Dylan
Elena stupste mich von der Seite an. Ich warf ihr nur einen kurzes Lächeln zu, bevor ich wieder in Gedanken versunken aus dem Fenster blickte. Nachdem wir uns von Kira verabschiedet hatten, da diese leider schon nachhause musste, waren wir noch zu einem Italiener in der Nähe des Kinos gegangen. Wir hatten uns zwei Pizzen bestellt und ich hatte gehofft, Elenas Reste verspeisen zu können, doch trotz des vielen Popcorns im Kino war ihr der Appetit nicht vergangen und so hatte sie ihre komplette Pizza vor meinen ungläubigen Augen in Rekordzeit verspeist..
Kira.
Ich hatte keine Ahnung, was mich an ihr so faszinierte, aber irgendwas war da. Ihr Lächeln, ihre Art. Wie peinlich berührt sie gewesen war, als ich mich zu den Jungen umgedreht hatte. Ihre geröteten Wangen, als ich die einzelnen Körnchen aus ihren Haarsträhnen ziehen musste.
Jetzt saßen Elena und ich im Bus und fuhren nach Hause. Ich musste leider wieder zurück zu Susan.
"Dylan!" Elenas sanfte Stimme riss mich aus meinen Gedanken. "Ich hab dich was gefragt." Sie wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum, um mich aus meiner Trance zu holen. "Na, hast du an Kira gedacht?" Sie wackelte wohlwissend mit den Augenbrauen und grinste, woraufhin ich ihr irgendwas ins Gesicht klatschen wollte, aber hier befand sich leider nichts Geeignetes in greifbarer Nähe. Außerdem würden die Leute wahrscheinlich ganz schön doof aus der Wäsche gucken.
"Was wolltest du mich wirklich fragen?"
"Ob du nicht bei uns wohnen willst, solange du hier in London bist." Ich sah sie unglaubwürdig an. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht.
"Und deine Eltern finden das okay?"
"Ja, ich hab eben mit meiner Mum geschrieben, sie wird sich freuen dich wiederzusehen." Sagte Elena und ich nickte.
"Ok, dann rufe ich mal Susan an." So schnell hatte ich noch nie eine Nummer gewählt und mein Handy ans Ohr gedrückt. Susan fand es natürlich in Ordnung und meinte, ich könnte jetzt noch schnell meine Sachen abholen.
"Gibst du mir deine Adresse?" Fragte ich Elena.
"Ich komme mit, ich will mal das verrückte Katzenhaus kennenlernen." Natürlich hatte ich Elena alles über Susan und diese Katzen erzählt, aber Elena war lebensmüde, wenn sie da freiwillig mit hinkommen wollte. Freiwillig würden mich da keine zehn Pferde reinkriegen. Gut, Elena wollte sich bestimmt selbst ein Bild von den Zuständen bei Susan machen und herausfinden, ob ich maßlos übertrieben oder die Wahrheit erzählt hatte.
"Glaub mir, das willst du nicht." Sagte ich.
"Doch doch."
"Nein nein."
"O doch."
"Na gut, dann viel Spaß."
Als ich an der Tür klingelte, warf ich Elena noch einen ich-habe-dich-gewarnt-Blick zu, bevor Susan uns die Tür öffnete.
"Dylan, da bist du ja. Oh und du hast eine Freundin dabei."
"Äh ja, das ist Elena." Elena reichte Susan lächelnd die Hand und Susan bat uns herein.
"Möchtet ihr vielleicht etwas trinken? Kakao oder Tee?" Fragte Susan vorauf Elena wieder lächelnd nickte, obwohl ich hinter Susans Rücken heftig den Kopf schüttelte, was Elena mit einem süffisantem Lächeln ignorierte.
"Ich habe auch noch etwas Gebäck." Sie watschelte in die Küche und rief noch:
"Dylan, geh du doch schonmal deine Sachen holen, ich bereite hier alles vor!" Ich verdrehte die Augen, warf Elena wieder den ich-habe-dich-gewarnt Blick zu und verschwand die Treppe nach oben in mein Zimmer.
Elena
Dylan verschwand genervt nach oben und ich gesellte mich derweil zu Susan in die Küche. Sie holte gerade süß duftende Plätzchen aus dem Ofen und legte sie auf ein Backblech zum abkühlen.
"Kann ich Ihnen helfen?" Fragte ich freundlich.
"Nein nein, du bist doch der Gast. Und bitte nenn mich Susan, sonst komme ich mir so alt vor." Ich nickte höflich und wollte mich gerade auf den Weg ins Wohnzimmer machen, als Susan mich noch etwas fragte. "Kakao oder Tee?"
"Hm, Kakao." Im Wohnzimmer traf ich auf eine Menge Katzen, die es sich auf dem Sofa oder darunter, auf der Fensterbank, unter dem Tisch, vor und auf der Heizung oder auf einem Stuhl gemütlich gemacht hatten und mich alle mit ihren großen Augen fixierten, als ich den Raum betrat. Zum Glück hatte ich eine Schwäche für Katzen...
Als Dylan ins Wohnzimmer kam, saßen Susan und ich schon am Tisch und sie erzählte mir gerade eine hochinteressante Geschichte über das entlausen von Katzen. Vor lauter Interesse an dieser Geschichte, vergaß ich meinen Kakao und rührte nur darin herum, während ich Susan mit großen Augen anstarrte. Dylan setzte sich auf den Stuhl neben mir und lehnte dankend ab, als Susan ihm Kakao anbot.
"Elena, wir müssen jetzt los." Meinte Dylan und ich nickte traurig, weil Susan noch nicht fertig mit ihrer Geschichte war. "Danke, dass ich bei dir wohnen durfte." Sagte Dylan als Abschied zu Susan und schüttelte ihr Hand, was ich ebenfalls tat.
Dylan
Eins stellte ich fest, nachdem ich mit Elena bei ihr Zuhause angekommen war und meine Sachen im Gästezimmer ausgepackt hatte. Elena mochte Susan tatsächlich. Dabei hatte ich daran gezweifelt, dass das überhaupt jemand könnte. Aber naja, Elena war halt speziell. In vielerlei Hinsicht.
Ich lag im Bett und starrte aus dem Fenster, da es noch etwas hell war und dieses Zimmer keine Rolladen hatte. Elena war auf die glorreiche Idee gekommen, mich am Montag mit in die Schule zu nehmen. Ihr Argument: Ich würde Kira wiedersehen.
Ich hatte nur die Augen verdreht und gemeint, dass das keine Rolle spielen würde. Elena schien der Ansicht, dass das sehr wohl eine große Rolle spielen würde, denn sie hatte mir zugezwinkert und mir einen sarkastischen Gesichtsausdruck geschenkt. Ich wusste nicht wieso, aber diese Situation erinnerte mich an früher, als sie noch in New York gewohnt hatte.
Als Säugling hatte ich natürlich noch nicht verstanden, dass Mum nie wieder kommen würde. Heute, siebzehn Jahre später, verstand ich es sehrwohl. Ich hatte sie seit diesem Tag nicht mehr gesehen. Es gibt halt Rabenmütter. Und ich hatte eine abbekommen.
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Alive - Dylan O'Brien AU
Teen Fiction"Es wird ein Loch in deinem Herzen sein, aber es ist gleichzeitig auch ein besonderer Platz, den nur er dort hat. Du wirst glücklich sein, du wirst ihn nicht vergessen und glücklich sein. Du wirst leben." Kira Lockwood hatte ein großes Herz und eine...
