Kira
Die nächsten Wochen verliefen außerordentlich ruhig. Dylan und ich verbrachten die meisten Nachmittage damit, die Hütte zu renovieren und später wollte sogar Elena mithelfen, da der Vorgarten, laut ihrer Ansicht, dringend Hilfe bräuchte und nur sie angeblich in der Lage wäre, ihn auf Vordermann zu bringen. Dylan und ich hatten das mit einem halbherzigen Nicken abgetan und seit diesem Zeitpunkt war sie immer mitgefahren.
Übrigens stellte sich heraus, dass Dylans Kumpel Sam den Wagen vorläufig nicht bräuchte und mein Freund diesen von nun an rund um die Uhr nutzen konnte. Nur das Benzin musste er natürlich selbst bezahlen, was ihm aber nicht gerade viel ausmachte, da sein Vater ihm ständig Geld auf sein Konto überwies.
Die Situation mit seinem Vater war angespannt. Laut Dylan interessierte sein Vater sich nicht allzu sehr für ihn und seine ältere Schwester Julia, die uns übrigens bald besuchen kommen würde, und schob sie entweder zu Freunden oder Verwandten ab oder ließ sie einfach allein, weil er fast nur mit seiner neuen Freundin ins Ausland fuhr. Und auf diese Freundin war Dylan gar nicht gut zu sprechen. Er beschrieb sie als egoistische, arrogante und überflüssige Person, von der die Welt eh schon genug hätte. Und insgeheim stimmte ich ihm zu. Es gab überflüssige Personen, aber in Bezug auf die Freundin seines Vaters konnte ich das ja schlecht beurteilen, schließlich kannte ich sie nicht.
Es hatte ganze zwei Wochen gedauert, die Hütte und Umgebung in Ordnung zu bringen. Doch jetzt sah es einfach nur toll aus. Der Tisch und die Stühle waren nach draußen umgezogen und von einer schönen hellen braunen Farbe bestrichen, die Schränke drinnen ausgeräumt und geputzt und statt den anderen Möbeln befanden sich nun lauter Sitzkissen und eine Ledercouch dort. Alles in allem sah es einfach nur gemütlich und heimelig aus. Vor allem die Lichterkette, die meine Mum mir mal geschenkt hatte, gab dem Platz vor der Hütte etwas Besonderes.
Und die Blumen, die Elena hier und dort eingepflanzt hatte, passten perfekt zum Rest.
Es war nicht perfekt, hier und da wiesen die Hütte und andere Dinge Risse oder einfach nur Gebrauchsspuren auf, aber ich glaube das machte es aus.
"Haben wir das nicht toll gemacht?" Schmunzelte Dylan, als wir im Vorgarten auf den Stühlen saßen und den Sonnenuntergang betrachteten.
Elena lag drinnen auf der Couch und schnarchte vor sich hin, wahrscheinlich war der Schultag einfach zu stressig für sie gewesen. Oder sie hatte mal wieder eine neue Serie entdeckt und diese die ganze vorherige Nacht lang durchgesuchtet, was wohl wahrscheinlicher war.
Doch bevor sie sich hingepflanzt hatte, hatte sie uns allen eine Zitronenlimonade gebraut, die wirklich abgöttisch gut schmeckte. Und auf die Frage hin, wie sie das anstellte, hatte sie nur die Schultern gezuckt und war mit einem wohlwissenden Grinsen nach drinnen auf die Couch verschwunden.
"Wir haben uns ja auch die Zeit dafür genommen." Fügte ich hinzu und erntete ein Schmunzeln von Dylan.
"Wenn man sich etwas vornimmt, sollte man es auch richtig machen." Ich nickte und lächelte ihn warm an. Er schien einfach nur glücklich, wie er dort auf dem Stuhl saß und den Sonnenuntergang betrachtete, ein Lächeln auf seinen Lippen hatte und seine Haare wie immer in alle Richtungen abstanden. Er schien erleichtert und froh.
Doch gleichzeitig wirkte er ein wenig nachdenklich und träumerisch, was mir nichts ausmachte, ich war schließlich genauso.
Vielleicht verstanden wir uns deswegen so gut, weil wir auf den ersten Blick völlig verschieden wirkten, jedoch vom Grundsatz her gleich waren.
Ich hatte, während ich meinen Gedanken nachgegangen war, gar nicht bemerkt, dass er mich anstarrte und ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen.
"Weißt du, was hier noch fehlt?" Fragte er und ließ seinen Blick durch den Vorgarten schweifen. Ich schüttelte den Kopf und er nickte in Richtung einer freien Stelle im Garten. "Eine Hollywoodschaukel." Grinste er und ich warf ihm einen sarkastischen Blick zu.
"Eine Hollywoodschaukel?"
"Eine Hollywoodschaukel."
"Wieso?"
"Wieso nicht?" Ich seufzte. "Du kannst keine Frage mit einer Gegenfrage beantworten." Dylan grinste nur dämlich und gähnte, bevor er seinen Kopf auf die Tischkante legte.
"Kann ich das nicht?" Ich schnappte mir ein Kissen, das auf dem Stuhl neben mir lag und warf es gegen ihn, was ihn jedoch nicht im geringsten beeindruckte. Er sah mich nur grinsend an und ich verdrehte resigniert die Augen.
"Du bist echt anstrengend." Seufzte ich.
"Und du bist echt süß, wenn du dich aufregst." Kam es prompt zurück und er deutete anklagend mit einem Finger auf mich.
"Da! Du bist wieder rot! Wetten du schaffst keinen Tag an dem du nicht rot wirst."
"Wetten doch." Sagte ich etwas beleidigt und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Nein, schaffst du ganz sicher nicht." Grinste er wie ein Honigkuchenpferd. Ich verdrehte die Augen und fuhr mir mit einer Hand durch die Haare.
Wir schwiegen eine Weile und betrachteten die Sonne, die langsam hinter dem Horizont verschwand. Still schlich sie dahin und man würde es nicht bemerken, würde man sie nicht sehen können. Das war das Problem.
Ich konnte so vieles sehen, doch ich wusste nicht, dass mir die Blindheit vor den waren Dingen, die passierten, zum Verhängnis werden würde.
Und hätte ich es gewusst, hätte ich mich vielleicht sogar vor dem erneuten Fall retten können.
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Alive - Dylan O'Brien AU
Fiksi Remaja"Es wird ein Loch in deinem Herzen sein, aber es ist gleichzeitig auch ein besonderer Platz, den nur er dort hat. Du wirst glücklich sein, du wirst ihn nicht vergessen und glücklich sein. Du wirst leben." Kira Lockwood hatte ein großes Herz und eine...
