Kira
"Und was genau war das gerade?" Fragte ich den Halbiren, während ich auf den Beifahrersitz des blauen Jeeps kletterte und er den Motor anschmiss. Er grinste mir nur kurz zu, bevor er ausparkte und wir das Schulgelände verließen.
"Ich musste Elena irgendwie loswerden." Antwortete er und bog auf die Hauptstraße ab.
"Loswerden? Warum?" Meine Neugierde wuchs von Sekunde zu Sekunde. Was hatte er vor? Und wo wollte er mich hinbringen? Dylan schaltete das Radio ein und augenblicklich drang ein Lied an unsere Ohren, das ich nicht kannte.
"Um auf deine Frage zurückzukommen." Meinte er, warf mir einen kurzen Blick zu, während ich meinen Kopf an die Fensterscheibe des Wagens lehnte. "Ich musste Elena loswerden, weil wir zu einem Ort fahren, den sie nicht kennen soll."
"Du weißt schon, dass das ziemlich creepy klingt."
"Oh ja, ich hatte vergessen dir zu sagen, dass ich ein Entführer von hübschen 16 Jahre alten Mädchen bin. Ist irgendwie so eine Art Hobby geworden." Er grinste wie so oft und summte das Lied aus dem Radio mit. Es war irgendein Italienisches und es gefiel mir.
"Hör auf so creepy zu sein!" Rief ich lachend und boxte ihm gegen den Oberarm.
"Ich versuche hier gerade zu fahren, also behindere mich dabei nicht." Sagte er. "Sonst bauen wir noch einen Unfall, Miss Lockwood. Und dann landen wir wie in diesen Klischeefilmen auf der Intensivstation und kämpfen um unser Leben - und da habe ich nicht wirklich Lust darauf."
Ich verdrehte grinsend die Augen. "Jetzt verstehe ich, warum Elena dich hasst."
"Ach komm schon, mich kann man doch gar nicht hassen." Und leider musste ich dem dämlichen Halbiren, den ich viel zu sehr mochte, recht geben.
Wir waren erst seit ein paar Minuten gefahren und hatten uns schon über dies und das unterhalten. Über seine Familie, meine Familie, sein Leben in den Staaten, mein Leben in England. Es war interessant, er hatte ein recht gutes Leben gehabt, abgesehen von der Tatsache, dass seine Mutter vor siebzehn Jahren angehauen war.
"Tut mir leid." Meinte ich ehrlich und wollte meine Hand auf seine legen, die neben dem Schaltknüppel für die Gänge ruhte, ließ es jedoch bleiben. Ich kannte ihn kaum.
"Was? Dass meine Mutter mich verlassen hat oder dass ich die sechste Klasse wiederholt habe?" Entgegnete Dylan ungerührt und warf mir einen schelmischen Blick zu. Ich verdrehte bloß die Augen.
"Das erste."
"Hm." Machte er nur. "Sie hatte keinen wirklichen Grund. Ich meine, wieso macht man sowas? Ich würde das nicht tun." Fuhr er dann fort und kniff die Augen zusammen, während er sprach und mich dabei ab und zu ansah. Ich schluckte den Klos in meinem Hals hinunter.
"Vielleicht hatte sie ja einen Grund, aber wollte den euch nicht sagen."
"Komm schon, Kira. Sie ist meine Mutter! Sie hätte mir und Julia alles sagen können!" Schrie er schon beinahe und ich rückte aus Reflex ein Stück von ihm weg. Dylan schien es zu bemerken und augenblicklich wurde sein Blick weicher. "Tut mir leid, ich wollte dich nicht anschreien. Ich.. ach keine Ahnung, es war keine Absicht."
Ich winkte ab. "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Wahrscheinlich musstest du nur mal Dampf ablassen." Sagte ich verständnisvoll und lehnte meinen Kopf wieder gegen die Scheibe.
"Klischeeleben." Murmelte er nach einer Weile.
"Was?" Fragte ich. Dylan drehte seinen Kopf kurz in meine Richtung und funkelte mich mit seinen braunen Augen an.
"Das hast du mal gesagt. Du hast gesagt, du hättest ein Klischeeleben."
"Das weißt du noch?"
"Schätzchen, das war erst vor 5 Tagen, natürlich weiß ich das noch."
"Ich dachte, du hättest es vergessen. Ist ja nicht so wichtig."
"Es geht um dein Leben, das ist wichtig." Sagte er nur bestimmt und zog die Stirn in Falten, während mein Gesicht wieder rot anlief.
"Machst du das eigentlich extra?" Fragte er plötzlich.
"Hm?"
"Das mit dem rot werden."
"Äh nein.." Murmelte ich leise und errötete noch mehr.
"Ich dachte." Wir bogen auf eine Landstraße ab, hatten den kleinen Vorort von London hinter uns gelassen. "Also ich glaube auf jeden Fall, dass du kein Klischeeleben hast."
"Wieso interessiert dich das eigentlich so sehr?"
"Weil ich mich für dich interessiere." Der Halbire warf mir ein kurzes Lächeln zu, dann verdrehte er grinsend die Augen. "Du wirst schon wieder rot."
"Sorry."
"Wieso? Das sieht süß aus." Er wackelte mit den Augenbrauen und schaute mich wieder an. "Dir muss es ja furchtbar warm sein, so wie dein immer Gesicht aussieht."
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Alive - Dylan O'Brien AU
Teen Fiction"Es wird ein Loch in deinem Herzen sein, aber es ist gleichzeitig auch ein besonderer Platz, den nur er dort hat. Du wirst glücklich sein, du wirst ihn nicht vergessen und glücklich sein. Du wirst leben." Kira Lockwood hatte ein großes Herz und eine...
