dann so an? Hab ich was im Gesicht?"
"Nein." Er grinste immer noch und ich verdrehte nur die Augen.
"Was dann?" Zischte ich. Dylan lachte leise.
"Du bekommst nicht gerne Aufmerksamkeit von anderen Menschen, oder?" Ich starrte ihn ungläubig an. Gerade wollte ich etwas erwidern, doch in diesem Moment startete der Film und ich nahm dies erleichtert als Gelegenheit an, um Dylan nicht mehr antworten zu müssen.
Der Film war tatsächlich nicht schlecht. Zugegebenermaßen mochte ich Filme über Dinosaurier und generell Actionfilme nicht so gerne. Doch dieser Film hatte etwas an sich, das mir gefiel. Wie Chris Pratts Charakter mit den Kreaturen umging... Ich wäre wahrscheinlich schreiend vor denen davongelaufen. Heute bemerkte ich mal wieder die Unterschiede der Menschen, die das Kino besuchten. Die Mädchen in der Reihe vor uns erschraken sich bei manchen Szenen und manche Jungs fühlten sich unglaublich cool, wenn sie Leute mit Popcorn abwerfen konnten. Mit manchen Jungen meinte ich fünf etwa Vierzehnjährige aus der letzten Reihe. Auch wir drei wurden Opfer davon. Wir saßen ja auch in der vorletzten Reihe, also genau in der Schusslinie. Zumindest Elena und ich.
Bei Dylan trauten sich diese Typen das anscheinend nicht. Dank Elena konnte ich ja Menschen perfekt und gezielt ignorieren, also starrte ich weiterhin auf die Leinwand, während die Jungen aus der letzten Reihe mit ihrem Popcorn-weit-werfen fortfuhren. Elena schien es gar nicht zu bemerken. Sie kaute genüsslich und nicht gerade leise auf ihrem Popcorn herum und blendete alles, außer den Film, aus. Mittlerweile spürte ich das mindestens fünfzehnte Popcorn gegen meinen Kopf knallen, aber ich blickte weiterhin stur nach vorne. Dylan bemerkte, dass sich einzelne Körnchen in meinen Haaren verfangen hatten und beugte sich zu mir herüber.
"Da ist Popcorn in deinen Haaren." Er zeigte auf meinen Kopf und ich warf ihm einen kurzen Blick zu.
"Ich weiß."
"Ah gut." Er lachte und ich verdrehte nur die Augen. "Davon werden deine Haare glaube ich klebrig." Sagte er klugscheisserig. Ich schenkte ihm ein sarkastisches Lächeln.
"Das weiß ich auch."
"Also, soll ich es entfernen?" Er lachte wieder. Ich schüttelte den Kopf woraufhin er mich verwirrt ansah. "Wieso nicht?"
"Wenn ich nicht darauf reagiere, vergeht diesen Idioten der Spaß daran." Dylan betrachtete meine Haare, soweit es in dem Licht, das uns die Leinwand bot, möglich war.
"Na hoffentlich verlieren die bald den Spaß daran. Deine Haare kannst du bald wegschmeißen." Scherzte er. Ich schüttelte grinsend den Kopf. Plötzlich drehte sich Dylan nach hinten, da ihn ebenfalls ein Popcorn getroffen hatte.
"Ey, ihr Idioten!" Sagte er laut, sodass sich einige Leute zu uns umdrehten und ich auf der Stelle tiefer in meinen Sessel sinken wollte. "Schonmal was von Schuhen gehört? Ja? Gut, dann lasst die Scheisse, sonst macht ihr mit meinen Bekanntschaft." Anscheinend war den Jungen das Lachen vergangen, denn sie verstummten augenblicklich und Dylan drehte sich mit einem siegreichen Lächeln wieder zu mir um.
"Aber manchmal muss man darauf reagieren." Er zwinkerte mir zu und begann damit das Popcorn aus meinen Haaren zu zupfen. Ich spürte, dass ich rot wurde, was Dylan trotz des spärlichen Lichtes sah. Er grinste nämlich schon wieder. "Als ob dir das jetzt peinlich ist." Meinte er kopfschüttelnd.
"Nein." Entfuhr es mir natürlich sofort. Dylan schüttelte nur wieder den Kopf und zog das letzte Stückchen Popcorn aus meinen Haaren. Dann wandte er sich an Elena.
"Bist du fertig?" Er deutete auf die Popcorn Dose in ihrer Hand. Sie nickte nur und er nahm die Dose, ließ das Popcorn, das er eben aus meinen Haaren entfernt hatte, hinein fallen. "Rache ist süß." Sagte er nur auf meinen fragenden Blick hin und richtete seine gesamte Aufmerksamkeit wieder auf den Film.
Endlich kam der Abspann und so standen Dylan, Elena und ich auf und verließen den Kinosaal. Draußen war wenigstens eine angenehmere und kühlere Luft.
"Ich geh mal auf Klo." Murmelte Elena und ließ mich mit Dylan stehen.
Dylan zog mich am Arm mit und positionierte sich direkt neben dem Eingang zum Saal.
"Was wird das?" Fragte ich und löste mich aus seinem Griff. Versuchte zu ignorieren, dass seine Berührung einen weiteren Schauder von meinem Arm aus durch meinen ganzen Körper gejagt hatte. Er hielt sich den Zeigefinger vor den Mund und wartete. Die Dose in seiner Hand fest umschlossen. Jetzt machte es in meinem Kopf Klick.
Die Jungs, die mich eben 'attackiert' hatten, verließen gerade den Saal. Dylan zögerte nicht und so bekam der erste von ihnen eine volle Ladung Popcorn übergezogen. Das Opfer von Dylans Angriff schrie erschrocken auf und ähnelte dabei einem wütenden Eichhörnchen. Ich stand kurz vor einem Lachanfall.
"Ich wollte euch nur euer Popcorn zurückgeben." Sagte Dylan scheinheilig und nahm mich bei der Hand, was mich völlig überrumpelte. Er zog mich mit Richtung Ausgang, während er den Jungen noch etwas zurief:
"Arrivederci, ihr süßen Popcörner!" Dann waren wir um die nächste Ecke verschwunden.
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Alive - Dylan O'Brien AU
Teen Fiction"Es wird ein Loch in deinem Herzen sein, aber es ist gleichzeitig auch ein besonderer Platz, den nur er dort hat. Du wirst glücklich sein, du wirst ihn nicht vergessen und glücklich sein. Du wirst leben." Kira Lockwood hatte ein großes Herz und eine...
