Kapitel 36 Flavia

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Hey Leute viel Spass beim lesen. Ich bin gerade unterwegs und schreibe sogar im Auto💀.
Tw : Streit, emotionaler Stress.🌸

Es war eine dieser Nächte, in denen das Meer in der Ferne wie ein finsterer Riese grollte, als wolle es sich gegen die Unruhe in der Luft erheben. Der Wind rauschte durch die Palmen an den Stränden, die sich wie dunkle Silhouetten gegen den weiten Nachthimmel abzeichneten. Das Rascheln der Blätter klang wie ein leises, gehetztes Flüstern von Geheimnissen, die nur die Nacht kannte. Es war diese Art von Dunkelheit, die nicht nur den Himmel verschlang, sondern auch alles, was darunter lag – Gefühle, Gedanken, Wünsche. Alles schien in dieser Stunde der Nacht irgendwie verschwommen, ungreifbar. Wie der feine Nebel, der über dem Ozean schlich, um sich dann mit der Zeit in der Stille zu verlieren.

Alex sass am Steuer, der Blick fest auf die Strasse gerichtet, doch ich konnte sehen, wie er sich sträubte, wie er versuchte, die innere Unruhe zu bekämpfen, die ihn schon lange nicht mehr losliess. Es war, als würde er gegen etwas ankämpfen, das er nie ganz benennen konnte. Etwas, das er in mir suchte, in dieser Beziehung suchte. Und es war genau dieses Suchen, das mich so zerriss. Denn ich wusste, dass er sich selbst in diesem Moment genauso verlor wie ich. Vielleicht war es sogar noch schlimmer für ihn – er, der immer der Kämpfer war, der Beschützer, der der Dunkelheit die Stirn bot und versuchte, in ihr etwas zu finden, das er für sich retten konnte. Doch er hatte nie verstanden, dass ich nicht gerettet werden wollte. Ich wollte nicht in einem goldenen Käfig leben, den er für mich errichtet hatte. Und trotzdem wusste ich, dass ich nie aus diesem Käfig entkommen konnte. Denn seine Fesseln waren so sanft und so unsichtbar, dass ich sie kaum wahrnahm, bis sie mich eines Tages erstickten.

Die Luft im Auto war schwer, fast stickig, als würde sie sich um uns herum verdichten, unsere Gespräche verschlucken, uns in dieser Stille gefangen halten. Ich starrte aus dem Fenster, der Blick so starr, als wollte ich die Dunkelheit draussen mit meinen Augen durchdringen. Doch was ich wirklich suchte, war das, was zwischen uns lag. Was wir uns nie gesagt hatten. Was wir nie benennen konnten. Ich wusste nicht mehr, wie ich die Worte finden sollte, die alles aussprechen könnten, was in mir brodelte. Vielleicht gab es auch keine Worte. Vielleicht war es nur diese erdrückende Last, die uns immer mehr auseinanderzog.

„Du solltest mit mir reden", sagte er schliesslich, seine Stimme rau und angespannt, als wollte er die Stille durchbrechen, die sich zwischen uns ausgebreitet hatte wie ein unsichtbares Netz. Und ich wusste, was er meinte. Er hatte es schon oft gesagt. „Reden" war der Versuch, die Lücke zu füllen, die nie wirklich zu füllen war. Wir redeten immer, aber wir hörten uns nie wirklich zu. Und das war das Problem. Die Worte waren nicht das, was uns trennte. Es war das, was unausgesprochen blieb.

Ich drehte mich langsam zu ihm, meine Arme vor der Brust verschränkt, als wollte ich mich vor ihm und seinen Erwartungen schützen. „Reden", wiederholte ich mit einem bitteren Lächeln. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass Worte irgendetwas ändern, oder?"

Er schien kurz innezuhalten, als ob er versuchte, mein Gesicht zu lesen, aber ich liess ihm nicht die Chance. Ich wusste, dass er mich suchte, aber was er fand, war nur eine Mauer aus Zorn und Enttäuschung, die ich um mich gebaut hatte. Eine Mauer, die er nur mit den gleichen, hilflosen Worten zu durchbrechen versuchte. Und ich wusste, dass ich in diesem Moment genauso hilflos war wie er. Dass wir beide versuchten, in diesem endlosen Kreis aus Missverständnissen und unausgesprochenen Ängsten einen Ausweg zu finden, der uns beide retten würde. Aber keiner von uns konnte sehen, dass wir uns immer weiter in diese Sackgasse manövrierten.

„Es tut mir leid", sagte er dann, und seine Stimme war leise, fast sanft, als wolle er mich nicht noch weiter verletzen. Aber es war das gleiche Wort wie immer. „Es tut mir leid, Flavia." Und ich wusste, dass er es meinte. In gewisser Weise zumindest. Aber ich konnte diese Worte nicht mehr hören. Nicht mehr. Sie hatten keine Bedeutung mehr. Sie waren nur eine leere Hülle, die nichts ausfüllte, die nichts heilte.

Mafia dancesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt