Kira
Gelangweilt starrte ich auf den Bildschirm meines Handys, während ich auf Tumblr durch die unzähligen Bilder scrolle, die dort hochgeladen worden waren. Ich schaute sie mir gar nicht richtig an. Ich musste nur irgendetwas tun und mich ablenken, damit ich eben nicht nur in dunkle Gedanken verloren durch die Gegend starrte.
Dieses Zimmer machte mich traurig - nein - eigentlich machte mich alles traurig. Die weißen und, meiner Ansicht nach, tristen Wände, die vor sich hin bröckelten. Das einzige Foto, das an der Wand neben meinem Bett hing, und der leere Schreibtisch mit zugehörigem Stuhl, die beide seit ein paar Wochen nicht mehr benutzt worden waren.
Alles erinnerte mich an eine bessere Zeit. Als mein größtes Problem meine Komplexe wegen der Narbe an meinem Knie war und ich nicht jeden Tag weinen musste und in meinen Gedanken ertrank.
Wortwörtlich. Ich weiß, ich wirke wahrscheinlich depressiv und verstört, aber eigentlich bin ich nur gebrochen. Gebrochen und leer.
An den Wänden konnte man noch Umrisse von längst zerrissenen und weggeworfenen Bildern erkennen, die schwarze Ränder hinterlassen hatten und das Zimmer dadurch noch ein bisschen leerer und trauriger wirken ließen.
Da ich auf Tumblr nichts wirklich Interessantes fand, stand ich auf und schmiss mein Handy auf das frisch gemachte Bett auf dem eine kleine Schachtel lag, die mir meine Mutter heute Morgen geschenkt hatte.
Ach stimmt ja, heute ist mein 16. Geburtstag.
In der Schachtel befand sich eine Kette mit einem silbernen Anhänger in Form eines Herzens. Die Kette hatte meine Mutter einmal von meiner Großmutter geschenkt bekommen, und diese von ihrer Mutter und so weiter. Alle an ihrem 16. Geburtstag. Nun war ich an der Reihe.
Ich würde sie zwar niemals anziehen, da ich Ketten und generell Schmuck momentan hässlich und unnötig fand, doch meine Mutter wollte an den Traditionen festhalten. Und so war sie heute Morgen in mein Zimmer gekommen und hatte mir die kleine, hellblaue Schachtel überreicht.
Ich setzte mich auf meine Fensterbank und schaute in den Garten hinter dem ein riesiges Rapsfeld lag. Ich hasste den Geruch von Raps, doch jeden Frühling, besonders im Mai, hing dieser leider in der Luft. Da meine Mum immer der Ansicht war mein Zimmerfenster öffnen zu müssen, stank mein ganzes Zimmer nach dem Zeug.
Der Raps strahlte in einem leuchtenden Gelb, und diese Farbe hasste ich fast so sehr wie den Geruch des . Sie stach einem einfach zu sehr ins Auge. So ähnlich wie bei Schnee.
Ich hörte von unten die Stimme meiner Mutter nach mir rufen und stieg widerwillig die Treppen hinunter in die Küche, wo tatsächlich schon der Tisch gedeckt worden war. Eigentlich war das meine Aufgabe, doch ich hatte ja Geburtstag, deswegen wollte meine Mutter es anscheinend selbst tun, um mir eine Freude zu bereiten.
"Oma ist am Telefon für dich." Mum reichte mir das Telefon und ich drückte mir den Hörer ans Ohr, während ich mich auf meinen Stuhl setzte.
"Happy Birthday, Kira." Ertönte die sanfte Stimme meiner Großmutter, und sofort erwärmte sich mein Herz. Wenn ich eine Person besonders gerne hatte, dann war es meine Großmutter. Sie war der einzige Mensch, der mich richtig verstand, sogar mehr als meine Mum.
Sie fing sogar jedes Jahr an meinem Geburtstag an zu singen, was zwar lieb gemeint, aber trotzdem Gift für meine Ohren war. Vor allem suchte sie sich jedes Jahr ein neues Lied aus, das an der Spitze der Charts stand und eigentlich nicht viel mit Geburtstag zu tun hatte. Zu meinem Unglück war es diesmal Hello von Adele.
"Danke." Ich musste mir ein leichtes Kichern verkneifen.
"Was hast du denn Schönes bekommen?"
"Die Kette." Mehr brauchte ich gar nicht sagen, sie wusste was mit die Kette gemeint war.
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Alive - Dylan O'Brien AU
Novela Juvenil"Es wird ein Loch in deinem Herzen sein, aber es ist gleichzeitig auch ein besonderer Platz, den nur er dort hat. Du wirst glücklich sein, du wirst ihn nicht vergessen und glücklich sein. Du wirst leben." Kira Lockwood hatte ein großes Herz und eine...
